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Eines von vielen Handspielen: Filip Daems (r.) gegen Vedad Ibisevic © imago

Viele strittige Szenen im Freitagsspiel zwischen Hoffenheim und Gladbach befeuern die Diskussion um den TV-Beweis.

Sinsheim - Zwei umstrittene Handelfmeter, ein vermeintliches Abseitstor und endlose Diskussionen: Nach dem kuriosen "Handball-Festival" von Sinsheim folgte die Forderung nach dem TV-Beweis auf dem Fuße.

"Ich weiß nicht, warum sich der Fußball davor immer noch verschließt. Stattdessen gibt es einen vierten Offiziellen, der sich damit beschäftigt, ob ein Trainer aufspringt", erklärte Coach Ralf Rangnick von 1899 Hoffenheim nach dem 2:2 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach.

Die Aufholjagd der kriselnden Hoffenheimer nach einem 0:2-Rückstand war im Anschluss an das turbulente Flutlichtspiel nur ein Randaspekt.

Vielmehr redeten sich die Protagonisten in den Stadionkatakomben die Köpfe über die vielen strittigen Hand-Szenen heiß.

Eichner: "Diese Regel ist diffus"

"Diese Regel ist diffus. Am besten man pfeift immer, wenn der Ball an die Hand geht. Egal, ob es Absicht war oder nicht", meinte Hoffenheims Abwehrspieler Christian Eichner.

Er fügte süffisant hinzu: "Dann würden einigen Stammtischen aber die Themen ausgehen."

Gleich fünf Situationen, von denen drei zu Toren führten, erhitzten die Gemüter. Zunächst spielte Hoffenheims Kapitän Per Nilsson den Ball ohne Bedrängnis mit dem linken Arm.

Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) entschied auf Elfmeter, obwohl die Szene sich vor dem Strafraum abgespielt hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Elfmeter, aber keine Rote Karte

"Nilsson war letzter Mann und vereitelt eine hundertprozentige Torchance. Deshalb war die Entscheidung richtig", erklärte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck die Vorgeschichte zur Gästeführung durch Filip Daems (31.).

Die Rote Karte ließ Stark allerdings stecken. "Das wäre auch noch die Krönung gewesen. Zumal es kein Elfer war", schimpfte Rangnick.

Colautti in abseitsverdächtiger Position

Auch der zweite Borussen-Treffer durch Roberto Colautti (51.) bot Diskussionsstoff. Nach Flanke von Tobias Levels köpfte Raul Bobadilla quer zu Colautti, der den Ball zum 2:0 eindrückte.

"Klar habe ich daran gedacht, dass ich im Abseits stehen könnte. Es war sehr knapp und schwer zu entscheiden", sagte Colautti.

Selbst die TV-Bilder gaben keinen eindeutigen Aufschluss.

Noch ein Handelfmeter

Nach dem Anschlusstreffer von Vedad Ibisevic (69.), dem einzigen unumstrittenen Tor an diesem Abend, war der Hoffenheimer Stürmer dann auch am Ausgleich beteiligt.

Mit seiner Flanke schoss Ibisevic Gegenspieler Daems im Strafraum an die Hand. Carlos Eduardo verwandelte den Elfmeter sicher zum letztlich verdienten 2:2-Endstand (89.).

Zwei weitere Handspiele der Gladbacher im "16er" von Daems (17.) sowie Dante (73.) wurden nicht geahndet. 205134(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

Rangnick kocht

Während Frontzeck ("Ich bin nicht sauer auf ihn") Stark keine Vorwürfe machen wollte, kochte es in Rangnick.

"Das Handspiel von Nilsson war klar außerhalb, das 2:0, denke ich, war abseits - und dann gab es natürlich davor schon eine Handspiel-Situation. All das zusammen hat die Mannschaft natürlich auch mitbekommen", zürnte der 1899-Coach bei "LIGA total!".

Zumal der 51-Jährige bereits über die gesamte Saison eine "gravierende" Benachteiligung seiner Mannschaft ausgemacht hat.

"Wenn man das in Punkte umrechnet, ist das schon heftig. Um ausgleichende Gerechtigkeit zu erfahren, müssten wir bis Juli oder noch länger weiterspielen", polterte Rangnick.

Vorschlag für TV-Beweis

In punkto TV-Beweis äußerte er bereits eine klare Vorstellung: "Jede Mannschaft könnte zweimal pro Spiel ein Vetorecht haben. Dann wäre das Spiel nicht ständig unterbrochen."

Nach zuletzt nur einem Sieg in elf Pflichtspielen müssen die Hoffenheimer die Hoffnungen auf den Sprung ins internationale Geschäft wohl begraben.

Die Gladbacher stehen weiter punktgleich mit dem Herbstmeister der vergangenen Saison im Tabellen-Mittelfeld.

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