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Marco Reus wechselte vor der Saison von RW Ahlen zu den "Fohlen". © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Marco Reus über seine Ambitionen, die Nationalmannschaft und das Kellerduell gegen Nürnberg.

Von Mathias Frohnapfel

München - Mit einem Riesensatz hat sich Marco Reus aus der Zweiten Liga in die Stammelf von Borussia Mönchengladbach katapultiert.

Und der 20-Jährige, bis Sommer 2009 noch bei Rot-Weiss Ahlen unter Vertrag, gilt mittlerweile in Expertenkreisen als kommender Nationalspieler.

In Gladbach hat Reus einen berühmten Vorgänger, der genau diesen Weg schaffte: Marko Marin. (DATENCENTER: Die Bundesliga)

Wie der gleichaltrige Marin spielt Reus auf der Außenposition im Mittelfeld. Und wie Marin überzeugt Reus mit Kreativität und Spielübersicht.

Witzig: Auch die Frisuren der beiden Jungstars sind ähnlich.

Vier Tore hat Reus bereits in dieser Saison erzielt, drei Bälle zu Treffern aufgelegt.

Im Kellerduell gegen Nürnberg (ab 20 Uhr LIVE) hoffen die Gladbacher wieder auf diese Stärken, zumal mit einem Sieg ein wichtiger Schritt im Abstiegskampf gelingen würde.

Im Sport1.de-Interview spricht Reus über den Vergleich mit Marin, den Traum von der Nationalelf und die anstehende Herausforderung gegen den Club.

Sport1.de: Herr Reus, Nürnberg ist ein direkter Konkurrent. Wie schätzen Sie die Nürnberger ein?

Marco Reus: Wir haben sie vergangenen Samstag bei ihrer Niederlage gegen Stuttgart beobachtet. Der Club hat eine sehr konterstarke Mannschaft, aber wir haben uns sehr gut vorbereitet und werden die Nürnberger schlagen.

Sport1.de: Erwartet Sie ein "Sechs-Punkte-Spiel"?

Reus: Nein, so würde ich das nicht nennen. Es geht für uns um viel, aber Nürnberg steht sicher etwas mehr unter Druck als wir.

Sport1.de: Sehen Sie die Gefahr, dass Mönchengladbach noch in den Abstiegsstrudel gerät?

Reus: Die sehe ich eher nicht. Wir sind gefestigt genug und können einen großen Schritt machen. Mit einem Sieg haben wir dann 28 Punkte. Da kann man langsam sagen: "Das war's dann." Aber man weiß nie, wie es kommt, deshalb muss man höllisch aufpassen und nicht nachlassen.

Sport1.de: Was gilt es gegen Nürnberg besser zu machen als bei der 0:1-Niederlage in Mainz?

Reus: Wir müssen einfach die Tore zu machen. Ich denke, wir haben uns gegen Mainz gute Chancen erarbeitet, aber nicht das Tor getroffen. Daran haben wir unter der Woche gearbeitet.

Sport1.de: Sie haben sich in Gladbach toll entwickelt. Wie lief dieser Prozess ab?

Reus: Als ich hier hergewechselt bin, wollte ich zuerst mal ein paar Spielanteile schaffen. Am Anfang stand mir da aber eine Verletzung im Weg. Über gute Trainingsleistungen habe ich mich dann für die Anfangself empfohlen. Und wenn man dann spielt und das Team noch Erfolg hat - was am wichtigsten ist - ist das perfekt.

Sport1.de: Talent haben ja viele, aber so einen rasanten Aufstieg wie Sie in Gladbach schaffen nur wenige. Welche Gründe würden Sie dafür nennen?

Reus: Das Umfeld hier spielt eine wichtige Rolle. Es ist bei der Borussia alles sehr familiär und wir unternehmen auch viel zusammen. Das sind auch Gründe, warum es auch bei mir so gut läuft.

Sport1.de: Gladbach versucht offensiv aufzutreten und wenn möglich spielerische Lösungen zu finden. Das kommt gewiss Ihrem Stil entgegen.

Reus: Ja, absolut. Wir sind diese Saison offensiver ausgerichtet. Daran haben wir auch gearbeitet und ich denke, es ist ein Fortschritt zu erkennen.

Sport1.de: Welche Rolle hat Ihr Trainer Michael Frontzeck bei Ihrer Entwicklung?

Reus: Er hat mir das Vertrauen gegeben und ich versuche es zu rechtfertigen. Er hat mir als junger Spieler die Chance gegeben, was ja für ihn nicht ohne Risiko ist.

Sport1.de: Frontzeck ist nach außen hin immer sehr ruhig. Würden Sie ihn auch so beschreiben?

Reus: Er ist ein Trainer, der genau weiß, was er will und es immer durchsetzt und nie an seiner Arbeit zweifelt. Er pusht und motiviert einen immer wieder. Das gilt gerade auch bei Niederlagen.

Sport1.de: Sie haben in der Hinrunde sehr viel Lob bekommen. Wie gehen Sie damit um?

Reus: Ich beschäftige mich damit nicht so sehr. Ich freue mich natürlich darüber, aber ich weiß, wie schnell sich das wieder ändern kann. Deshalb konzentriere ich mich auf meine Arbeit.

Sport1.de: Hat Sie der Trainer vor Schulterklopfern gewarnt oder hinterfragen Sie sich da auch selber?

Reus: Ich glaube, das ist eine Charaktersache und ich kann mich da selber gut einschätzen. Ich hebe nicht ab.

Sport1.de: Wo sehen Sie bei sich noch Verbesserungspotenzial?

Reus: Überall. Ein Spieler kann sich immer verbessern - gerade ich als junger Fußballer. Im Moment arbeite ich aber besonders am Torschuss und Dribbling und versuche mich da weiter zu steigern.

Sport.de: Am Anfang wurden Sie mit Marko Marin, der nach Bremen gewechselt ist, verglichen. Stört Sie dieser Vergleich?

Reus: Absolut nicht. Das hat mich am Anfang nicht gestört und jetzt auch nicht. Er ist ein guter Typ.

Sport1.de: Viele Experten sehen Sie im erweiterten Kreis für die Nationalmannschaft. Rechnen Sie sich eigentlich noch Chancen für die WM aus?

Reus: Es freut mich natürlich, dass ich so gut von den Experten beurteilt werde, aber die Weltmeisterschaft schwirrt nicht in meinem Kopf herum. Ich möchte bei Borussia meine Leistung bringen und weiterhin eine gute Saison spielen.

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