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"Europa, wir näher uns" - Frankfurts Matchwinner Halil Altintop lässt sich feiern © getty

Mit seinem Last-Minute-Tor befeuert der Neuzugang die internationalen Träume. Skibbe vergisst gar eine schwache Hälfte.

Von Christian Paschwitz

Frankfurt - Nach Abpfiff und dem 2:1 (1:1) gegen den SC Freiburg mussten sie kräftig durchatmen - gleichzeitig wuchs die Freude über die näher rückende Europa-League-Teilnahme bei Eintracht Frankfurt.

"Es sieht gut aus in der Tabelle", meinte Ausgleichstorschütze Benjamin Köhler und kündigte an: "Wir wollen weiter nach oben kommen." (DATENCENTER: Ergebniss und Tabelle)

Dass Frankfurt den Anschluss an die internationalen Ränge schaffte und nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenfünften Borussia Dortmund aufweist, war letztlich aber vor allem ein Verdienst von Halil Altintop.

Erst der Neuzugang vom FC Schalke 04 sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit 202540(die Bilder) dafür, dass die Eintracht das Feld als Sieger verlassen durfte und nach dem 22. Spieltag mit 34 Punkten zudem bereits einen Zähler mehr hat als in der gesamten vergangenen Saison.

"In den ersten 30 Minuten war ich sehr unzufrieden. Wir haben es nicht geschafft, den Sieg aus Dortmund mit rüberzunehmen", meinte Michael Skibbe.

Mit dem Negativen im über weite Strecken trostlosen Kick wollte sich der Eintracht-Trainer aber nicht lang aufhalten - wie auch nicht die Eintracht-Fans unter den 39.400 Zuschauern in der Commerzbank-Arena.

Vielmehr resümierte Skibbe: "Nach der Pause war dann Feuer unterm Dach, da haben wir athletisch und technisch gut gespielt. Um so schöner ist es, dass uns kurz vor Schluss das Siegtor gelungen ist."

Köhlers toller Freistoß

Und Köhler, der die Freiburger Führung durch Papiss Demba Cisse (25.) noch vor der Pause (40.) mit einem sehenswerten Freistoß egalisiert hatte, ergänzte: "Dass wir in der 90. Minute das Tor machen, ist zwar glücklich. Doch momentan läuft es einfach gut für uns."

Dabei hatte es nach dem Rückstand noch übel ausgesehen: Keeper Oka Nikolov leistete sich einen katastrophalen Schnitzer, als er eine Flanke des Ex-Frankfurters Du-Ri Cha direkt vor Cisses Füße fallen ließ.

Der Senegalese nutzte den Patzer zu seinem ersten Bundesliga-Tor.

Ganz schwache zweite Hälfte

Nach Köhlers Ausgleich verflachte das Match in Hälfte zwei zusehends, spielerische Höhepunkte waren handverlesen.

Ein Schuss des eingewechselten Caio ans Lattenkreuz (64.), der wie Aluminium traf, zählte noch zum Prickelndsten. Freiburg verlegte sich halbherzig aufs Kontern.

Als sich beide Teams bereits mit dem Remis abgefunden zu haben schienen, stellte Altintop unmittelbar vor Abpfiff das Match völlig auf den Kopf.

Dem Siegtor des türkischen Nationalspielers, das die Eintracht mit 34 Zählern weiter auf Rang sieben hält, war ein langer Ball von Maik Franz vorausgegangen.

Freiburg verpasst Chance nach oben

Während die Hessen danach feierten, haderten die Breisgauer darüber, einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf verpasst zu haben.

Mehr noch: Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt wartet seit nunmehr acht Spielen auf einen Sieg, hat lediglich zwei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Allerdings zürnte Robin Dutt zunächst weniger über die eigenen Unzulänglichkeiten bei Altintops Treffer, sondern vor allem über Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover: "Der Freistoß vor dem 1:1-Ausgleich war für mich eine klare Fehlentscheidung", beschwerte sich der Trainer.

Dutt-Schelte auf den Referee

Immerhin räumte Dutt noch ein: "In der zweiten Halbzeit haben wir dann schlecht gespielt. Beim Gegentreffer waren wir auch noch ungeordnet. Das darf kurz vor Schluss einfach nicht passieren."

In der nächsten Woche stehen die Freiburger gegen Schlusslicht Hertha BSC nun mehr denn je unter Druck: "Das sind Spiele, die man tatsächlich gewinnen muss", so Dutt.

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