vergrößernverkleinern
Nach dem dritten Remis im vierten Spiel schlichen die Dortmunder enttäuscht vom Platz © getty

Nach dem unglücklichen Aus im UEFA-Cup wird der BVB erneut vom Schiedsrichter benachteiligt. Jürgen Klopp ist enttäuscht.

Von Felix Götz

München - Herz, Kampf und Leidenschaft: Damit verband man den BVB in der vergangenen Saison eher selten. Das ist in dieser Spielzeit definitiv anders. Wieder bewies die Borussia eine großartige Moral und wieder verließen die Dortmunder am Ende den Platz nicht als verdienter Sieger.

Beim Aus im UEFA-Cup am Donnerstag bei Udinese Calcio war es das Schiedsrichtergespann um Cesar Muniz Fernandez, das zu unrecht ein Tor von Alexander Frei wegen einer angeblichen Abseitsstellung aberkannte.

Gegen Hannover 96 war es das Gespann um Wolfgang Stark, das zum Spielverderber wurde. In der 17. Minute übersahen die Unparteiischen ein Kopfballtor von Robert Kovac.

Der Ball war deutlich hinter der Linie. Es wäre die 2:0-Führung gewesen.

Enttäuschter Klopp

"Es ist einfach hilfreich, wenn man selber Fußball gespielt hat. Dann kann man die Dinge, wie den Bewegungsablauf vom Torwart, vielleicht nicht sehen, aber besser einschätzen. Hätte einer der Drei mal gespielt, hätten wir 2:1 gewonnen", sagte ein enttäuschter BVB-Trainer Jürgen Klopp.

So mussten sich die Dortmunder bereits zum dritten Mal im vierten Heimspiel mit einem Unentschieden begnügen.

Sportsmann Klopp reagierte allerdings nicht wütend: " Die Schiedsrichter haben sich bei mir entschuldigt und gesagt, dass sie es nicht gesehen hätten. Damit muss ich leben."

Überragende Anfangsphase

Trotzdem: Es war die entscheidende Szene in diesem Spiel. Die Dortmunder hatten Hannover 96 über weite Strecken im Griff und verpassten die Chance, sich bis auf die Champions-League-Plätze zu katapultieren.

Von Beginn an störten die Hausherren früh, was in der zehnten Minute zum bereits hochverdienten 1:0 führte.

Blaszczykowski passte herrlich auf Valdez und der ließ aus 15 Metern Nationaltorhüter Robert Enke mit einem Knaller unter die Latte keine Chance.

"Wir haben eine überragende Anfangsphase gespielt und ein super Tor geschossen", sagte Klopp.

Hannover kaum wiederzuerkennen

In der 25. Minute erzielte Hannover, das in der Anfangsphase nach der starken Leistung beim 1:0-Sieg gegen Bayern München kaum wiederzuerkennen war, dann aus heiterem Himmel den Ausgleich.

Steven Cherundolo flankte von rechts auf Mikael Forssell. Der Finne ließ BVB-Keeper Roman Weidenfeller mit einem herrlichen Schuss aus der Drehung keine Chance.

"Wir hatten nach dem Ausgleich nicht mehr die nötige Ordnung. Am Ende hatten wir noch zwei Chancen und wären deshalb auch der verdiente Sieger gewesen", befand Klopp.

Kräfte schwinden nicht

Mit dieser Einschätzung lag er richtig. Auch wenn Hannover fortan wesentlich besser in der Partie war.

Besonders überraschend: Selbst im zweiten Durchgang waren die Dortmunder über weite Strecken die bessere Mannschaft.

Kaum etwas war davon zu sehen, dass nach den anstrengenden 120 Minuten von Udine die Kräfte schwinden würden.

Gutes Näschen bei Valdez

Nur auf einer Position hatte Klopp sein Team verändert. Nelson Valdez spielte zunächst für Alexander Frei im Sturm.

Da bewies Klopp ein gutes Näschen. Denn der Mann aus Paraguay erzielte nicht nur das Tor, sondern brachte auch ansonsten viel Schwung in den Angriff der Dortmunder.

Hannover hingegen erwachte erst nach dem Treffer von Forssell. Das hätte durchaus zu spät sein können.

Ein Sieg wäre vermessen gewesen

"Wir waren zu passiv. Doch dann ist meine Mannschaft zurückgekommen. Wir haben am Ende sogar versucht, auf Sieg zu spielen", sagte Hannovers Trainer Dieter Hecking, für den es das 75. Spiel als Bundesliga-Trainer war.

Hannover spielte zwar fortan besser, schaffte es aber kaum, sich zwingende Torchancen herauszuspielen.

Besonders Jiri Stajner agierte extrem glücklos. Zwar arbeitete der Tscheche fleißig nach hinten, aber wenn es nach vorne ging, vertendelte er oft leichtfertig den Ball.

Am Ende räumte Hannovers Coach Hecking ein: "Es wäre vermessen gewesen, wenn wir hier drei Punkte mitgenommen hätten. Das Unentschieden war schon in Ordnung."

Zum Forum ? jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel