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Dietmar Hopp (M.) und Ralf Rangnick nach dem Aufstieg in die Bundesliga © getty

Nach Hoffenheims Tabellenführung stellten sich Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp und Manager Jan Schindelmeiser im DSF-Doppelpass.

München - Am Samstag war Dietmar Hopp der Überbringer der guten Nachricht.

"Er hat uns zum Sieg gratuliert und uns gesagt, dass wir Tabellenführer sind", berichtete Abwehrspieler Matthias Jaissle nach dem 2:1 der TSG Hoffenheim über Eintracht Frankfurt.

Am Sonntag dann stellte sich der Mäzen des Bundesliga-Aufsteigers ebenso wie Manager Jan Schindelmeiser im DSF-Doppelpass.

Dietmar Hopp über...

den starken Saisonstart:

Die Entwicklung kommt sehr überraschend. Wir haben es uns so gewünscht, als wir im letzten Jahr in neue, junge Spieler investiert haben. Dass die sich so schnell entwickeln, haben wir nicht gedacht.

Und dass wir dem Plan voraus sind, beweist die Tatsache, dass wir noch nicht im eigenen Stadion spielen. Das wird erst im Januar 2009 fertig sein."

die Anfeindungen gegnerischer Fans:

"Ich habe den Eindruck, dass ich als Stellvertreter der Kommerzialisierung des Fußballs bekämpft werde. Aber als die Kommerzialisierung des Fußballs begonnen hat, war Hoffenheim noch in der Oberliga.

Also: Ich habe sie nicht erfunden. Ich habe auch nicht die VIP-Plätze erfunden. Aber wer soll denn die Spieler finanzieren? Die Einnahmen der Klubs kommen nun mal von Sponsoren."

seine Anzeige wegen Beleidigung nach dem Spiel gegen Dortmund:

"Ich habe mir ein ganzes Jahr lang Obszönitäten und Beleidigungen angehört. Wir haben nichts gesagt. Dann kam es soweit, dass beim Dortmund-Spiel Gewaltaufrufe laut wurden. Wir haben die Polizei nicht gebeten, den Mann festzunehmen. Das hat die Polizei gemacht, weil wir in einem Rechtsstaat leben. Da geht so etwas nicht.

Wir haben erwartet, dass der junge Mann sich entschuldigt. Die Gelegenheit hat er immer noch. Wenn er das tut, dann werden wir die Anzeige zurückziehen."

den Vorwurf, die TSG hätte durch Hopps Unterstützung einen Wettbewerbsvorteil:

"Ist denn da ein Unterschied zwischen dem, was wir machen und der Lösung, sich über einen Fonds, oder den Aktienmarkt das Geld zu holen? Tatsache ist doch: Die Vereine brauchen das Geld, um attraktiven Fußball zu spielen. In meinem Fall ist das so, dass ich das mit meinem privaten mache. Mit vollem Risiko.

Allerdings mit der absolut festen Überzeugung und dem Ziel, dass wir in absehbarer Zeit in den schwarzen Zahlen sind und dass der Verein unabhängig von mir wird. Unsere Sponsorenstruktur ist schon in diesem Jahr mindestens Mittelmaß in der Bundesliga. Und das ist für einen so jungen Verein schon eine ganze Menge."

Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser über...

die sportlichen Ziele in Hoffenheim:

"Wir sind glücklich, wenn wir uns in diesem Jahr in der ersten Liga etablieren können. Das wird schwer genug werden - völlig unabhängig vom aktuellen Tabellenbild. Jetzt lassen sie uns doch erstmal dieses Jahr eine vernünftige Rolle spielen. Was dann weiter kommt, das sehen wir dann."

den Verlust von Leistungsträgern an europäische Top-Klubs:

"Wenn sich unsere Spieler so weiterentwickeln wie im Augenblick und es in den nächsten ein, zwei, drei Jahren tatsächlich Anfragen von Top-Klubs aus Europa geben sollte, dann müssen wir damit rechnen, dass unsere besten Spieler gehen - völlig klar.

Unsere Aufgabe ist es doch, zu antizipieren, wann das der Fall sein könnte und dann schon im Vorfeld die Spieler zu haben, die dann in die Fußstapfen derer treten, die gehen."

den Vergleich zu Mit-Aufsteiger Mönchengladbach:

"Gladbach hat die Zweite Liga im vergangenen Jahr fast dominiert und über weite Strecken auch richtig guten Fußball gespielt. Ich denke, dass hängt schon auch mit dem Saisonstart zusammen.

Das können wir als Privileg für uns vereinnahmen: In den ersten Spielen erfolgreich gewesen zu sein, hat unsere Entwicklung wesentlich vereinfacht. Wenn, wie in Gladbach, die Leistungen nicht stimmen, die Fans unzufrieden sind und sich daraus eine Eigendynamik entwickelt, dann ist das schwer zu stoppen.

Vor allem auch bei der Erwartungshaltung, die in Gladbach häufig höher ist, als das, was die Mannschaft zu leisten vermag."

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