vergrößernverkleinern
Hans-Joachim Watzke ist seit Februar 2005 Geschäftsführer der Borussia © imago

Im DSF-Doppelpass spricht BVB-Geschäfstführer Hans-Joachim Watzke über über das Spiel in München, die Lage der Borussia, Schalke und den Titelkampf.

München - Die 1:3-Niederlage beim FC Bayern war die dritte Dortmunder Niederlage in Folge.

Nach der Siegesserie folgte die Pleitenserie, der BVB hat als Fünfter nur noch zwei Punkte Vorsprung auf Werder Bremen, droht den Europacup-Platz zu verspielen. (DATENCENTER: Die Tabelle)

"Nach den sechs Siegen wollten uns alle schon wieder erzählen, was wir für tolle Perspektiven haben", sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watze im DSF-Doppelpass.

"Wir wissen, dass diese drei Niederlagen natürlich auch nicht unser Maß sind. Insgesamt spielen wir eine gute Saison, das lassen wir uns von niemandem nehmen."

Im DSF-Doppelpass spricht Watzke über das Spiel in München, die Lage der Borussia, den Rivalen Schalke und den Titelkampf.

Hans-Joachim Watzke über:

die Niederlage gegen den FC Bayern:

"Nach Spielen schlafe ich generell immer schlecht, nach Niederlagen besonders. Obwohl wir gestern gut aufgetreten sind. Bayern ist das Maß aller Dinge in der Liga, da braucht man sich nichts vormachen. Wir hatten wahrscheinlich mehr Torschüsse, aber Bayern hat einfach diese absolute Klasse, die uns noch fehlt - aus wenigen Chancen viel zu machen."

die Lage der Borussia:

"Nach den sechs Siegen wollten uns alle schon wieder erzählen, was wir für tolle Perspektiven haben. Wir haben aber eine klare Sicht auf die Dinge. Wir wissen, dass diese drei Niederlagen natürlich auch nicht unser Maß sind. Insgesamt spielen wir eine gute Saison, das lassen wir uns von niemandem nehmen.

Aber wir haben natürlich ein langfristiges Projekt: Ohne neue Schulden mit sehr vielen jungen Spielern maximalen sportlichen Erfolg zu erzielen. Wir hatten gestern am Ende acht U-21-Spieler auf dem Platz. Natürlich braucht das Zeit, aber die haben wir auch in Dortmund - auch bei unseren Fans. Die wollen nämlich nur eins und das tut die Mannschaft immer: Alles raushauen, was sie hat!"

die Angst, eine Europapokal-Teilnahme wie schon 2009 zu verspielen:

"Das kann natürlich passieren, wenn man so arrogant ist und sagt: Wir sind unantastbar. Wenn ich sehe, dass hinter uns Mannschaften wie Bremen, Stuttgart und Hoffenheim sind, die viel mehr finanzielles Potenzial haben und gute Mannschaften sind, ist das möglich.

Wir müssen uns auf uns selbst besinnen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann können wir unsere jetzige Position stabilisieren. Ich habe großes Vertrauen, auch in Michael Zorc und Jürgen Klopp. Sie sind erfahren genug, um die Mannschaft auch nach den letzten Rückschlägen wieder auf Kurs zu bringen."

die Frage, ob Borussia den FC Schalke 04 noch abfangen will:

"Ich habe auf der Mitgliederversammlung gesagt, dass sie noch unseren Atem spüren werden. Wir schauen nach 34 Spieltagen. Und wenn wir nach 32 oder 33 Spieltagen so weit von Schalke entfernt sind, dass sie unseren Atem nicht mehr spüren können, bin ich gerne bereit, öffentlich zu sagen, dass dies eine Fehleinschätzung war. Aber ich habe nie gesagt, dass wir noch an denen vorbei wollen."

den Titelkampf zwischen Bayern und Bayer:

"Leverkusen leistet seit Jahren hervorragende Arbeit. Die haben eine extrem gute Mannschaft zusammengestellt. Mit Jupp Heynckes haben sie nun offensichtlich auch den richtigen Trainer. Ich glaube zwar, dass der FC Bayern am Ende die Nase vorn haben wird, aber nicht, weil Leverkusen schwächelt oder Fehler machen wird. Bayern ist am Ende von der Qualität und von der Abgeklärtheit vielleicht einfach noch einen Tick besser."

das Struktur-Chaos beim DFB:

"Wir haben beim DFB glaube ich zwölf Vize-Präsidenten, vielleicht sind es auch nur elf. Dann kommen noch ein paar andere dazu und am Ende hat man 16 oder 17 Leute, die über den Vertrag von Herrn Löw diskutieren. Das ist nicht praktikabel und dann darf man sich auch nicht wundern, wenn anschließend alles in der Öffentlichkeit kursiert.

Ich habe schon mal vorgeschlagen, dass man einen Präsidialausschuss mit Zwanziger, Niersbach und Rauball bildet, dazu vielleicht noch einen der Vize-Präsidenten und die sollen dann zu viert diese Gespräche führen. Du kannst nicht alle Internas mit 16 Leuten besprechen.

Genau so verstehe ich folgendes nicht: Entweder ist man Angestellter beim DFB oder man sitzt im Präsidium. Unabhängig von den Personen, es kann nicht sein, dass man beides ist. Da muss der DFB jetzt klare Strukturen schaffen. Auf Bierhoff wird jetzt viel eingeprügelt, teilweise nicht gerechtfertigt. Sammer leistet auch tolle Arbeit. Aber Michael Zorc ist doch bei uns auch nicht im obersten Führungsgremium, im Präsidium oder wo auch immer. Man muss die Ebenen sauber gegeneinander abgrenzen, dann gibt es auch keine Probleme in der Kommunikation."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel