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Haben sich wieder lieb: Franck Ribery (r.) und Trainer Louis van Gaal © imago

Pünktlich zum Champions-League-Achtelfinale gegen Florenz ist Franck Ribery zurück in der Bayern-Startelf. Hält die Siegesserie?

Von Tobias Hlusiak

München - Karneval heißt in München Fasching und wird an diesem Dienstag mit großem Tamtam auf dem Viktualienmarkt gefeiert. Auch an der Säbener Straße herrscht Partystimmung.

Ob Liga, DFB Pokal oder Champions League, der Rekordmeister kommt aus dem Wiegeschritt gar nicht mehr heraus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Neun Bundesligasiege in Folge. Zwölf sind es, nimmt man alle drei Hochzeiten zusammen, auf denen der FC Bayern München in diesen Tagen tanzt.

Ribery mit starkem Comeback

Nun ist - zu allem Überfluss für die Konkurrenz - auch noch der Chef-Animateur der letzten Jahre wieder ein bedeutender Teil des bajuwarischen Angriffwirbels.

Franck Ribery stand beim 6:2 im Pokal gegen Fürth und beim 3:1-Sieg über Borussia Dortmundin der Startelf, spielte jeweils gut 70 Minuten.

Ein Tor gegen den Zweitligisten, zwei Vorlagen gegen den BVB steigern Selbstbewusstsein und Laune: "Es ist ein tolles Gefühl, wieder richtig dabei zu sein, ich habe wieder den Spaß am Fußball gewonnen", schwärmt der Franzose in einem Interview mit der "tz".

Gleichzeitig gibt er aber zu bedenken, dass er "noch nicht wieder auf seinem besten Niveau angekommen" sei.

Hinspiel gegen Florenz

Ob man diese Worte in Florenz gerne vernimmt, ist mehr als fraglich.

Die dort beheimatete Fiorentina ist am Mittwoch (ab 20.15 Uhr LIVE) zu Gast in der Allianz Arena und hatte bis vor wenigen Wochen in Arjen Robben nur einen Teil der Münchner Flügelzange auf der Rechnung.

"Müssen diese Abwehr knacken"

Nun ist die Verwandlung von Alleinunterhalter Robben zu "Robbery" in vollem Gange und könnte gegen die Italiener ihren Höhepunkt erreichen.

Um im Achtelfinal-Hinspiel den Grundstein fürs Weiterkommen zu legen, wird dies auch nötig sein. "Florenz wird hinten mauern. Sie spielen taktisch sehr clever", wagt Feingeist Ribery einen Ausblick.

"Aber wir müssen diese Abwehr knacken, da wir unbedingt ein positives Ergebnis erzielen wollen."

Dabei wird wahrscheinlich auch Miroslav Klose helfen können. Der Stürmer hat nach überstandenen Sprunggelenksproblemen das Training wieder aufgenommen und wird wohl in den Kader rücken.

Probleme in der Bayern-Defensive

Bei aller offensiven Euphorie tut sich vor dem Duell mit den Italienern aber ein Problemfeld auf, das schon fast in Vergessenheit geraten war. In der Hintermannschaft drückt der bayrische Tanzschuh gewaltig.

"Vorne nutzen wir unsere Möglichkeiten, aber hinten lassen wir zu viel zu. Da müssen wir kritisch mit umgehen und besser werden", mahnt Torhüter Jörg Butt.

Gerade beim 3:1-Sieg gegen Dortmund konnte sich der Keeper über mangelnde Arbeit nicht beschweren. Dass der Tabellenfünfte nur einmal traf, lag allein an dessen mangelnder Kaltschnäuzigkeit und der starken Leistung von Butt. 202540(DIASHOW: Die Bilder des 22. Spieltags)

"Wir lassen hinten zu viel zu."In der Champions League wird das knallhart bestraft." , warnt auch Rechtsverteidiger Philipp Lahm.

"Spielen nicht gegen elf Hütchen"

Sogar Mario Gomez, der das Geschehen in und am eigenen Strafraum aus stattlicher Entfernung verfolgt, hat die Problematik erkannt:

"Bei allem Können und Spielfluss, den wir im Moment zeigen, darf man nicht vergessen, dass wir nicht gegen elf Hütchen spielen", sagte der Stürmer gegenüber Sport1.de.

Florenz nicht zu unterschätzen

Besonders die Offensive der Italiener hat diese Bezeichnung mitnichten verdient. AC-Trainer Cesare Prandelli verfügt in vorderer Linie über talentierte Youngster wie Riccardo Montolivio und Keirrison.

Verzichten muss er aber auf Innenverteidiger Alessandro Gamberini (Schulterverletzung).

Hinter dem Einsatz von Mittelfeldspieler Mario Santana steht wegen muskulärer Probleme an der Wade noch ein Fragezeichen.

Außerdem wird es die Innenverteidigung der Bayern mit Weltmeister Alberto Gilardino aufnehmen müssen.

Gute Erinnerungen

Trotz der Dopingsperre gegen Adrian Mutu sind die "lilafarbenen" auswärts immer für ein Tor gut. Dies bewiesen sie zuletzt am finalen Spieltag der Gruppenphase als Florenz den großen FC Liverpool an der Anfield Road mit 2:1 bezwang.

Der letzte Auftritt der Fiorentina in München ging allerdings schief: 0:3 verloren die Italiener in der Gruppenphase der Saison 2008/09.

Die Vorzeichen sind also gut, was ein vorzeigbares Hinspielergebnis für den deutschen Rekordmeister angeht. Die nächste große Party in rot steht an.

Oder reißt die Siegesserie doch im verflixten 13. Spiel? Dann würde bei Robbery und Co. am Mittwochabend nur Stehblues getanzt.

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