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Urs Siegenthaler spielte zu seiner aktiven Zeit für den FC Basel und die Young Boys Bern © imago

Die Nachfolge von Dietmar Beiersdorfer ist geklärt. HSV-Vorsitzender Becker ist voll des Lobes und freut sich auf den Schweizer.

Hamburg - Urs Siegenthaler wird neuer Sportchef beim Bundesligisten Hamburger SV.

Am Dienstagabend stimmte der Aufsichtsrat des Vereins der Berufung des 62 Jahre alten Schweizers zu.

Siegenthaler wird sein Amt bei den Hanseaten am 1. August 2010 antreten. Er erhält einen Drei-Jahres-Vertrag bis 30. Juni 2013.

Damit endete die Suche nach einem Nachfolger für Dietmar Beiersdorfer, dessen Vertrag nach Differenzen mit Klubboss Bernd Hoffmann am 23. Juni 2009 aufgelöst worden war.

"Die Perspektive hat mich sofort fasziniert"

Siegenthaler arbeitet seit Mai 2005 als "Chefspion" der Nationalmannschaft für den DFB.

Diese Tätigkeit wird er noch bis einschließlich der Weltmeisterschaft im Sommer in Südafrika fortführen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Perspektive, meine Vorstellungen und Erfahrungen einmal bei einem Bundesligaverein - noch dazu bei einem so traditionsreichen wie dem HSV - einbringen zu dürfen, hat mich sofort fasziniert", sagte Siegenthaler.

Neuorganisation des Nachwuchsbereiches

Aufsichtsrats-Chef Horst Becker war voll des Lobes: "Wir haben in Urs Siegenthaler den idealen Sportlichen Leiter für den HSV gefunden. Er ist als Spielanalytiker hoch geachtet, verfügt nach seiner langjährigen Karriere als Profi, Trainer und Unternehmer über enorme Erfahrung auf unterschiedlichen Ebenen sowie über internationale Kontakte und hat seine Teamfähigkeit beim DFB unter Beweis gestellt."

Siegenthalers Aufgabe beim HSV soll die Neuorganisation des Nachwuchsbereiches sein, er soll eine Spiel-Philosophie mitentwickeln und durch seine Vernetzung im internationalen Fußball auch Stars und Talente entdecken und zum HSV lotsen.

Weiterhin wird er sicherlich auch wesentlich bei der Gegnerbeobachtung und -Analyse mitarbeiten.

Lob von Ottmar Hitzfeld

"Urs Siegenthaler besitzt erstklassige Kenntnisse über den internationalen Spielermarkt. Für eine Sportchef-Rolle ist genau diese Vernetzung sehr wichtig. Er wäre bestimmt eine gute Wahl für den HSV", erklärte der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld, der einst mit Siegenthaler in Basel zusammengespielt hat.

Nationalspieler Marcell Jansen kennt Siegenthalers Arbeitsweise aus eigener Erfahrung: "Seine Analysen sind super, Urs ist ein sehr positiver Mensch, der seine Arbeit extrem genau und gut macht".

Verpflichtung lange geplant

Seit Wochen hatte der HSV hinter den Kulissen seinen "Transfercoup" in der Führungsebene vorbereitet.

"Siegenthaler hat mich schon vor längerer Zeit angesprochen", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, "wir freuen uns, wenn Kräfte, die wir in der Nationalmannschaft installiert haben, bei Bundesligisten auf Interesse stoßen. Wir haben Siegenthaler die freie Wahl der Entscheidung gelassen - unter der Voraussetzung, dass er bis nach der WM zur Verfügung steht."

Aufbruch zu neuen Ufern

Jetzt sucht er offenbar eine neue Herausforderung.

Gleichzeitig verlässt damit das erste prominente Mitglied aus dem Funktionsteam um Bundestrainer Joachim Löw und Bierhoff den DFB.

Dabei hatte Löw im Streit um seine Vertragsverlängerung noch am 8. Februar erklärt: "Wir haben gesagt, dass wir nur alle gemeinsam verlängern - das gilt auch für Hansi Flick, Andi Köpke und Urs Siegenthaler."

Globetrotter in Sachen Fußball

Seit dem 13. Mai 2005 ist Siegenthaler für den DFB in der ganzen Welt unterwegs.

Er beobachtet die Mannschaften, auf die Deutschland trifft.

Der ehemalige Profi des FC Basel und der Young Boys Bern gilt als einer der besten Analytiker überhaupt.

1978 erwarb Siegenthaler sein Trainer-Diplom an der Sporthochschule in Köln, der frühere Abwehrspieler war auch schon Co-Trainer der Nationalmannschaft der Schweiz.

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