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Kassierte in dieser Saison neun Mal kein Gegentor: Faryd Mondragon © getty

Faryd Mondragon spricht im Sport1.de-Interview über die Kölner Krise und das anstehende Derby gegen den Tabellenführer aus Leverkusen .

Von Christian Stüwe

München - Torhüter, Publikumsliebling und Führungsspieler. Faryd Mondragon hat in Köln eine Schlüsselrolle inne.

Der 38-Jährige hat in seiner bewegten Karriere viel erlebt und erreicht. Mit Kolumbien spielte er eine WM-Endrunde, für Galatasaray istanbul in der Champions League.

Zwei türkische Meisterschaften feierte Mondragon und stieg mit dem 1. FC Köln vor zwei Jahren in die Bundesliga auf.

Von derartig großen Erfolgen sind der Keeper und sein FC derzeit weit entfernt.

Zuletzt sammelte man in der Bundesliga in drei Spielen nur einen Punkt, wurde vom VfB Stuttgart mit 1:5 aus dem eigenen Stadion geprügelt.

Am Samstag steht nun das Derby gegen Bayer 04 Leverkusen auf dem Programm - für die FC-Fans eines der wichtigsten Spiele des Jahres (ab 18.15 Uhr LIVE).

Drei Partien hat Mondragon bislang gegen den Rivalen von der anderen Rheinseite bestritten. Drei Niederlagen bei 0:5 Toren sprangen dabei heraus.

Der Kolumbianer ist bescheiden geworden, was die großen Erfolge angeht, und wünscht sich endlich seinen ersten Derby-Sieg.(DATENCENTER: Die Bundesliga)

Mit Sport1.de spricht Mondragon über die Chancen gegen den Tabellenführer, die Kölner-Krise und die Leiden des Lukas Podolski.

Sport1.de: Das Derby in Leverkusen steht an. Bekommt das Spiel noch einen besonderen Reiz dadurch, dass die Werkself Tabellenführer ist und Sie dem Rheinrivalen die Tour vermasseln könnten?

Faryd Mondragon: Auf der einen Seite ist es natürlich immer etwas Besonderes, gegen eine Nachbarstadt, in diesem Fall Leverkusen zu spielen. Und ist es auch immer ein Highlight, wenn man gegen den Tabellenführer spielt. Von daher gehen wir mit doppelter Motivation in das Spiel. Aber es geht uns nicht darum, ihnen die Tour zu vermasseln. Wir gucken auf uns und wollen unser Ding durchziehen.

Sport1.de: Leverkusen kommt mit dem besten Sturm. Rechnen Sie mit viel Arbeit?

Mondragon: Es wird mit Sicherheit ein intensives Spiel werden, wir müssen in jeder Minute hellwach sein. Leverkusen ist auch nicht nur im Sturm gut besetzt. Wenn wir uns aber als Einheit präsentieren, ist es für jeden Spieler schwer, dagegen anzukommen.

Sport1.de: Wie kann die Leverkusener Offensive gestoppt werden?

Mondragon: Sie haben natürlich mit Kießling, Derdiyok und Kroos gefährliche Leute vorne. Aber wenn wir wieder zu unserer Stabilität zurückfinden und in jeder Minute des Spiels hundert Prozent konzentriert sind, dann wird es auch für sie nicht einfach werden. Wir dürfen ihnen keine Freiräume geben und die Passwege gut zu machen.

Sport1.de: Wie sehr spüren Sie die Derbystimmung als Kolumbianer in Köln?

Mondragon: Man merkt hier in Köln, dass das Spiel etwas ganz Besonderes für die Menschen ist. Gewinnen wir, können auch sie mit breiter Brust zur Arbeit und in den Supermarkt gehen. Auch bei uns in der Kabine gibt es momentan nur ein Thema: Das Spiel gegen Bayer 04. Derbys sind immer eine Frage der Ehre für den Klub, die Fans und für uns Spieler. Zusätzliche Motivation bedarf es da nicht mehr.

Sport1.de: Wie sehr muss der FC noch nach unten schauen?

Mondragon: Wir haben zu Beginn der Rückrunde gut gepunktet, in den vergangenen Partien aber nicht mehr so erfolgreich gespielt. Wir sind noch lange nicht gerettet. Damit wollen wir gegen Leverkusen jetzt anfangen.

Sport1.de: Sie konnten noch nie mit Köln gegen Leverkusen gewinnen. Was macht Sie optimistisch, dass es diesmal klappen könnte?

Mondragon: Ich gehe in jedes Spiel mit dem Willen, es zu gewinnen. Außerdem: Die Situation, die momentan gegeben ist, ist doch wunderbar: Leverkusen ist Tabellenführer und ungeschlagen in dieser Saison. Wir hingegen haben in den vergangenen Spielen keine überzeugenden Leistungen gezeigt und sind der Außenseiter in diesem Spiel. Und gerade das spornt uns an, wir glauben an uns.

Sport1.de: Wolfgang Overath hat Sie und die anderen Führungsspieler nach der 1:5-Niederlage gegen Stuttgart in die Pflicht genommen. Wie bringen Sie sich nun ein?

Mondragon: Es gilt nun für all unsere Führungsspieler wie Maniche, Nova, Mohamad, Petit und Poldi, voran zu gehen, im Training noch eine Schippe draufzulegen und viel mit den jungen Spielern zu reden. Ich habe solche Situationen schon ein paar Mal erlebt und weiß, damit umzugehen. Die Erfahrung versuche ich nun weiterzugeben und mit positivem Beispiel im Training voranzugehen.

Sport1.de: Lukas Podolski spielt bisher keine gute Saison und hat lange nicht getroffen. Finden Sie, dass dies in der Öffentlichkeit ein zu großes Thema ist?

Mondragon: Natürlich ist Lukas als deutscher Nationalspieler immer ein mediales Thema. Aber ich bin überzeugt davon, dass er aus dieser Situation herauskommen wird.

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