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Das Tor zum 2:1: Matmour (M.) hat Schäfer behindert, Friend schiebt ein © getty

Die Borussia gewinnt mit viel Mühe und etwas Glück gegen Nürnberg. Der Siegtreffer von Friend sorgt beim Club für heftige Proteste.

München - Ein höchst umstrittenes Tor von "Joker" Rob Friend hat den 1. FC Nürnberg im Kampf um den Klassenerhalt weiter zurückgeworfen.

Nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung erzielte der Stürmer von Borussia Mönchengladbach den 2:1 (1:0)-Siegtreffer gegen den Club.202540(Die Bilder)

Vorausgegangen war allerdings ein Bodycheck von Karim Matmour gegen den Nürnberger Schlussmann Raphael Schäfer im Fünfmeterraum, sodass der Keeper keine Chance hatte, an den Ball zu kommen.

"Über diese Situationen gibt es keine zwei Meinungen. Es ist sehr, sehr traurig, dass der Schiedsrichter und der Linienrichter das nicht sehen. Wir haben hier wichtige drei Punkte verloren, die wir eigentlich verdient gehabt hätten", echauffierte sich Schäfer

Und auch FCN-Trainer Dieter Hecking verstand die Welt nicht mehr: "Das ist für mich eine ganz klare Fehlentscheidung. So ein Tor darf man nicht geben."

Club-Sportdirektor Martin Bader sah sich schon öfters vom Schiedsrichter benachteiligt: "Das ist keine glückliche Ehe zwischen Florian Meyer und dem 1. FC Nürnberg."

Nürnberg bleibt auf dem vorletzten Platz

Damit bleibt Nürnberg mit 16 Punkten auf dem vorletzten Platz der Bundesliga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Druck wird immer größer. "Und irgendwann muss man dann Spiele gewinnen, die man nicht gewinnen kann", brachte es Hecking auf den Punkt.

Gladbach rückte indes ins gesicherte Mittelfeld vor.

Vor dem Siegtreffer hatte Torjäger Albert Bunjaku den Club auf einen Punkt hoffen lassen, als er in der 47. Minute mit seinem 11. Saisontreffer die Gladbacher Führung durch Roberto Colautti (27.) ausglich.

Bobadilla lässt Chance aus

Für die Borussia begann die Partie vor der Saison-Minuskulisse von 34.297 Zuschauern zunächst so wie am vorigen Wochenende beim 0:1 in Mainz - mit einer vergebenen Torchance von Raul Bobadilla.

Der Argentinier, der beim 4:3 im letzten Heimspiel gegen Werder Bremen zwei Tore erzielt und zwei vorbereitet, in Mainz aber zahlreiche gute Gelegenheiten nicht genutzt hatte, wurde in der 11. Minute von Sturmpartner Colautti schön freigespielt, traf aber sechs Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig.

Trainer Dieter Hecking, einst Spieler in Gladbach, bot die gleichen elf Spieler auf wie bei der 1:2-Heimniederlage sechs Tage zuvor gegen den VfB Stuttgart, da der Torwart seine Fleischwunde aus der letzten Woche rechtzeitig auskuriert hatte.

Borussen-Coach Michael Frontzeck musste seine Stammformation gegenüber der Niederlage in Mainz dagegen auf zwei Positionen ändern.

Für den gelb-gesperrten Tobias Levels und den verletzten Thorben Marx rückten Tony Jantschke und Marcel Meeuwis in die Startelf.

Colautti erzielt die Führung

Die Gastgeber versuchten mit langen Bällen und Kontern zum Erfolg zu kommen. In der 26. Minute versetzte Bobadilla nach so einem Pass FCN-Kapitän Andreas Wolf, schlenzte den Ball dann aber knapp am Tor vorbei.

Eine Minute später leitete ein Steilpass von Michael Bradley auf Marco Reus dann aber doch die Führung ein.

Schäfer drängte Reus zwar noch erfolgreich nach außen ab, von dort aber fand der Gladbacher mit einem Pass in die Mitte Colautti, der ungestört von drei Nürnbergern mit seinem vierten Saisontor das 1:0 erzielte.

Risse bereitet Tor nach Einwechslung vor

Hecking brachte zur zweiten Halbzeit in Marcel Risse und Mike Frantz zwei neue Spieler, und die Einwechslung von Risse machte sich nach nicht einmal zwei Minuten bezahlt.

Risses Freistoß nahm Bunjaku trotz Bedrängnis im Strafraum geschickt an und erzielte aus kurzer Distanz den Ausgleich.

Danach verhinderte Schäfer bei einem Kopfball von Roel Brouwers (53.) und einem Distantzschuss von Juan Arango (64.) mit guten Paraden einen erneuten Rückstand.

Frontzeck: "Sieg war verdient"

"Ich denke Karim Matmour ist beim Siegtreffer zum Ball gegangen, ob der Schiedsrichter das nun pfeift oder nicht", sagte Frontzeck nach der Partie.

"Wir hatten auch zwei Situationen, in denen man einen Elfmeter für uns hätte geben können", erklärte der Gladbacher Coach:

"Es gleichen sich die Dinge aus. Ich denke nicht, dass wir bevorteilt worden sind. Unterm Strich war unser Sieg verdient."

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