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Wolfgang Niersbach wurde 2007 zum neuen DFB-Generalsekretär ernannt © getty

Im DSF-Doppelpass spricht DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach über den Fall Manfred Amarell und Podolskis Zukunft in der Nationalmannschaft.

München - Auch am DFB-Generalsekretär sind die Ereignisse um Manfred Amerell nicht vorbei gegangen. Der 59-jährige sieht Verbesserungsmöglichkeiten in der Struktur der Schiedsrichterausbildung und möchte Michael Kempter schützen:

"Dem Jungen muss geholfen werden, er braucht Unterstützung", sagte Niersbach im DSF-Doppelpass.

Dem im WM-Jahr schwächelnden Lukas Podolski gibt er ebenfalls das Vertrauen:

"Lukas Podolski hat in den entscheidenden Spielen, den beiden Qualifikationsspielen gegen Russland, sehr stark gespielt. Zu dieser Zeit war er im Verein auch nicht sicher etabliert."

Im DSF-Doppelpass spricht Niersbach über den Fall Manfred Amerell und Podolskis Zukunft in der Nationalmannschaft.

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Wolfgang Niersbach über:

mögliche Verbesserungen in der Struktur der Schiedsrichterausbildung:

"Ich bin jetzt so lange dabei und dachte immer, ich habe im Fußball alles erlebt, es ist kein Thema mehr neu. Aber man muss sich eines Besseren belehren. Wir machen das professionell, aber wir sind nicht frei von Fehlern.

Was in der Vergangenheit sicher versäumt worden ist und in der Zukunft passieren muss, ist, dass sich dieses Eigenleben, was man natürlich mit Ausdrücken wie Geheimbund garnieren kann, ein Stück im Sinne einer besseren Transparenz verändern muss ? auch für die, die früher nicht die Pfeife im Mund gehabt haben."

die verwehrte Akteneinsicht im Fall Manfred Amerell:

"Es gab nie ein Sportgerichtsverfahren. Die Berufung von Leuten, die in den Ausschüssen arbeiten, erfolgt durch das Präsidium. Die Kausa Amerell ist am 4.Februar behandelt worden, als die Vorwürfe im Raum standen. Zu diesem Zeitpunkt war das Thema in der Öffentlichkeit noch gar nicht bekannt. Einige Tage später ist Amerell von seinen Ämtern zurück getreten. Es war also seine eigene Entscheidung.

Damit ist er einer möglichen Abberufung zuvor gekommen. Daraus folgt unsere Aussage, dass es kein Verfahren gibt. Zu diesem Zeitpunkt sind auch weitere Anhörungen und Vernehmungen eingestellt worden, weil sich Amerell selbst der möglichen Sportgerichtsbarkeit des DFB entzogen hat. Deswegen auch die Aussage unseres Präsidenten Theo Zwanziger. Für uns ist jetzt die Sache abgeschlossen."

Amerells Gang vor Gericht:

"Ich habe es Manfred Amerell bei dem einzigen persönlichen Kontakt am 1. Februar gesagt: wenn er total unschuldig ist, würde ich an seiner Stelle bis zur letzten Sekunde um mein Recht kämpfen. Was Manfred Amerell jetzt macht, vor die ordentliche Gerichtsbarkeit zu ziehen, ist aus seiner Sicht absolut richtig."

die Unterstützung des DFB für Michael Kempter:

"Wir können es aus Sicht des DFB nicht zulassen, dass der Eindruck erweckt wird, der Betroffene wäre am Ende der Täter oder Mittäter. Deshalb veröffentlichten wir die Pressemitteilung, dass wir Amerells Rücktritt für richtig und notwendig halten. Dem Jungen muss geholfen werden, er braucht Unterstützung. Unsere Haltung ist da sehr eindeutig."

das Abhängigkeitsverhältnis eines Schiedsrichter-Obmanns zu den Schiedsrichtern:

"Die Schiedsrichter haben sich an den DFB gewandt, weil sie in Not waren, weil sie Hilfe gesucht haben in einem Verhältnis, das man Abhängigkeitsverhältnis nennen muss. Auch wir sind so liberal, zu sagen, dass Homosexualität kein Problem ist, wenn es von beiden freiwillig gewollt wird.

Aber wenn es vom Lehrer zum Schüler/in geht, nützt auch das nichts - es ist ein Abhängigkeitsverhältnis. Manfred Amerell beobachtet und benotet und diese Noten sind ausschlaggebend für Auf- und Abstieg. Die Beeinflussungsmöglichkeit ist auf jeden Fall da, die lässt sich nicht leugnen."

Podolskis wahrscheinliche Nominierung für den Kader der Nationalmannschaft:

"Lukas Podolski hat in den entscheidenden Spielen, den beiden Qualifikationsspielen gegen Russland, sehr stark gespielt. Zu dieser Zeit war er im Verein auch nicht sicher etabliert. Der Bundestrainer hat ihn trotzdem gestellt - und es ist ihm zweimal gedankt worden.

Podolski hat jetzt ca. 60 Länderspiele und die überwiegende Anzahl der Länderspiele war absolut gut. Ich weiß vom Bundestrainer, dass er auch für Südafrika eine klare und feste Größe ist, unabhängig von der aktuellen Situation."

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