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Felix Magath ging mit Schalke in dieser Saison gegen Wolfsburg leer aus © getty

Bei der Niederlage in Wolfsburg wird Felix Magath von der Vergangenheit eingeholt. Die Wölfe feiern sich selbst und beenden eine Serie.

Wolfsburg - Gegen seine Meistermannschaft hatte Felix Magath in dieser Saison keine Chance.

Vor fast genau fünf Monaten verlor der Erfolgscoach mit seinem neuen Klub Schalke 04 durch den Doppelpack von Edin Dzeko das erste Aufeinandertreffen mit dem deutschen Meister VfL Wolfsburg.

Nun setzte es beim Wiedersehen in der Autostadt durch die zwei Tore des wiedererstarkten Torschützenkönigs Grafite wieder ein 1:2 (1:0) für die Königsblauen.

"Von mir aus hätte er nicht so gut treffen müssen", sagte Magath, dessen zuvor achtmal in Folge ungeschlagenes Team nun vier Punkte Rückstand auf das Spitzenduo Bayer Leverkusen und Bayern München hat.

"Wir haben mit Medizinbällen trainiert"

"Ich schaue nicht auf die Tabelle", sagte Magath, als er auf die veränderte Ausgangsposition im Meisterschaftsrennen angesprochen wurde.

Wolfsburgs Marcel Schäfer meinte mit Blick auf das Lieblings-Trainingsgerät seines Ex-Trainers, der Wolfsburg zum ersten Meistertitel der Klubgeschichte geführt hatte:

"Wir haben heimlich mit Medizinbällen trainiert und sind froh, dass es etwas genutzt hat."

Köstner setzt auf Magaths Spieler

Im Spiel gegen Magath setzte der neue VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner auf die Meisterelf des Vorjahres und somit durchweg auf Spieler, die der heutige Schalke-Coach für Wolfsburg eingekauft und gefördert hatte.

Lediglich im Tor stand mit Marvin Hitz der Vertreter der verletzten Diego Benaglio und Andre Lenz. Das Vertrauen in die Meisterelf gab Köstner Recht.

Nach 90 turbulenten Minuten konnte er seinen ersten "Dreier" als Profi-Coach des amtierenden Titelträgers bejubeln.

Der zwölfte Saisontreffer von Kevin Kuranyi (30.) brachte die Gäste zwar in Führung, doch Grafites Tore (71./76.) ließen am Ende die "Wölfe" jubeln.

Wolfsburg beendete damit seine Negativserie nach 13 sieglosen Pflichtspielen.

Grafite erlebt Deja-vu

Wie bereits drei Tage zuvor in der Europa League beim FC Villarreal (2:2) war Grafite mit zwei Toren der gefeierte Mann beim VfL.

Beim Wiedersehen mit Meister-Coach Magath, der von den 30.000 Zuschauern in der ausverkauften VW-Arena herzlich empfangen worden war, zeigte der VfL von Beginn an wenig Respekt, konnte aus der spielerischen Überlegenheit aber zunächst kein Kapital schlagen.

Nachdem Kuranyi den Spielverlauf auf den Kopf gestellt hatte, sah alles nach dem 14. Pflichtspiel in Folge ohne VfL-Sieg aus.

In einer packenden Schlussphase zeigte der Meister aber tolle Moral und drehte die Partie.

"Wir sind belohnt worden"

"Das freut mich sehr für die Mannschaft", sagte ein euphorisierter "Wölfe"-Geschäftsführer Dieter Hoeneß unmittelbar nach dem Schlusspfiff. "Wir haben ein reguläres Tor erzielt und dreimal Aluminium getroffen. Trotzdem ist das Team zurückgekommen, Kompliment!"

Spielmacher Zvjezdan Misimovic zeigte sich erleichtert: "Wir haben heute nicht aufgegeben. Dafür sind wir belohnt worden."

Schalke hat den BVB vor der Brust

Mit nunmehr 28 Punkten hat sich der VfL endgültig aller Abstiegssorgen entledigt und rangiert im gesicherten Mittelfeld der Liga. Am kommenden Sonntag trifft der Meister auf die Krisen-Elf von Hannover 96.

Schalke 04 hat bereits das nächste Topspiel vor Augen. Besonders die Fans der "Knappen" fiebern dem "Spiel des Jahres" entgegen - am Freitag kommt Borussia Dortmund in die heimische Arena.

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