So krass können Spieltags-Gegensätze sein: Während sich der HSV an van Nistelrooy berauscht, wirkt Hannover wie vergiftet.

Manchmal können Pole eines Spieltags kaum unterschiedlicher sein.

Hier der Hamburger SV mit einem Aphrodisiakum namens Ruud van Nistelrooy. Dort Hannover 96 mit einem Auftreten wie lähmendes Gift.

Während der "kleine" HSV nach der siebten Pleite in Folge kaum noch zu retten scheint, berauscht der niederländische Superstar die Fans regelrecht wegen seines doppelten Husarenstreichs beim 3:1 in Stuttgart nach nur wenigen Ballberührungen.

Es beeindruckt schwer, wie "Van the Man" nach seiner Einwechslung lange Zeit behäbigen Hanseaten plötzlich neue Lebenskraft einflößte.

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Mit welch schlafwandlerischer Sicherheit der in Hamburg bereits Ruud van-tastisch getaufte Stürmer weiß, wo das Tor steht, dürfte auch der Konkurrenz ein Fingerzeig sein.

Und macht viel Lust auf mehr. Schon jetzt verspricht das Duell in zwei Wochen deshalb einen fußballerischen Leckerbissen, wenn das Labbadia-Team mit einem der besten Stürmer aller Zeiten bei den Bayern aufkreuzt, van Nistelrooy dort dann seine Landsleute Arjen Robben und Louis van Gaal plus Franck Ribery hopps nehmen will.

Der Rekordmeister, beim Sieg gegen Dortmund zunächst eher rumpelnd als leichtfüßig, sollte vor van Nistelrooy jedenfalls genauso gewarnt sein wie Tabellenführer Bayer Leverkusen, der den HSV Mitte März erwartet.

Bleibt Hamburgs stärkste Offensiv-Waffe verschont von Verletzungen, ist mit den Rothosen vielleicht sogar im Titelkampf wieder zu rechnen.

Kaum noch rechnen darf man dagegen wohl mit den Hannoveranern nach dem 1:5-Offenbarungseid gegen Werder.

Wie man im Abstiegskampf schon zur Halbzeit derart "abschenken" kann, spottet jeder Berufsauffassung.

Widerstandslos und dahinsiechend in allen Mannschaftsteilen, selbst Mirko Slomka wirkt nur noch apathisch.

Was die Situation umso verfahrener macht: Ein dritter Trainerwechsel nach Dieter Hecking und Andreas Bergmann verbietet sich für die 96-Führung quasi, wollen Präsident Martin Kind und Manager Jörg Schmadtke nicht noch den letzten Rest ihrer Kompetenz als Klublenker einbüßen.

Ein Ende des Grauens scheint nicht in Sicht: Nächste Woche geht's zu den angeschlagenen Dortmundern, dann kommt Meister Wolfsburg.

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