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Schnappt sich Christian Ziege Ex-Trainer Horst Köppel als Luhukay-Nachfolger? © getty

Alte Bekannte aus erfolgreicheren Gladbacher Zeiten stehen auf der Kandidatenliste für die Luhukay-Nachfolge in Gladbach.

Von Andreas Kloo

München/Mönchengladbach - "Wir suchen ab sofort nach einem neuen Trainer, der zum Verein und zur Mannschaft passt."

Mit diesen Worten schrieb Gladbachs Sportdirektor und Interimscoach Christian Ziege die Fahndung nach einem Luhukay-Nachfolger aus.

"Ein Trainer, der zum Verein passt" - bei diesen Worten Zieges denkt man unfreiwillig an diejenigen, die in der Vergangenheit mit erfolgreicher Arbeit bewiesen haben, dass sie in Mönchengladbach reibungslos einfügen.

Meyer mit den Journalisten zerstritten

Da wäre zuallererst Hans Meyer. Der heute 65-Jährige trainierte die Borussia zwischen 1999 und 2003 und führte die "Fohlen" aus den Niederungen der Zweiten Liga wieder zurück nach oben.

Laut "Bild am Sonntag" haben sich die Gladbacher Verantwortlichen bereits mit dem Ex-Coach getroffen. Ob Meyer aber noch einmal nach Gladbach zurückkehren möchte, ist fraglich.

2003 trat er nach Streitigkeiten mit den dortigen Journalisten zurück. Direkt nach der Luhukay-Entlassung war Meyer, der im Januar 2008 in Nürnberg vor die Tür gesetzt wurde, zu keiner Stellungnahme bereit.

Köppel: "Im Fußball ist alles möglich"

Nach Meyers Abschied blieb kein Trainer länger als ein Jahr im Amt. Kontinuität kehrte so nie ein.

Einigermaßen erfolgreich arbeitete nur Horst Köppel, der die Borussia 2005/06 auf Rang zehn führte. Dennoch musste er nach dieser Saison seinen Hut nehmen.

Der 60-Jährige schließt bei Sport1.de eine Rückkehr nach Mönchengladbach nicht aus. "Im Fußball ist alles möglich", äußert sich der erfahrene Coach vielsagend.

Krauss: "Gladbach immer ein Thema"

Bessere Zeiten mit der Borussia hat auch Bernd Krauss erlebt. Er war der letzte Coach, der mit Gladbach einen Titel gewann. 1995 führte er das Team zum Pokalsieg.

Gegen eine Rückkehr auf den Gladbacher Trainerstuhl hätte er nichts einzuwenden. "Gladbach ist immer ein Thema. Ich wohne nur fünf Minuten vom Stadion entfernt und habe dort als Spieler und Trainer Erfolge gefeiert", erinnert Krauss bei Sport1.de.

Kritik an der Führungsetage

Bis jetzt hat sich bei dem 51-Jährigen aber noch niemand gemeldet. Krauss glaubt auch nicht daran, dass dies geschehen werde. "Bei gleichen Situationen in der Vergangenheit ist man auch nicht an mich herangetreten. Deshalb glaube ich auch jetzt nicht, dass man an mich denken wird."

Die Entwicklung der Borussia in den letzten Jahren bewertet Krauss äußerst kritisch. "Die gesamte Führungsetage wurde nach meiner Zeit ausgewechselt, elf Trainer verschlissen." Ein kleiner Seitenhieb in Richtung Präsident Rolf Königs.

Seit 1999 ist er im Borussia-Vorstand, immerhin sieben Trainerentlassungen fallen in diese Zeit.

Negativbeispiel Advocaat

"Wichtig ist es jetzt, einen Trainer zu verpflichten, der mit dem aktuellen Kader arbeiten kann. Jemand, der sich mit dem Verein identifizieren kann." Krauss erinnert an das Negativbeispiel Dick Advocaat, der nach seiner Verpflichtung 2004 den Kader mit zahlreichen Neuzugängen aufblähte.

"Das war dann eine Mannschaft ohne Gesicht." Die sportliche Talfahrt folgte auf dem Fuß.

Den Fehler, einen namhaften ausländischen Coach ohne Bezug zur Borussia nach Gladbach zu lotsen, wird der Verein wohl nicht noch einmal begehen.

Ein weiterer Top-Kandidat, Schalkes früherer Trainer Mirko Slomka, dementierte bereits bei "Premiere": "Ich habe überhaupt keinen Kontakt zur Borussia. Ich habe keinen Anruf bekommen."

Vielleicht setzt sich aber auch die interne Lösung mit Christian Ziege durch. "Es kann sein, dass Christian Ziege ein, zwei Spiele gewinnt, und dann ist er plötzlich Trainer und nicht mehr Sportdirektor", prophezeit Mirko Slomka.

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