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Eugen Polanski ist nach dem 0:0 gegen Bochum enttäuscht © getty

Mehr als das 0:0 gegen Bochum sorgen die Pfiffe der Fans in Mainz für Verstimmung. Manager und Präsident haben kein Verständnis.

Mainz - Kaum ist die Fasenacht vorbei, geht die Stimmung beim selbsternannten Karnevalsverein in den Keller.

"Einige haben wohl nicht verstanden, gegen wen wir gespielt haben. Bochum steht in der Rückrunden-Tabelle über uns", sagte der verstimmte Manager Christian Heidel, der sich nach dem 0:0 von Aufsteiger FSV Mainz 05 gegen den VfL Bochum am 23. Spieltag mehr über die pfeifenden Fans als das torlose Remis ärgerte.

Heidel kritisierte die ungewohnten Unmutsbekundungen der Anhänger, deren Ansprüche aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs ohne Heim-Niederlage offensichtlich stark gestiegen sind:

"Ich könnte die Reaktion verstehen, wenn wir in der Zweiten Liga gegen einen schwachen Gegner gespielt hätten. Einige scheinen aber nicht zu wissen, dass wir Bundesliga spielen. Die glauben wohl, dass wir hier jedes Team schwindelig spielen."

Kein Verständnis für Pfiffe

Wie Heidel hatte auch Klubchef Harald Strutz kein Verständnis für die Pfiffe nach dem Schlusspfiff.

"Einige Zuschauer haben wohl gedacht, dass sie hierherkommen und einen Kantersieg sehen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir Bundesliga spielen", meinte der Präsident:

"Ich kann mit dem Punkt gut leben - nicht sehr gut, aber gut."

"Haben uns nie abfeiern lassen"

Gut leben mit dem Remis konnte auch FSV-Trainer Thomas Tuchel, der sein Team ebenfalls in Schutz nahm. "Wir haben wieder kein Gegentor bekommen. Da ist so ein Punkt auch zu Hause absolut in Ordnung", erklärte der Coach, der dann deutlicher wurde:

"Wir waren auch nach Siegen immer selbstkritisch und haben uns nie abfeiern lassen. Deshalb finde ich es schade, wenn die Mannschaft nach so einem Spiel ausgepfiffen wird. Das hat sie nicht verdient."

Mainz ohne Glück im Abschluss

In der Tat hatten die Profis des Aufsteigers die Pfiffe nicht verdient. Zwar konnten die Mainzer nach zuvor fünf Siegen in fünf Erstliga-Duellen erstmals nicht gegen den VfL gewinnen, der Wille zum Sieg vor 19.000 Zuschauern war den Spielern allerdings nicht abzusprechen.

Vor allem in der ersten Hälfte fehlte den Mainzern, die ihren Platz im sicheren Mittelfeld der Tabelle durch den Punktgewinn festigten, lediglich das Glück im Abschluss.

Dieses Glück verdienten sich die Bochumer, bei denen Ex-Coach Marcel Koller nach dem 2:3 im Hinspiel entlassen worden war, mit einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang.

"Rechenspiele sind total sinnlos"

"Zunächst hatten wir wohl vergessen, dass Fußball auch ein Kampfspiel ist. Später haben wir uns dann stabilisiert. Deshalb geht der Punkt insgesamt in Ordnung", analysierte VfL-Trainer Heiko Herrlich treffend den Auftritt seines Teams, das seit nunmehr sieben Partien ungeschlagen ist und schon acht Punkte vor dem Relegationsplatz liegt.

Für den starken Bochumer Torwart Philipp Heerwagen hat die Erfolgsserie aber noch keine Aussagekraft.

"Rechenspiele Richtung Klassenerhalt sind total sinnlos", meinte der Torhüter: "Es gibt bei uns keinen Spieler, der auch nur andeutungsweise nachlässt, nur weil wir zuletzt gepunktet haben."

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