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Die Gesichter von Kapitän Arne Friedrich (l.) und Manager Michael Preetz sagen alles © getty

Bei Hertha machten sich nach dem 1:1 gegen Mainz Frust und Ratlosigkeit breit. Mainz freit sich über das Unentschieden.

Berlin - Drittes "Endspiel", dritte Enttäuschung: Bei Hertha BSC Berlin machten sich auch nach dem 22. Spieltag Frust und Ratlosigkeit breit.

Das Schlusslicht der hatte beim 1:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 wie schon in den zwei torlosen Heimspielen der Rückrunde zuvor die erste Halbzeit komplett verschlafen, den dringend benötigten Sieg verpasst und kann die Planungen für die zweite Liga vorantreiben.

Große Chance vertan

"Dieses Unentschieden tut weh und ist umso ärgerlicher, da unsere Tabellennachbarn allesamt verloren haben", sagte Arne Friedrich.

In der Tat: Mit einem Sieg hätte Hertha den Abstand zu Hannover 96, der den Relegationsplatz 16 noch hält, auf drei Punkte verkürzen können. So aber bleibt man abgeschlagenes Schlusslicht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Für uns zählen eigentlich nur Siege. Im Moment läuft alles gegen uns", meinte Florian Kringe.

Desolate erste Halbzeit

Schuld am dritten Frusterlebnis in Folge gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte war erneut die desolate Vorstellung in der ersten Halbzeit. Hertha agierte pomadig und harmlos.

Mit der aggressiven Spielweise der Mainzer Angreifer Aristide Bance und Adam Szalai kamen die Berliner nicht zurecht. Das 1:0 für die Gäste durch ein Traumtor von Bance (37.) per Volleyschuss war verdient.

"Wir haben erst in der zweiten Halbzeit diesen Tick entschlossener gespielt", sagte Herthas Manager Michael Preetz.

Funkel stellt um

Trainer Friedhelm Funkel musste einsehen, dass seine Starttaktik nicht aufging. Der Coach hatte im Mittelfeld überraschend Christoph Janker für den Brasilianer Cicero aufgeboten.

Nach der Pause kam Cicero wieder für den schwachen Janker und leitete das 1:1 durch Adrian Ramos (51.) ein.

"Cicero brachte frischen Wind. Auch Raffael war nach der Pause ein anderer Spieler. Die Umstellungen haben uns gut getan", sagte Friedrich und deutete indirekt damit an, dass Funkel mit seiner Strategie daneben lag.

"Sind immer noch nicht tot"

Funkel gestand nach dem Spiel seine Enttäuschung ein. "Natürlich ging es für uns um den Sieg", sagte der Coach.

28 Zähler wollte Funkel in der Rückrunde holen. Nach fünf Spielen sind es gerade mal sechs Zähler. Der bisher einzige Heimsieg der Bundesliga-Saison gelang im August 2009.

Die Lage ist umso prekärer, da man gegen viele der vermeintlich leichten Gegner nun bereits gespielt hat und trotzdem noch fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat.

Präsident Werner Gegenbauer setzte jedoch auf Zuversicht: "80 Prozent der Leute haben gesagt, im Januar sind wir tot. Jetzt sind wir aber immer noch nicht tot."

Mainz mit dem Remis zufrieden

Des einen Leid, des anderen Freud. "Wir können mit diesem Punkt sehr gut leben", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel.

Der Aufsteiger festigte seinen Platz im gesicherten Mittelfeld der Liga und feierte nach zuvor vier Auswärtsniederlagen in Folge wieder einen Teilerfolg.

"Unsere positive Entwicklung auswärts wurde heute mit dem Punkt belohnt", meinet Tuchel. Der 36 Jahre alte Fußball-Lehrer hatte seine Mannschaft gut auf den Gegner eingestellt.

Tuchel: "Wir wussten, dass uns hier ein echtes Endspiel erwarten würde. Meine Mannschaft wollte den Kampf unbedingt annehmen und hat mit Mumm und Leidenschaft dagegengehalten."

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