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Van Bommel erzielte gegen Dortmund den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich © imago

Die Torwartlegende sieht die Müncher vor einem "Erfolgszyklus". Er warnt aber auch. Die Bayern selbst wissen um Soll und Haben.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Allein das Wort klingt in den Ohren der Bayern-Fans wie eine Traummelodie: Triple.

Für die Münchner ist der ganz große Triumph möglich - genauso wie das große Scheitern.

Bayern-Legende Oliver Kahn traut den Roten jedenfalls Großes zu.

"Ich sehe die Bayern auf dem Weg zu einem neuen Erfolgszyklus, auf dem Weg, auch international wieder dominant zu werden", sagte Kahn der "Bild".

Und fügte an: "Der Glaube an den ganz großen Erfolg muss wachsen."

Kahn hält Triumph für möglich

Das Erklimmen von Europas Fußballthron erscheint dem einstigen Torwart-Titan zwar "vielleicht noch zu früh, aber ich halte den Triumph trotzdem für möglich."

Kahn weiß aus seiner aktiven Zeit, was ein neuer Trainer bewirken kann.

Auch im ersten Jahr unter Ottmar Hitzfeld marschierten die Bayern 1999 ins Finale der Champions League.

Die Bayern selbst halten sich vorm Champions-League-Achtelfinale gegen Florenz (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE) mit Träumen zurück.

Vereinsrekord in Sichtweite

Der 3:1-Sieg über Borussia Dortmund bietet derweil sowohl Gründe zur Zurückhaltung als auch zum Nachdenken darüber, wie man die eigene Trophäensammlung ein wenig aufhübschen könnte.

Die Münchner siegten in der Liga zum neunten Mal in Folge, noch ein weiterer Erfolg und das Team würde den Vereinsrekord brechen.

Die Tabellenspitze ist bloß noch ein Törchen entfernt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach einem 0:1-Rückstand bogen die Münchner gegen den BVB das Spiel mit geballter Offensiv- und Willenskraft das Spiel, so dass auch Christian Nerlinger beeindruckt war.

"Wir haben es mit Louis van Gaal geschafft, eine Mannschaft zu entwickeln, die auf höchstem Niveau spielt. Das hat sie auch gegen Dortmund wieder gezeigt", stellte der Bayern-Sportdirektor zufrieden fest.

Aktuell sind die Münchner kaum zu stoppen.

Das ist auch die Beobachtung des Ex-Münchners Mats Hummels, der leicht resigniert seiner Mannschaft ein gutes Spiel bescheinigte, "aber gegen die individuelle Klasse der Bayern reicht eben nur ein sehr gutes".

Starkes Mittelfeld als Trumpf

Vor allem im Mittelfeld liegt ein Schlüssel für Bayerns Erfolg. Bastian Schweinsteiger ordnet das Spiel immer besser, während vor allem Franck Ribery und Arjen Robben nach Herzenlust wirbeln. Das zweite Bayern-Tor leitete zudem Thomas Müller mit einem Zuckerpass ein.

So weit die Habenseite der Bayern. 202540(DIASHOW: Die Bilder des 22. Spieltags)

Um die Schatten des eigenen Spiels wissen sie an der Säbener Straße genauso gut.

In der Defensive hakt es noch immer

Kapitän und Torschütze Mark van Bommel krittelte: "Wenn wir nach vorne laufen, aber nicht nach hinten und keine Ordnung da ist, wird es schwierig."

Und Philipp Lahm erklärte mit ernster Miene: "In der Champions League wird das knallhart bestraft."

Sein Nationalelfkollege Mario Gomez bewertet den Münchner Superlauf ebenso gespalten.

"Wir hätten auch höher gewinnen können", sagte er zu Sport1.de. Und wies im gleichen Atemzug darauf hin, dass das Team nun mal nicht immer zu 100 Prozent kompakt gestanden habe.

"Bayern muss höllisch aufpassen"

Den Bayern ergeht es aktuell wie einem Slalomläufer, der nach einer tollen Zwischenzeit Platz eins entgegenrast, aber immer noch stürzen kann.

Aus Sicht von Oliver Kahn muss Bayern gegen Florenz "höllisch aufpassen", dass der große Traum nicht allzu schnell zerplatzt.

"Es ist eine Verpflichtung diese Runde zu überstehen", ermahnt Kahn seine Nachfolger im Bayern-Dress.

Van Gaal nahm Tipps an

Den aktuellen Erfolg macht er an den Mechanismen im Team fest, die nun greifen würden. "Die Spieler haben verstanden, was van Gaal will und die Mannschaft hat personell ein klares Gesicht", lobt der Ex-Keeper.

Der Niederländer könne "eine ähnliche Erfolgs-Ära" wie Hitzfeld prägen.

"Entscheidend war, dass van Gaal intern ein paar Ratschläge angenommen hat. Seine robuste Art wird immer mal wieder zu Problemen führen, was ich nicht als großes Problem sehe."

Kahn: "Butt kann noch fünf Jahre weiterspielen"

Zur Torwart-Position hat Kahn eine klare Meinung.

"Wenn Jörg Butt weiter so hält, kann er noch fünf Jahre weiterspielen." Perspektiv müssen sich die Bayern allerdings laut Kahn Gedanken machen.

Ab 2011 werde der Klub versuchen, glaubt Kahn, einen neuen Keeper zu verpflichten.

Diese Pläne sind für den Rekordmeister angesichts der heißen Phase auf nationaler und internationaler Ebene noch Zukunftsmusik. Die Melodie der Champions League ist da deutlich näher.

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