vergrößernverkleinern
Robin Dutt kam in der Saison 07/08 als Nachfolger von Volker Finke © getty

In Freiburg brechen nach der Sieglos-Serie stürmische Zeiten an. Trainer Robin Dutt sieht sich nun in der Pflicht als Psychologe.

Freiburg - Neun Spiele in Folge ohne Sieg, das schwächste Heimteam in der Bundesliga seit 1963 und Zoff um Sturm-Diva Mohamadou Idrissou:

Dem SC Freiburg droht nach dem Offenbarungseid gegen Schlusslicht Hertha BSC Berlin der Kollaps im Abstiegskampf.

"Ich weiß, dass ich jetzt als Psychologe gefordert bin. Es geht darum, die Mannschaft wieder aufzurichten", sagte SC-Trainer Robin Dutt nach dem 0:3 (0:2) gegen Berlin.

Die erste Maßnahme im Krisenmanagement tätigte Dutt am Montag einen Tag nach der bitteren Pleite gegen Berlin, indem er Idrissou begnadigte.

Idrissou begnadigt

Nach einem zweistündigen Gespräch, an dem neben Idrissou und Dutt auch Sportdirektor Dirk Dufner und der Mannschaftsrat teilnahmen, wurden die Probleme ausgeräumt.

Zuvor hatte Dutt, der den Spielern als Schutz vor unbedachten Äußerungen einen Maulkorb verpasst hat, mit harter Hand durchgegriffen.

Erst setzte er Idrissou gegen Hertha auf die Bank und drohte ihm anschließend mit Rauswurf.

"Es sind Dinge vorgefallen, die ich nicht akzeptieren kann. Zu Details sage ich nichts, aber diese Sachen können eine Mannschaft entzweien", sagte Dutt und fügte hinzu:

"Manchmal geht es nur mit dem Vorschlaghammer."

"Er ist ein Fachmann"

Idrissou war eigentlich als Hoffnungsträger vom Afrika-Cup zurückgekehrt und sollte die Flaute der Breisgauer im Sturm beenden.

Stattdessen legte der Kameruner Nationalspieler in den vergangenen Wochen Lustlosigkeit an den Tag und hatte bereits öffentlich mit einem Abschied aus Freiburg geliebäugelt.

Dutt bekam in der prekären Lage unterdessen demonstrativ Rückendeckung.

"Die Frage nach dem Trainer stellt sich nicht, die Mannschaft hat ein gutes Verhältnis zum Trainer, der Vorstand auch", sagte Dufner:

"Er ist ein Fachmann und macht seine Sache sehr gut."

Die Stecknadel in der Kabine

Gegen Berlin enttäuschten die Freiburger allerdings auf der ganzen Linie.

"Nach dem 0:1 ist das mentale Gerüst der Mannschaft in sich zusammengebrochen", erklärte Dutt und machte nach dem sechsten Heimspiel in Folge ohne Torerfolg aus der Niedergeschlagenheit bei seinen Profis keinen Hehl:

"In der Kabine hätte man nach dem Spiel eine Stecknadel fallen hören können." Nach dem 0:1 durch Adrian Ramos (28.) war der SC sichtlich geschockt.

Noch Land in Sicht

Nach dem Doppelpack von Cicero (35. und 57.) wurden die Breisgauer vom Tabellenletzten teilweise vorgeführt.

Das einzig Positive: Freiburg hat noch immer zwei Punkte Vorsprung vor Hannover 96 und dem Relegationsplatz.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel