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Grafite (r.) war mit 28 Toren in der vergangenen Saison Torschützenkönig © getty

Ausgerechnet gegen den Ex-Trainer sorgt Stürmer Grafite für einen Wolfsburger Sieg und beendet damit eine lange Durststrecke.

Wolfsburg - In der Niederlage zeigte Felix Magath Größe. "Ich freue mich für Grafite, dass er wieder der Alte ist, auch wenn es mir lieber gewesen wäre, er hätte sich noch ein paar Tage Zeit gelassen", sagte der Coach.

Der Brasilianer hatte ihm mit einem Doppelpack zum 2:1 (0:1)-Erfolg des VfL Wolfsburg gegen Schalke 04 die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gründlich verdorben.

Neun Monate nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft mit den "Wölfen" verhalf Magath seinem Ex-Klub damit ungewollt zum lang ersehnten Befreiungsschlag.

Grafite im Aufwind

Unter den Augen des ehemaligen Trainers, der ihn vor zweieinhalb Jahren für die Bundesliga entdeckt hatte, blühte Grafite sichtlich auf und avancierte nach langer Durststrecke wieder einmal zum Matchwinner für die Niedersachsen.

"Ich habe immer gesagt, dass auch diese schlechte Phase einmal vorübergeht. Ich hoffe, dass es jetzt soweit ist und ich der Mannschaft auch weiterhin mit Toren helfen kann", erklärte der Torschützenkönig der vergangenen Saison.

Dass ihm die Rückkehr zu alter Stärke ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Mentor gelang, war dem 30-Jährigen dabei fast ein wenig unangenehm, so bemühte der wiedererstarkte Torjäger ein Sprichwort aus seiner Heimat, um seine Gefühle zu beschreiben: "In Brasilien sagen wir: Besser seine Mutter weint als meine."

Fans haben Lust auf mehr

Den Wolfsburger Fans, die Meister-Coach Magath bei seiner Rückkehr zuvor herzlich empfangen hatten, bescherte Grafite indes uneingeschränkte Freude, die bei der Anhängerschar Lust auf mehr machte. 202540(DIASHOW: Felix Magaths Karriere)

"Ich kann keine Tore versprechen, aber ich kann versprechen, dass ich weiter dafür kämpfen werde, und dann kommen die Treffer hoffentlich von allein", sagte der Südamerikaner, der schon drei Tage zuvor mit zwei Toren in der Europa League beim FC Villarreal (2:2) seinen Aufwärtstrend angedeutet hatte.

Ende einer Durststrecke

Gegen Schalke musste der VfL immerhin 70 Minuten warten, ehe Grafite die Initialzündung zum ersten Sieg seit 15 Wochen gab. Mit einem Doppelschlag innerhalb von sechs Minuten (71./76.) drehte er die Partie, in der Kevin Kuranyi (30.) für die schmeichelhafte Führung der Gäste gesorgt hatte.

"Man hat gesehen, dass bei Grafite die Entschlossenheit zurück ist, die wir zuletzt etwas vermisst hatten. Jetzt müssen wir unbedingt nachlegen", sagte Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß.

Schalke verpasst den Anschluss

Magath wollte derweil die erste Niederlage seiner Mannschaft seit Ende November nicht schön reden. "Wir haben zu passiv gespielt und verdient verloren", sagte der 56-Jährige, dessen Team damit vorerst den Anschluss an das Spitzenduo Bayer Leverkusen und Bayern München verpasste. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch als Titelaspirant sehen sich die Königsblauen ohnehin nicht, wie Torschütze Kuranyi erklärte: "Wir wollen ins internationale Geschäft. Über andere Ziele reden wir nicht."

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