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Heiko Herrlich (l.) freut sich mit Zlatko Dedic über den Sieg gegen Hoffenheim © imago

Heiko Herrlich feiert mit Bochum den ersten Heimsieg seit seinem Dienstantritt. Der Trainer bleibt bescheiden. In Hoffenheim herrscht Katzenjammer.

Bochum - Die Fans feierten ihren Helden mit Sprechchören, doch Heiko Herrlich genoss seinen ersten Heimsieg als Trainer des VfL Bochum lieber im Stillen.

Ein kurzes Abklatschen für jeden Spieler, hier und da eine Umarmung und eine gehörige Portion Understatement in der Beurteilung seines Einflusses auf den derzeitigen Höhenflug des VfL.

Trainer bleibt gelassen

"Es geht nicht um mich. Ich freue mich natürlich, wenn die Anhänger meinen Namen rufen, aber das zeigt nur, dass die Fans mit der Mannschaft zufrieden sind", sagte Herrlich nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg gegen 1899 Hoffenheim und dem ersten Heimsieg für den 38-Jährigen als Bochumer Trainer.

Nur kurz gestattete er einen Einblick in sein Seelenleben: "Der Erfolg ist genauso wichtig wie ein Auswärtssieg. Vielleicht einen Tick schöner.

"Sowas hat man lange nicht gesehen"

Wie wichtig der erste Heimsieg der Bochumer seit sechs Monaten aber für die Anhänger war, zeigte sich in ihren Sprechchören.

"Sowas hat man lange nicht gesehen", sangen die Heimfans, nachdem Herrlich den VfL seit seinem Dienstantritt vom vorletzten Tabellenplatz auf Rang 14 ins gesicherte Mittelfeld geführt hatte. (DATENCENTER: Bundesliga)

Herrlichs Joker stechen

Sechs Spiele ist der VfL nun unbesiegt und hat den Abstand auf den Relegationsrang auf acht Punkte vergrößert - für den ehrgeizigen und besonnenen Herrlich allerdings kein Grund zum Ausruhen.

Seit Ende Oktober ist der ehemalige DFB-Trainer für den VfL verantwortlich und langsam scheint sich eine Handschrift des Ex-Profis im Spiel der Bochumer abzuzeichnen.

Wie schon in den vergangenen Begegnung zeigten seine Spieler hohen kämpferischen und läuferischen Einsatz und standen vor allem in der Defensive sehr kompakt.

Hinzu kommt noch sein außergewöhnliches "Händchen": Drei der letzten vier Tore erzielten Einwechselspieler.

Laktattest am Montag

Die Gastgeber unterbanden den Spielfluss der Hoffenheimer, angeführt von einem überragenden Milos Maric, rigoros und verwerteten durch Stanislav Sestak (24.) und den eingewechselten Zlatko Dedic (76.) ihre wenigen Chancen eiskalt.

Lediglich kurz nach dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer durch Vedad Ibisevic (64.) gerieten die Bochumer in Gefahr, das Spiel zu verlieren.

"Wir sind körperlich jetzt besser und trainieren sehr hart", beschrieb Torschütze Sestak die Veränderung unter Herrlich, der für Montag einen Laktattest angesetzt hat.

"Wir sind jetzt drei Monate hier, wir wollen sehen, wo die Spieler stehen", so der ehemalige Torjäger.

Katzenjammer in Hoffenheim

Während die Bochumer Spieler ihren Erfolg zumindest bis dahin feiern dürfen, herrschte beim Herbstmeister des vergangenen Jahres Katzenjammer.

"Das ist ein Spiegelbild unserer ganzen Saison. Wir haben viel versucht, aber bekommen dann hinten aus zwei Chancen zwei Tore", sagte Ibisevic, der nach über 700 Minuten wieder ein Bundesligator erzielte.

Europapokal endgültig abgehakt

Tatsächlich waren die Gäste über weite Strecken überlegen, münzten dies aber nicht in einen Erfolg um. Nach nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen, dürften damit auch die letzten Träume vom internationalen Geschäft beendet sein.

"Reden vom Europapokal ist derzeit nicht gerechtfertigt", sagte dann auch Trainer Ralf Rangnick.

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