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Mladen Petric bejubelt sein Last-Minute-Tor gegen Energie Cottbus © getty

Vier Tore in drei Spielen: Mladen Petric ist endgültig in Hamburg angekommen. Der HSV gehört längst zu den Titelkandidaten.

Von Julian Ignatowitsch

München - Besser hätte die Woche für Mladen Petric und den Hamburger SV nicht laufen können.

Dem 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ließ der HSV in der Liga ein 2:1 (0:0) bei Energie Cottbus folgen und setzte sich damit als Spitzenreiter der Bundesliga ein wenig ab.

Unter der Woche machte das Team mit dem 2:0 bei Unirea Urziceni zudem den Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups perfekt. Immer mittendrin als Sieggarant: Torjäger Petric.

Vier Tore in drei Spielen

Mit vier Toren in den vergangenen drei Spielen bewies der Neuzugang, dass er endgültig in Hamburg angekommen ist.

Seit der Geburt seiner Tochter vor fast drei Wochen spielt der frischgebackene Vater wie beflügelt auf.

"Ich bin überglücklich, dass es derzeit so gut läuft", freute sich Petric: "Zur Zeit passt einfach alles."

Jol: "Glücklicherweise haben wir Petric"

So auch in Cottbus, wo der HSV in Person von Petric erst in der 90. Minute den Siegtreffer erzielte.

Trainer Martin Jol hätte auf soviel Spannung verzichten können: "Wir waren eindeutig besser und hätten mit zwei, drei Toren gewinnen müssen", sagte Jol. "Glücklicherweise haben wir Petric, der aus dem Nichts immer ein Tor machen kann."

Chancen, um nach dem Führungstor von Ivica Olic (54.) nachzulegen, gab es genügend, doch stattdessen glich Cottbus zwischenzeitlich durch Branko Jelic (74.) aus.

Sieben Punkte vor den Bayern

Wie der Sieg letztlich zustande kam, wird den HSV-Verantwortlichen aber herzlich egal sein. Was zählt, sind die drei Punkte Vorsprung, die Hamburg nun auf den Tabellenzweiten 1899 Hoffenheim hat.

Der Abstand zu potenziellen Meisterschaftsrivalen wie Schalke 04 (vier Punkte), Werder Bremen (fünf) und Bayern München (sieben) ist sogar noch größer. Der HSV gehört längst zum Kreis der Titelanwärter.

"Wir glauben an uns und haben in dieser Saison eine richtige gute Mannschaft mit viel Potenzial", schwärmt Petric: "Die Stimmung innerhalb des Teams ist super. Jeder hat Spaß daran, hier zu sein."

Eine neue Zeitrechnung?

Wenn nun auch noch die millionenschweren brasilianischen Neuzugänge Alex Silva und Thiago Neves - in Cottbus nur auf der Bank - in die Mannschaft integriert werden, könnte in Hamburg eine neue Zeitrechnung beginnen.

Derzeit spricht niemand mehr von Raffael van der Vaart. Den Abgang des Mittelfeld-Stars hat der HSV überraschend schnell und problemlos weggesteckt.

Ein neues System und neue Führungsspieler wie Kapitän David Jarolim, Piotr Trochowski und eben Petric kompensieren den Verlust erstaunlich gut.

Atouba und Jansen verletzen sich

Zudem hat Hamburg in dieser Saison auch die nötige Tiefe im Kader, um die Dreifachbelastung aus Liga, DFB- und Europapokal sowie etwaiges Verletzungspech aufzufangen.

In Cottbus musste Jol zuerst Linksverteidiger Timothee Atouba und dann auch noch dessen Vertreter Marcell Jansen ersetzen. Beide wurden mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt.

Ein Qualitätsverlust war mit der Einwechslung von Jerome Boateng aber definitiv nicht verbunden, so dass sich Jol zurücklehnen kann.

Anspannung in Cottbus

Weiterhin angespannt bleibt dagegen die Stimmung in Cottbus. Erstmals verloren die Lausitzer im eigenen Stadion gegen Hamburg und verspielten dabei unglücklich den so wichtigen Punkt.

"Mit einem Unentschieden wäre ich auf jeden Fall zufrieden gewesen", ärgerte sich Torwart Gerhard Tremmel über den späten Gegentreffer: "So stehen wir wieder mit leeren Händen da."

Cottbus rangiert mit fünf Punkten auf einem Abstiegsplatz. Dennoch muss sich Trainer Bojan Prasnikar, glaubt man der Job-Garantie von Präsident Ulrich Lepsch, keine Gedanken um seinen Arbeitsplatz machen.

Wieso auch? Was in einer Woche alles passieren kann, hat schließlich der HSV gezeigt.

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