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Die HSV-Stürmer Petric (l.) und Berg ließen gegen Frankfurt beste Chancen aus © getty

Nach der Nullnummer gegen Frankfurt trauern die Hamburger ihren Chancen hinterher. Der verletzte van Nistelrooy fehlt an allen Ecken.

Hamburg - Eine Woche hielt die Euphorie. Ruud hier, van Nistelrooy da, "Van The Man" war nach seinem Doppelpack in Stuttgart in aller Munde.

Sieben Tage später vermissten die Fans des Hamburger SV den Namen des Superstars, als die Mannschaftsaufstellung gegen Eintracht Frankfurt verlesen wurde, und die Mitspieler vermissten den Torjäger auf dem Platz.

0:0 gegen Eintracht Frankfurt - In Hamburg ist wieder Torlos-Frust und Ernüchterung eingekehrt und die Teilnahme an der Champions League fast schon sicher verspielt.

"Gegen eine so gut organisierte Mannschaft wie die Eintracht müssen auch mal zwei, drei Chancen reichen", sagte Trainer Bruno Labbadia, "das war das einzige Manko."

Labbadia wartet auf van Nistelrooy

Markus Berg (25.), Tunay Torun (39.) und Mladen Petric (44.) hatten klare Gelegenheiten, van Nistelrooy raufte sich auf der Tribüne die Haare, als er mit ansehen muste, wie diese vergeben wurden.

Sein rechter Oberschenkel machte Probleme und Labbadia hatte entschieden, den 33-Jährigen zu schonen. "Wir gehen davon aus, dass es nichts Schwerwiegendes ist", sagte der HSV-Coach, "wir haben schließlich immer darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, ihn langsam aufzubauen."

Kein Risiko war das Motto. Van Nistelrooy wird dringend gebraucht, das hat das torlose Remis am Samstag bewiesen.

Zunächst am Donnerstag im Rückspiel der Europa League beim PSV Eindhoven und dann am Sonntag im Spitzenspiel beim deutschen Rekordmeister Bayern München:

"Wir hoffen, ihn bis Donnerstag wieder hinzubekommen", sagte Labbadia.

Kurze Pause: "Ein Wettbewerbsnachteil"

Nur 40 Stunden und 30 Minuten waren seit der Abpfiff des Hinspiels gegen Eindhoven bis zum Anpfiff der Bundesligapartie gegen die Hessen vergangen.

Kein Wort darüber ließen die HSV-Verantwortlichen im Vorfeld fallen, erst nach der Partie gegen die Eintracht machten die Norddeutschen, mehr in Nebensätzen, ihrem Unmut Luft.

"Dass diese Ansetzung ein Wettbewerbsnachteil ist, ist ja klar", sagte Labbadia.

Und der glücklose Petric meinte: "Man soll nicht alles auf den Donnerstag schieben, aber einen gewissen Einfluss kann man nicht bestreiten."

Frankfurt: Europa-Traum bleibt realistisch

Frankfurts Trainer Michael Skibbe hatte seine Mannschaft jedenfalls hervorragend eingestellt. In der Abwehr ließen die Hessen nur sehr wenig zu und suchten immer wieder gefährlich ihre Chancen mit Kontern.

"Wir hätten den einen oder anderen Pass in die Tiefe noch genauer spielen müssen, aber sonst haben wir das gut gemacht", sagte Skibbe, "ich bin zufrieden, der Punkt ist für uns ein Erfolg."

Nur fünf Zähler beträgt der Abstand der Eintracht auf den Tabellenvierten aus Hamburg, das internationale Geschäft muss da kein Traum bleiben. Andererseits wären sie bei einem Sieg an der Elbe sogar richtig dick im Geschäft gewesen.

"Wenn alles normal läuft, schaffen wir es nicht"

Trainer Felix Magath vom Dritten Schalke 04 hat Skibbes Mannschaft sogar schon als Kontrahenten um Platz drei bezeichnet.

"Da kann ich nur schmunzeln", wehrte Skibbe aber alle diesbezüglichen Spekulationen ab und auch Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler meinte: "Wir sollten mal auf dem Boden bleiben. Wenn alles normal läuft, schaffen wir es nicht."

Keine Zusatzbelastung

Aber für die Eintracht gilt eben auch, dass sie die Zusatzbelastung Europacup nicht hat. Von den ersten sechs Teams spielen nur die Bayern und der HSV international, beide konnten am Samstag nicht gewinnen.

Die weiteren deutschen Europacup-Starter sind in der Liga bisher zum Teil weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

"Nach dem Heimspiel gegen die Bayern am 27.Spieltag kann man sagen, wohin unser Weg noch geht", meinte Schwegler.

Bruchhagen: Gutes Verhältnis zu Skibbe

Der vermeintliche Streit zwischen Skibbe und Vorstandsboss Heribert Bruchhagen sollte die Frankfurter jedenfalls nicht belasten.

"Es ist nicht nur ein produktives Verhältnis, sondern es ist sogar ein gutes", sagte Bruchhagen bei "LIGA total!": "Wenn es das nicht wäre, dann hätte ich ihn nicht als Trainer ausgewählt für Eintracht Frankfurt."

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