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Schiedsrichter Florian Meyer und der gefoulte Nürnberg-Keeper Raphael Schäfer im Disput © getty

Nach der Niederlage gegen Gladbach richtet sich der Zorn der Franken auf die Unparteiischen. Frontzeck macht einen Glücksgriff.

Mönchengladbach - Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer zweifelte am Sehvermögen der Unparteiischen, Kapitän Andreas Wolf vermisste Fairness, und Sportdirektor Martin Bader wünschte sich eine Reaktion des DFB.

Nach dem 1:2 (0:1) bei Borussia Mönchengladbach richtete sich der erste Frust des 1. FC Nürnberg gegen Schiedsrichter Florian Meyer 202540(die Bilder).

"Ich hoffe, dass der DFB uns irgendwann mal von Herrn Meyer verschont, denn das ist keine glückliche Ehe momentan zwischen dem 1. FC Nürnberg und Florian Meyer", sagte Bader.

Was alle Nürnberger so aufregte, war ein von Meyer nicht geahndeter Bodycheck von Gladbachs Stürmer Karim Matmour im Fünf-Meter-Raum gegen Schäfer, der dem Siegtreffer von Rob Friend (74.) vorausging (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Das war ein klares Foul. In der letzten Woche wird mir im Fünf-Meter-Raum der Unterschenkel aufgeschlitzt, und jetzt so was. Was soll man dazu noch sagen. Es ist traurig, wenn ein Schiedsrichter so etwas nicht sieht", sagte Schäfer.

"Wenn es der Schiedsrichter nicht sieht, dann muss es der Linienrichter sehen. Der hatte klare Sicht", sagte Wolf: "Von uns erwarten die Schiedsrichter immer, dass wir fair sind. Das können wir aber auch von ihnen erwarten."

Eine Erklärung von Meyer, den die Nürnberger Spieler und Bader nach dem Schlusspfiff auf dem Platz bedrängt hatten, gab es nicht. Auch Interviews lehnte der Referee später ab.

"Eine klare Fehlentscheidung"

Für FCN-Trainer Dieter Hecking war es ebenfalls "eine klare Fehlentscheidung", doch der frühere Gladbacher Spieler machte auch bei seiner Mannschaft Gründe für die Niederlage aus.

"Als Trainer darf man sich mit Schiedsrichterentscheidungen nicht zu lange aufhalten. Wir sollten uns mehr auf das fokussieren, was wir in der ersten Hälfte gespielt haben. Das war eine ganz schwache Halbzeit von uns, die schlechteste nach der Winterpause. Darüber müssen wir unbedingt reden", sagte Hecking:

"Mit der ersten Halbzeit habe ich mehr Probleme als mit dieser Entscheidung, die sich vielleicht irgendwann wieder ausgleichen wird."

Nürnberg ohne Torgefahr

Überhaupt keine Torgefahr ("Gladbach hätte Torhüter Bailly auch rausnehmen können") hatte Heckings Team vor der Pause entwickelt und kein Mittel gegen das erwartete Gladbacher Konterspiel gefunden.

Dazu kam, wie Bader schon beim Halbzeit-Interview monierte, ein "naives Abwehrverhalten". "Da musste ich in der Kabine sehr deutlich werden", sagte Hecking.

Mit Erfolg: Nur zwei Minuten nach der Pause glich Nürnbergs "Lebensversicherung" Albert Bunjaku, der mittlerweile 11 der insgesamt 18 "Club"-Tore erzielt hat, die Borussen-Führung von Roberto Colautti (27.) aus.

Joker sorgt für Entscheidung

Die Vorarbeit per Freistoß leistete Marcel Risse, den Hecking erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt hatte.

Ein noch besseres Händchen bewies allerdings Gladbachs Trainer Michael Frontzeck, der bei der Borussia einst mit Hecking zusammengespielt hatte.

Er brachte in der 73. Minute Friend und Matmour - und die zweite Sturmreihe brauchte gerade einmal 22 Sekunden für die Entscheidung.

"Nicht schön, aber schnell"

"Für mich als Gladbacher war das kein Foul. Die Nürnberger dürfen das anders sehen", kommentierte Matmour seinen Zweikampf mit Schäfer und bekam Unterstützung vom flotten Friend:

"Der Torwart hat Karim angesprungen. Vielleicht werden die Torhüter einfach zu oft geschützt. Das war sicher nicht mein schönstes Tor, aber dafür mein schnellstes."

Und dazu ein wichtiges: Mit jetzt 28 Punkten kann die Borussia dem Rest der Saison relativ gelassen entgegensehen.

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