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Nürnbergs Defensiv-Duo Andreas Ottl (l.) und Breno ist nur von Bayern ausgeliehen © getty

Gegen Bayern soll Nürnberg der Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelingen. Beim Club steht ausgerechnet ein Münchner-Duo im Fokus.

Von Daniel Rathjen

München - Im Theater-Jargon gesprochen waren sie beim FC Bayern lediglich Statisten. Männer im Hintergrund, ohne große Wirkung.

Doch Andreas Ottl und Breno sind ausgeliehen an den 1. FC Nürnberg. Und jetzt stehen sie plötzlich im Rampenlicht.

Am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) treffen sie mit dem Club auf ihren Arbeitgeber. Für beide ist es ein Treffen mit der Vergangenheit und vielleicht auch ihrer Zukunft.

Ottl und Breno besitzen ab Sommer einen Anschlussvertrag bei den Bayern - Ottl bis 2011, Breno ein Jahr länger.

"Ein besonderes Spiel für mich"

In der Gegenwart sind sie die Hoffnungsträger im Abstiegskampf und froh darüber, denn sie sind momentan froh über jede Art von Spielpraxis. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ottl im defensiven Mittelfeld, Breno in der Innenverteidigung. Um einen Platz in der Startelf müssen sie sich beim Tabellenvorletzten keine Sorgen machen. Beim üblichen Geplänkel vor dem Spiel geben sich die Protagonisten smart.

"Ich bin seit 1996 bei den Bayern. Natürlich ist das ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich kenne dort alle Spieler und Verantwortliche. Aber jetzt bin ich beim Club angestellt. Nur darauf konzentriere ich mich", sagt Ottl.

Hecking-Lob für Breno

"Kämpfen kratzen, beißen", gibt er als Parole für das Spiel aus.

Breno ergänzt kess: "München hat ein Weltklasseteam. Aber wir können gewinnen und darüber wäre ich glücklich. Was die Bayern-Fans dann von mir denken, ist mir egal."

Gerade der 20-jährige Brasilianer erhielt durch seinen Wechsel einen Schub. Laut Club-Coach Dieter Hecking wirke er unglaublich stabil.

Club muss ans Leistungslimit

"Breno macht kaum Fehler, wird dank der Spielpraxis noch stärker. Man kann schon sehen, warum ihn die Bayern geholt haben", lobt er.

"Beide haben die Situation so angenommen, wie wir es uns im Vorfeld erhofft haben, und gezeigt, dass sie uns weiterbringen", fügt Hecking an.

Ansonsten forderte der Trainer vor dem 180. fränkisch-bayerischen Derby von seinem Team ein Spiel "am Leistungslitmit, damit wir den Bayern nicht nur Paroli bieten, sondern ihnen auch weh tun können".

Spionage vor dem Bayern-Derby

Dass Nürnberg derzeit Vorletzter ist, während die seit 13 Pflichtspielen siegreichen Bayern nur ein Tor hinter Spitzenreiter Leverkusen liegen, lässt er nicht als Ausrede gelten.

Für den 45-Jährigen sind die Bayern zwar klarer Favorit auf den Titel, eine Niederlage könne man aber sich trotzdem nicht leisten: "Wir müssen punkten - egal, gegen wen."

Hecking überzeugte sich am Mittwoch beim 2:1 der Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den AC Florenz zusammen mit Sportdirektor Martin Bader persönlich von der Verfassung des Gegners und machte Schwachstellen aus.

Doppeln gegen Flügelzange

"Defensiv haben sie momentan ein paar Problemchen", sagte er. Diese gelte es zu nutzen.

"Wenn wir uns schon vorher in die Hose machen, brauchen wir gar nicht aufzulaufen", sagte der Ex-Profi.

Vor Franck Ribery müssen die Franken schon mal keine Angst haben. Der Franzose fällt mit einer Fußverletzung aus.

Zugute könnte den Nürnbergern ebenfalls kommen, dass die Münchner in der Abwehr umstellen müssen.

Van Buyten fällt aus

Daniel van Buyten fehlt aufgrund einer Wadenprellung. Für ihn wird Holger Badstuber in die Bresche springen.

Wer dann die Position des linken Verteidigers übernimmt, ist noch offen. Kandidaten wären Youngster Diego Contento, der schon gegen Florenz ran durfte, oder Danijel Pranjic.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge machte den Nürnbergern allerdings wenig Hoffnung auf eine Sensation.

"Wir können keine Nachbarschaftsgeschenke verteilen", sagte er: "Wir brauchen jeden Punkt und jedes Tor, auch wenn zwei Spieler in Nürnberg sind, die wir sehr mögen."

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