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Manuel Neuer spielte in 22 Saisonspielen mit Schalke 12 Mal zu Null © imago

Vor Felix Magaths Rückkehr nach Wolfsburg erklärt Torwart Manuel Neuer bei Sport1.de das Geheimnis des Schalke-Coachs.

Von Christian Stüwe

München - Der FC Schalke 04 ist wohl das Überraschungsteam der aktuellen Saison.

Heimlich, still und leise haben sich die Gelsenkirchener auf den Spitzenrängen der Tabelle festgebissen.

Platz drei in der Liga, nur drei Punkte Rückstand zum Tabellenersten und zuletzt sechs Heimspiele ohne Gegentor. Die Zahlen sind beeindruckend (DATENCENTER: Ergebniss und Tabelle).

Der unbestrittene Vater des Erfolgs ist Felix Magath. Der Meistertrainer kam vor der Saison aus Wolfsburg, seitdem läuft es rund. Nun kehrt Magath mit seiner neuen Mannschaft als Favorit zu den "Wölfen" (So., ab 17.15 Uhr LIVE) zurück.

Die kriseln ohne ihn, während Schalke mit ihm aufblüht. Magath scheint den Erfolg mittlerweile magnetisch anzuziehen. Aber wie macht er das? 202540(DIASHOW: Felix Magaths Karriere)

Trainingspensum als größte Veränderung

Harte Arbeit, meint Torwart Manuel Neuer bei Sport1.de. "Die größte Veränderung ist das Trainingspensum", sagt Neuer: "Durch die Verbesserungen im Kraft- und Konditionsbereich können wir jetzt in der zweiten Halbzeit noch mal nachlegen."

Magath hat den Schalkern außerdem das gegeben, was ihnen in den letzten Jahren vielleicht am meisten abging: eine klare Spielphilosophie.

Mit jungen, größtenteils unbekannten Spielern, formte er eine kampfstarke Mannschaft, die eher Fußball arbeitet, als zu glänzen.

Und auch im turbulenten Umfeld der Königsblauen ist in Abwesenheit teurer und launischer Stars Ruhe eingekehrt. Wo seine Vorgänger ständig mit Querschüssen kämpften, kann Magath als Trainermanager mit seinem importierten Stab an Vertrauten ungestört seine Linie verfolgen.

Mit Erfolg: Der einstige "Meister der Herzen" scheint zum Meister des Ergebnisfußballs geworden zu sein.

Neuer: Das Ergebnis zählt

Ganz nebenbei bedient Magath damit die Ur-Schalker Tugenden. Neuer, von Kindesbeinen an Schalke-Fan und von Magath als unverzichtbare Identifikationsfigur geadelt, kann sich mit dem neuen Spielstil und der Arbeitsweise auf Schalke auf jeden Fall anfreunden.

"Als Schalke-Fan war ich immer glücklich, wenn wir gewonnen haben", sagt der Nationaltorwart.

"Nach dem Spiel hat man sich in der Straßenbahn auch darüber unterhalten, wie die Spielweise war", so Neuer weiter: "Aber am anderen Tag hat mich nicht interessiert, was in der Zeitung steht, sondern nur noch wie das Ergebnis war. Das wäre für mich als Fans wichtig."

Magath etabliert Youngster in der Liga

Und die Ergebnisse stimmen. Ohne großes Aufsehen hat Magath die Mannschaft nach oben geführt und ganz nebenbei vorherige No-Names wie Lukas Schmitz, Christoph Moritz oder Joel Matip in der Bundesliga etabliert.

Sie stehen für den neuen Schalker Fußball, Neuer ist das mit seinen 23 Jahren schon fast ein Alteingesessener.

"Unsere jungen Spieler sind sehr wissbegierig. Sie erwarten natürlich von mir als mittlerweile erfahrenerem Spieler, dass ich ihnen helfe", sagt der Keeper.

Neuer hält Titel bis 2012 für möglich

In diesem Jahr glaubt Neuer noch nicht an den Titel in der Liga, da die Erfahrung noch fehle. Dass es in den zwei verbleibenden Jahren seiner Vertragslaufzeit möglich ist, glaubt der Torwart aber "auf jeden Fall".

"Die jungen Spieler werden weiter Erfahrung sammeln und sich mit Sicherheit nicht verschlechtern. Dadurch wird unsers Mannschaft noch besser", sagt Neuer.

Magath: "Spiel nach vorne steigerungsfähig"

Aber Magath wäre nicht Magath, würde er sich auf dem bisher Erreichten ausruhen.

Der 56-Jährige, der in Wolfsburg effektiven Offensivfußball spielen ließ, will auch auf Schalke Angriffsfußball etablieren.

Wie Magath anfangs immer wieder im harschen Ton den fehlenden Offensivgeist in seinem Team kritisierte, ist noch in bester Erinnerung.

"Unser Spiel nach vorne ist noch steigerungsfähig", sagt Magath auch jetzt noch: "Allerdings nutzen wir derzeit unsere wenigen Chancen sehr gut. Ganz strukturiert ist unser Offensivspiel aber noch nicht."

Zehner gesucht

Am Sturmduo Kevin Kuranyi und Jefferson Farfan liegt es nicht, das ist unter Magath aufgeblüht.

Was hingegen fehlt, ist ein echter Zehner, der im Mittelfeld für die nötige Kreativität sorgt.

Selbst Magath war bisher noch nicht in der Lage, auf dieser Stelle die passende Lösung zu präsentieren. Sowohl Ivan Rakitic wie auch Alexander Baumjohann konnte die Rolle bisher nicht ausfüllen.

So lange bis der Zehner gefunden ist, müssen die Schalker Fans wohl noch auf ein Offensivfeuerwerk verzichten.

Aber wenn auch so ein Champions-League-Platz herausspringen sollte, dürfte ihnen das letztlich egal sein.

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