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Ibrahim Ba und Vedad Ibisevic erzielten zusammen elf der 16 Hoffenheimer Tore © imago

Zehn Jahre nach Kaiserslautern erobert auch Hoffenheim mit einem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt als Aufsteiger die Tabellenspitze.

Von Andreas Kloo

München/Mannheim - Die TSG Hoffenheim an der Tabellenspitze ? nach dem ersten Spieltag schien das nur eine Momentaufnahme zu sein. Aber mit dem 2:1 (0:0) gegen Frankfurt hat der Aufsteiger nach sieben Spieltagen erneut Platz eins erobert.

Hoffenheim ist der erste Aufsteiger seit dem 1. FC Kaiserslautern 1998, der wieder ganz oben steht. Und die "Roten Teufel" holten am Ende der Saison den deutschen Meistertitel.

So weit will Ralf Rangnick allerdings noch nicht denken.

"Die Tabellenführung für 24 Stunden ist schön für unsere Fans und unsere Marketing-Abteilung", sagte der Trainer. "Wir können das aber schon richtig einschätzen."

Hoffenheim beweist Effektivität

Dennoch, wie Rangnicks Elf nach dem 1:1 der Frankfurter durch Markus Steinhöfer (66.) sofort zurückschlug und durch Demba Bas zweiten Treffer (71.) nach dem 1:0 (47.) erneut in Führung ging, erinnerte an eine Spitzenmannschaft.

In der Tat bedeutete der Erfolg über Frankfurt für Hoffenheim eine Weiterentwicklung in Puncto Effektivität.

Nach dem 4:5 gegen Bremen in der Vorwoche hatte ganz Fußball-Deutschland die Offensivleistungen von Ba, Sejad Salihovic und Vedad Ibisevic bejubelt. Die Punkte aber hatte Bremen eingefahren.

Diesmal war das Spiel weniger spektakulär, aber Hoffenheim sicherte sich die drei Zähler.

Ibertsberger rettet Sieg

Linksverteidiger Andreas Ibertsberger schätzt die Bedeutung dieses Erfolgs deshalb sehr hoch ein: " Ich glaube es tut uns gut, dass wir so gewinnen können. Es war diesmal nicht so ein Spektakel wie in Bremen. Es war keine einfache Situation, weil Frankfurt unbedingt punkten musste. Aber wir haben dagegengehalten."

Der Österreicher avancierte neben Doppeltorschütze Demba Ba zum Helden des Spiels. Sechs Minuten vor dem Ende köpfte er einen Schuss von Timo Ochs mit einer akrobatischen Einlage von der Linie und rettete so den Hoffenheimern den Sieg.

Auch wegen dieser Situation bezeichnete Rangnick den Sieg hinterher als "wackelig".

Frankfurt als einziges Team ohne Sieg

Seinem Gegenüber Friedhelm Funkel gibt der aufopferungsvolle Kampf seiner Elf bis zum Schluss dagegen Hoffnung auf Besserung: "Die Mannschaft hat heute enormen Willen gezeigt. Darauf kann man aufbauen. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass es bergauf geht."

Die Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache. Als einziges Bundesliga-Team hat die Eintracht in dieser Saison noch keinen Sieg errungen und steht weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Bruchhagen setzt weiter auf Funkel

Dennoch ist der Arbeitsplatz von Funkel laut Heribert Bruchhagen nicht in Gefahr. Zwar bezeichnet der Vorstandsboss die Lage als prekär, aber er fügt hinzu: "Geschlossenheit ist eine der wesentlichen Grundlagen, um sich aus einer Krise zu befreien."

Offensichtlich ist Funkels Arbeitsplatz also nach wie vor sicher. Aber der Trainer weiß selbst, dass sich das bald ändern könnte: "Viele Spiele dürfen wir nicht mehr verlieren."

Erneut Sprechchöre gegen Hopp

Neben der Abstiegssorgen hat die Eintracht Ermittlungen des DFB zu befürchten. Wie zuvor schon die Fans anderer Bundesliga-Klubs beleidigten auch die Eintracht-Anhänger Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp während des Spiels mit Sprechchören.

Der DFB hatte bereits im Vorfeld des Spiels Strafen für solche Fälle angekündigt.

Der frühere DFL-Boss Bruchhagen rät allerdings von einer solchen Maßnahme ab: "Das wünscht man niemandem, aber man würde gut daran tun, diese Dinge nicht immer in den Vordergrund zu schieben. Man sollte sie einfach nicht beachten."

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