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Jupp Heynckes ist saisonübergreifend seit 28 Spielen ungeschlagen © getty

Der Erfolgstrainer ist überzeugt von den Fähigkeiten seiner Truppe und schickt eine Kampfansage an den schärfsten Konkurrenten.

Bremen - Endlich ist es raus, die Kampfansage an Bayern München formuliert.

"Uns ist ganz klar, uns wird so leicht nichts von der Spitze wegholen", sagte Trainer Jupp Heynckes.

Dabei hatte sein Team von Bayer Leverkusen gerade erst in der dritten Minute der Nachspielzeit den 2:2 (1:1)-Ausgleich bei Werder Bremen kassiert und damit quasi in letzter Sekunde zwei Punkte Vorsprung im Kampf um die deutsche Meisterschaft auf Bayern München verloren.

Aber der Trainer-Altmeister ist klug und erfahren genug, Frust in seinem Team gar nicht erst zuzulassen, sondern die positiven Dinge zu betonen.(Datencenter: Die Bundesliga)

Niveau ist gestiegen

"Wir sind jetzt so weit, dass wir mit einem 2:2 in Bremen unzufrieden sind", erklärte der 64-Jährige, "unser Anspruchsniveau ist gestiegen - die Mannschaft hat sich entwickelt."

Dabei gingen an der Weser zwei Zähler auf eine Art und Weise verloren, wie es einem Meisterschaftskandidaten eigentlich nicht passiert.

Vor dem 1:1 durch Claudio Pizarro (34.) unterlief Nationaltorwart Rene Adler ein grotesker Fehler auf Kreisklassen-Niveau 205985(die Bilder, in der 84. Minute verpasste es das Team bei einem Konter vier gegen zwei den "Sack zuzumachen" - Stefan Kießling scheiterte an Tim Wiese -, und in der Nachspielzeit brachten sie vor Per Mertesackers erfolgreichem Kopfball den Ball nicht aus der Gefahrenzone.

"Ihr werdet nie deutscher Meister!" stimmten die Bremer Anhänger daraufhin lautstark an. Sie sollten sich nicht zu sicher sein.

Denn über 90 der 94 Minuten Spielzeit traten die Gäste eben wie ein Meister auf.

Eiskalt bei den Toren von Eren Derdiyok (29.) und Toni Kroos (57.) jeweils mit Fernschüssen und trotz des Fehlens des bislang in dieser Saison überragenden Innenverteidigers Sami Hyypiä souverän in der Abwehr.

Große Chancen erlaubten sie dem Pokalsieger jedenfalls nicht - bis Werder die Brechstange auspackte.

Europa wieder in Sichtweite

"Es ist schön, dass sich meine Mannschaft für den großen Aufwand belohnt hat", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf, "wir nehmen den Punkt gerne mit. Leverkusen steht zu Recht da, wo es steht."

Bremen steht jetzt fünf Plätze schlechter, verdrängte Eintracht Frankfurt auf Rang sieben und hat nur noch vier Punkte Rückstand auf den Fünften Borussia Dortmund.

Die Europa League ist auch ohne die mögliche "Hintertür" DFB-Pokal wieder in Griffweite, zumal sich Mesut Özil gegenüber den letzten Wochen stark verbessert zeigte.

Für einen Sieg gegen Leverkusen reichte das aber nicht.

Startrekord eingestellt

23 Spiele seit Saisonbeginn ist Bayer nun ungeschlagen.

Trainer Heynckes stellte damit seinen eigenen Startrekord mit Bayern München aus der Saison 1988/89 ein.

"Die Serie bedeutet nur, dass wir sehr gut arbeiten und dass wir eine junge Mannschaft haben, die sich immer weiter entwickelt", erklärte Heynckes.

Aber bei allem Understatement war ihm der Stolz über das bereits Erreichte deutlich anzumerken: "Wir sind zu Recht viele Tage auf Platz eins, die Mannschaft ist selbstbewusst und weiß, dass sie ganz viel Potenzial hat."

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