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Mladen Petric wechselte 2008 von Dortmund zum Hamburger SV © imago

Der HSV muss in Stuttgart seine Durstrecke beenden, um sich die Konkurrenz fernzuhalten. Van Nistelrooy bleibt die Jokerrolle.

Von Daniel Rathjen

München - Es ist soweit: Der Hamburger SV muss wieder.Für die ambitionierten ist ein Sieg beim VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr LIVE) Pflicht.

Seit drei Spielen sind die Hanseaten ohne Sieg, lediglich zwei Punkte wurden in dieser Zeit gesammelt.

Bayer Leverkusen und der FC Bayern München sind außer Reichweite. Geht es in diesem Tempo weiter, ist sogar die Qualifikation für die Europa League in Gefahr.

"In den letzten Spielen haben wir von der Spielweise her einiges richtig gemacht, nur die Ergebnisse waren enttäuschend", meint Trainer Bruno Labbadia.

Van Nistelrooy als Hoffnungsträger

Er betont: "Es sind nur Kleinigkeiten, die wir ändern müssen, um wieder Erfolg zu haben.

"Eine entscheidende Nuance könnte Ruud van Nistelrooy sein. Doch ob der Hoffnungsträger zum ersehnten dreifachen Punktgewinn schießen kann, ist offen. 195995(DIASHOW: Vorstellung und Karriere)(Video vom ersten Training).

Für die Startelf ist der 33-Jährige noch kein Thema. Gegen Köln spielte der Stürmerstar immerhin für drei Minuten. Jetzt hofft er auf einen längeren Einsatz.

"Ich fühle mich immer besser", versichert der Niederländer. "Ich denke, ich kann eine Halbzeit spielen."

Die zurückliegende Woche habe ihn in Sachen Fitness deutlich vorangebracht: "In jedem Training fühle ich mich stärker."

Labbadia bestätigt das: "Ruud hat sehr gut gearbeitet."

VfB unter Gross mit neuem Gesicht

In Stuttgart erwartet den HSV rauer Gegenwind. Ganz im Gegensatz zur Hinrunde läuft es nun bei den Schwaben - seit Trainer Christian Gross das Sagen hat.

Sechs Spiele, fünf Siege, ein Unentschieden lautet die ansehnliche Bilanz des Schweizers.

Petric will Lehrmeister ärgern

Besonders Mladen Petric möchte die weiße Weste seines alten Lehrmeisters gerne besudeln.

Der Hamburger Angreifer hat drei Jahre unter Gross beim FC Basel gespielt.

"Ich freue mich riesig auf das Wiedersehen mit ihm", sagt Petric. "Er ist der Trainer, der mich bislang am meisten geprägt hat."

Dennoch macht er klar: "Es wird mir auch ein bisschen leidtun, wenn wir für die erste Niederlage unter seiner Regie sorgen."

Boateng fraglich, Delpierre für Niedermeier

Ob Nationalspieler Jerome Boateng mit dabei ist, ist ungewiss. Der Verteidiger klagt über eine Bänderdehnung im Knöchel. Für ihn würde erneut David Rozehnal agieren.

Stuttgart kann dagegen wieder auf Innenverteidiger Matthieu Delpierre zurückgreifen. "Er ist fit und wird Georg Niedermeier wohl verdrängen", stellt Gross klar.

Der Coach wollte den Wechsel aber nicht als Kritik an Niedermeier verstanden wissen, der beim VfB am Donnerstag einen Vertrag bis zum Sommer 2014 unterschrieben hatte.

"Georg hat zuletzt sehr gut gespielt", sagte der Schweizer, "aber von der Präsenz und der Erfahrung her ist Matthieu sehr wichtig für uns."

Der Einsatz von Stürmer Julian Schieber ist dagegen aufgrund einer entzündeten Wunde am Knöchel fraglich.

Gross: "HSV ist Favorit"

Unklar ist auch, ob die Partie für Cacau nach seinen Adduktoren-Problemen noch zu früh kommt. Die Entscheidung über einen Einsatz des Brasilianers soll erst kurzfristig fallen.

Ansonsten stapeln die Stuttgarter tief. "Für mich ist der HSV haushoher Favorit", bemerkt Gross.

Er betonte zudem, dass es für Stuttgart weiter nur um den Klassenerhalt gehe: "Ich wurde verpflichtet, damit der VfB nicht absteigt. Solange das nicht sicher erreicht ist, werden Sie von mir keine anderen Zielvorgaben hören."

Höhere Ziele für VfB

Der Abstand zum Tabellenkeller ist mit elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz mittlerweile allerdings recht komfortabel. Deshalb konnte Gross auch nicht ganz verbergen, dass er mit dem VfB künftig höhere Ziele als den Verbleib in der Bundesliga verfolgt.

"Wir sind noch längst nicht da angekommen, wo wir hinwollen, deshalb tut so ein Spiel meiner Mannschaft gut", sagte der 55-Jährige.

Die Partie gegen die Hamburger sei "ein Gradmesser".

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