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Jörg Butt bestritt bisher 351 Bundesligaspiele für den HSV, Leverkusen und Bayern © getty

Butt erhält bei den Münchnern einen neuen Vertrag bis 2011. Torwart und Verein freuen sich über die weitere Zusammenarbeit.

Von Christian Stüwe

München - Am Anfang war es nicht viel mehr als eine Zweckgemeinschaft, doch die Zuneigung zwischen Torwart Jörg Butt und dem FC Bayern wurde größer und größer.

Und nun geht die Beziehung in die nächste Runde. Die Bayern verlängerten am Dienstag den Vertrag des Torwarts um ein weiteres Jahr bis 2011.

"Ich bin sehr zufrieden beim FC Bayern", sagte der 35-Jährige: "Ich freue mich auf die Fortsetzung meiner erfolgreichen Zeit in München."

Auch Karl-Heinz Rummenigge stellte gutgelaunt fest: "Wir sind mit Jörgs Leistungen sehr zufrieden, und wir freuen uns, dass er dem FC Bayern eine zusätzliche Saison zur Verfügung steht."

Große Ziele in der aktuellen Saison

Auch ein Engagement über 2011 hinaus schloss der "Oldie" nicht aus.

"Das ist durchaus möglich, aber es war mein Wunsch, für ein Jahr zu verlängern. Im Fußball kann immer sehr viel passieren und ich konzentriere mich jetzt auf dieses eine Jahr", sagte Butt, "und dann wird man sehen, wie es läuft und man kann weitere Entscheidungen treffen."

Für die aktuelle Saison hat sich der gebürtige Oldenburger einiges vorgenommen: "Ich glaube, wir haben eine tolle Zeit vor uns und haben auch das Potenzial, noch stärker zu werden."

Nicht nur national, auch in der Champions League könne der Rekordmeister "sicherlich eine gute Rolle spielen", hofft der Keeper. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wichtiger Elfmeter in Turin

Im Herbst seiner Karriere erlebt Butt seinen zweiten Frühling. Der bisherige Höhepunkt seiner Zeit beim FC Bayern war das abschließende Gruppenspiel der Champions League bei Juventus Turin.

Butt behielt die Nerven, verwandelte einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen Ausgleich und brachte die Bayern auf die Siegerstraße in einem Spiel, das als Wendepunkt in einer bis dahin mäßig erfolgreichen Saison angesehen wird.

Volles Vertrauen von der Mannschaft

Kein Wunder also, dass Butt in der Mannschaft vollstes Vertrauen genießt. Nicht nur aufgrund seiner Fähigkeiten als Strafstoßschütze.

"Wir können uns hundertprozentig auf unseren Torhüter verlassen", sagt Stürmer Mario Gomez im Sport1.de-Interview: "Er ist super drauf. Es ist gut zu wissen, falls doch mal einer durchkommt, dass Jörg Butt da ist."

Dabei sah es am Anfang gar nicht danach aus, als ob es Butt bei den Münchnern auf viele Einsätze bringen würde.

Als Backup für Rensing geholt

Bei Benfica Lissabon saß der erfahrene Torwart meist auf der Bank, als 2008 das Angebot der Bayern kam, als eine Art Backup hinter Rensing zu fungieren, der als Nachfolger Oliver Kahns aufgebaut werden sollte.

Doch Butt, der zunächst den loyalen Ersatzmann gab, setzte sich durch. Rensing hingegen soll den Rekordmeister zum Saisonende verlassen.

Immer wieder tauchten in den Medien neue Torhüter-Namen für den FC Bayern auf. Manuel Neuer, Rene Adler und jede Menge internationale Ballfänger wurden genannt.

Doch die Rufe sind leiser geworden. Und nun scheint Bayern mit Butt als Nummer eins auch für die nächste Saison zu planen.

Nachrücker für Südafrika?

Und selbst ein Comeback in der Nationalmannschaft scheint nicht mehr völlig ausgeschlossen.

Sollte sich einer der gesetzten Torhüter Neuer, Adler oder Tim Wiese verletzen, wäre Butt sicherlich einer der ersten Nachrücker für die Weltmeisterschaft in Südafrika.

"Das wäre interessant. Ich würde mich nicht wehren", sagte Butt zum Thema.

Drei Länderspiele stehen bisher für Butt zu Buche. Das weitere hinzukommen, schien eigentlich ausgeschlossen.

Doch im verrückten Karriereherbst des Jörg Butt scheint fast alles möglich.

Beim FC Bayern ist aus der Zweckgemeinschaft längst ein Erfolgsmodell geworden.

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