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Halil Altintop (l.) trifft in letzter Minute gegen Freibrug. Toprak kommt zu spät © getty

Der Stürmer rettet mit seinem Last-Minute-Tor den Sieg gegen Freiburg. Die Hessen halten den Anschluss. Nun stehen aber schwere Spiele an.

Frankfurt/Main - Nach seinem Last-Minute-Treffer und Tor-Debüt für Eintracht Frankfurt suchte Halil Altintop nach der passenden Beschreibung für seine Glücksgefühle.

"Das ist wundervoll, einfach geil", sagte der Winter-Neuzugang der Hessen und fügte nach dem 2:1 (1:1) gegen den SC Freiburg hinzu:

"Das Team ist intakt, wenn wir so weiter machen, können wir noch einiges reißen."(DATENCENTER: Ergebniss und Tabelle)

Das Wort "Europa" klammerte Altintop aus, stattdessen legte ausgerechnet der sonst besonnene Vorstandsboss Heribert Bruchhagen nach dem Höhenflug seine Zurückhaltung ab.

Bruchhagen: "Erfolg hat eine Eigendynamik"

"Es wäre unnatürlich, wenn wir jetzt nicht ein bisschen nach oben schielen würden. Im Sport ist es nicht selten, dass eine Mannschaft außerordentlich überrascht. Erfolg hat eine Eigendynamik", sagte Bruchhagen.

Altintop zollte er ein Sonderlob: "Er ist eine Waffe." 202540(die Bilder)

Bruchhagen machte aus seiner Genugtuung keinen Hehl. "Bis vor einigen Wochen wurde hier doch nur über Transfertheater gesprochen", meinte der 61-Jährige.

Gegen Freiburg führte ausgerechnet der vom Ligakonkurrenten ablösefrei verpflichtete Altintop die Eintracht mit seinem Tor bis auf zwei Punkte an einen Europacup-Platz heran.

Altintop eiskalt im Schneegestöber

"Ich war heiß auf mein erstes Tor für die Eintracht. Vor der Pause habe ich den Pfosten getroffen, da habe ich mir vorgenommen, bei der nächsten Chance ruhiger und konzentrierter zu sein", erklärte Altintop.

Sein Vorhaben setzte der 27 Jahre alte Türke im Schneegestöber eiskalt um.

Nach einer Kopfballverlängerung von Alexander Meier eroberte sich Altintop den Ball, lupfte ihn über Freiburgs Torhüter Simon Pouplin zum 2:1-Endstand ins Tor und beendete zugleich die Ladehemmung im Frankfurter Sturm.

Es war der erste Treffer eines Eintracht-Angreifers seit 1236 Minuten.

Schwere Spiele stehen an

Mit Blick auf die kommenden schweren Aufgaben beim Hamburger SV und dem VfB Stuttgart sowie dem Heimspiel gegen Schalke 04 bleibt die Eintracht aber abwartend.

"Danach wissen wir, wo wir stehen", sagte Bruchhagen.

Trainer Michael Skibbe meinte: "Ich verbiete meinen Spielern nicht das Träumen, solange es die Leistung fördert. Aber es bringt nichts, darüber zu spekulieren, was in ein paar Wochen ist."

Cisse trotz Premieren-Treffer traurig

Während sich Altintop bei der Eintracht feiern ließ, war Freiburgs Neuzugang Papiss Cisse nach seinem ersten Ligator traurig.

"Mein Tor hat keinen Wert, weil wir am Ende verloren haben", sagte der Senegalese, der einen schweren Fehler von Eintracht-Schlussmann Oka Nikolov (25.) zur 1:0-Führung der Gäste ausgenutzt hatte.

Dutt hadert mit dem Schiedsrichter

Coach Robin Dutt haderte nach dem verpassten Befreiungsschlag im Abstiegskampf sowohl mit der Entscheidung von Schiedsrichter Babak Rafati (Hannover) vor dem Ausgleich zum 1:1 durch Benjamin Köhler (40.) als auch mit der Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit.

"Der Freistoß, der zum 1:1 geführt hat, war eine klare Fehlentscheidung", sagte Dutt, sparte aber auch nicht mit Kritik an seinen Spielern:

"Die zweite Halbzeit war schlecht, und kurz vor Schluss darf einfach die Ordnung nicht so verloren gehen."

Freiburg vor richtungweisenden Spielen

Für die Breisgauer sind die nächsten Spiele gegen Schlusslicht Hertha BSC Berlin, bei Borussia Mönchengladbach und gegen Hannover 96 im Kampf um den Klassenerhalt richtungweisend.

"Bislang haben wir es immer geschafft, uns über dem Strich zu halten", sagte Dutt:

"Ich hoffe, dass uns das weiterhin gelingt."

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