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Auch beim 0:4 gibt Hannovers Defensive keine gute Figur ab © imago

Bei Hannovers Pleite gegen Werder ist von einer Wende nichts zu spüren. 96 spielt weiter wie gelähmt. Jetzt soll ein Psychologe helfen.

Hannover - Enttäuschte Fans, frustrierte Spieler und ein ratloser Trainer: Nach der höchsten Saisonpleite und der siebten Niederlage in Folge war von Zuversicht im Abstiegskampf bei Hannover 96 nicht mehr viel zu spüren.

"Dieses Spiel ist sicher ein neuer Tiefpunkt, so eine Leistung geht gar nicht, wir haben einfach alles vermissen lassen", erklärte Stürmer Jan Schlaudraff nach der herben 1:5 (0:4)-Pleite der Niedersachsen im Nordduell mit Werder Bremen.

Während seine Teamkollegen größtenteils wortlos und mit hängenden Köpfen in der Kabine verschwanden, bemühte sich der Ex-Nationalspieler zumindest um Erklärungsversuche für das Debakel.

Trainerwechsel wirkungslos

"Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir nach einem Rückstand völlig auseinanderbrechen. Es kann einfach nicht sein, dass wir immer nur eine ordentliche Halbzeit hinkriegen. So kann man gegen solche Gegner nicht bestehen", sagte der 26-Jährige.

Zudem offenbarte die erneut insdikutable Leistung, dass auch der zweite Trainerwechsel der Saison nach nur drei Wochen völlig wirkungslos verpufft ist. So blieb den Spielern denn auch keine Ausrede mehr.

"Beim Trainer ist die Schuld sicher nicht zu suchen, sondern einzig und allein bei der Mannschaft - bei jedem einzelnen, der auf dem Platz stand", sagte Schlaudraff.

"Da müssen wir jetzt durch"

Mirko Slomka, der das Amt erst im Januar von Andreas Bergmann übernommen hatte, fand nach der dritten Niederlage unter seiner Regie ebenfalls nur wenig Ansätze für Optimismus.

"So eine Leistung ist in unserer Situation viel zu wenig. Aber da müssen wir jetzt durch. Da hilft nur, mit aller Entschlossenheit weiterzuarbeiten", erklärte der Coach.

Psychologe soll helfen

Dabei soll ab sofort der Kölner Sportpsychologe Andreas Marlovits helfen, der das Team bereits seit ein paar Wochen beobachtet.

"Es gilt durch den direkten Kontakt mit den Spielern mögliche Gründe für die vorliegenden Probleme herauszufinden, zu besprechen und zu lösen", erklärte der Psychologe.

Steigerung in Hälfte zwei

Zumindest die zweite Halbzeit der Partie gab Slomka ein Fünkchen Hoffnung, dass der Kampf um den Klassenerhalt für den Tabellen-16. noch nicht verloren ist

"Die Steigerung nach der Pause sollte ein wenig Anlass zur Hoffnung geben. Jedenfalls werde ich die Mannschaft jetzt nicht zerfleischen, denn ich weiß, dass sie Charakter hat", kündigte der 42-Jährige an.

Kein Widerstand

Gegen Werder war davon allerdings nicht viel zu spüren. Lediglich zehn Minuten konnten die 96er dem Bremer Druck standhalten, ehe schon mit dem 0:1 durch Peter Niemeyer (11. Minute) alle Dämme brachen.

Fast widerstandlos ergaben sich die Gastgeber vor 44.379 Zuschauern in die Niederlage und kassierten durch Naldo (18.), ein Eigentor von Leon Andreasen (26.) und Aaron Hunt (44.) bis zur Pause noch drei weitere Treffer.

Nach dem Seitenwechsel markierte der Ex-Bremer Christian Schulz zumindest den Ehrentreffer (59.), ehe Claudio Pizarro (68.) den Endstand herstellte.

Schockstarre nach dem Rückstand

"Die Mannschaft ist nach dem 0:1 in eine Schockstarre verfallen, die bis zur Pause nicht aufzubrechen war. Da hat uns Werder schwindelig gespielt", analysierte Slomka.

"Wir hatten uns eine Menge vorgenommen, aber nichts davon umgesetzt. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir als Mannschaft komplett versagt."

Werder sieht Krise hinter sich

Angesichts der desolaten Leistung des Gegners wollte man bei Werder den Erfolg denn auch nicht überbewerten.

"Wir wissen, dass noch nicht alles rund läuft, aber nach dem dritten Sieg in Folge dürfte die Krise überwunden sein", sagte Abwehrspieler Clemens Fritz.

Auch Trainer Thomas Schaaf sah den jüngsten Aufwärtstrend bestätigt: "Die beiden letzten Erfolge haben uns Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben. Ich hoffe, dass sich dieser Trend auch in den nächsten Spielen fortsetzt."

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