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Schalkes Rafinha (l.) und Höwedes (r.) nehmen den Dortmunder Schmelzer in die Zange © getty

Für Schalke-Coach Magath ist kein Spiel wie das brisante Duell der Ruhrrivalen. Auch die Dortmunder sind schon im Derby-Fieber.

Von Christian Stüwe und Andreas Kloo

München - Der Begriff Derby wird teilweise inflationär verwendet, doch wenn ein Spiel das Gütesiegel ohne jeden Zweifel verdient hat, dann ist es das Ruhrpott-Derby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund.

Am Freitagabend (ab 20 Uhr LIVE) geht die ewige Rivalität der ungeliebten Nachbarn in die 135. Runde.70433(Diashow: Die heißesten Revierderbys)

"Kein Derby ist wie dieses", sagt Schalke-Trainer Felix Magath vor seinem ersten Heimspiel gegen den BVB.

Und ohne Übertreibung war die Brisanz selten so groß. Dafür sorgt alleine schon die Tabellensituation.

Magath optimistisch

Schalke liegt auf Rang 3, Dortmund auf Platz 5, sechs Punkte trennen die Kontrahenten.

Die Nachbarn streiten sich um die europäischen Plätze, das Derby ist nach langer Zeit endlich wieder ein echtes Spitzenspiel unter dem Motto "Verlieren verboten".

Magath ist optimistisch, dass die Gastgeber das beherzigen werden: "Wenn wir das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben, dann können alle Schalker nach dem Spiel glücklich nach Hause gehen."

Schmelzer und Sahin im Derbyfieber

Doch auch bei den Gästen aus dem 35 Kilometer entfernten Dortmund sind alle auf das Spiel fokussiert.

"Für die Fans ist es das wichtigste Spiel des Jahres", sagte Verteidiger Marcel Schmelzer im Gespräch mit Sport1.de:

"Da wollen wir unbedingt gewinnen. Wenn wir Schalke schlagen sollten, wird auch die Europa-League-Qualifikation etwas wahrscheinlicher."

Ähnlich sieht es auch Teamkollege Nuri Sahin. "Ich bin schon voll im Derbyfieber und freue mich auf dieses Spiel", erklärte der BVB-Kapitän Sport1.de.

Der gebürtige Lüdenscheider glaubt an einen guten Ausgang für die Schwarz-Gelben: "Schalke ist eine starke Mannschaft, die sicher in der Abwehr steht, aber wir haben das Zeug sie zu schlagen."

Bei Schalke steht die Null zu Hause

Mit seiner Einschätzung der Schalker Defensivqualitäten liegt Sahin richtig. Seit sieben Spielen sind die Schalker zu Hause ohne Gegentor.

Großen Anteil an dieser Stabilität hat Torwart Manuel Neuer, der seit 586 Minuten in der Arena unbezwungen ist.

Der Nationalkeeper ist zudem von Kindesbeinen an Schalke-Fan und steht auch deshalb besonders im Fokus. Genau wie der Dortmunder Kevin Großkreutz schon immer Anhänger des BVB ist.

Beide stehen fast schon sinnbildlich für die Derby-Rivalität. Zumal ausgerechnet diese beiden Spieler im Hinspiel aneinander gerieten und eine ordentliche Rudelbildung auslösten.70433(Diashow: So lief der Streit ab)

Giftpfeile zwischen Neuer und Großkreutz

Und auch im Vorfeld dieser Partie wurden schon wieder Giftpfeile hin- und hergeschossen. Neuer mokierte sich noch einmal über die nach seiner Ansicht falschen Vorwürfe, er habe damals Großkreutz tätlich attackiert.

"Ich bin kein Lügner", erklärte er, wendete den Blick dann aber mit markigen Worten auf das Wiedersehen am Freitag: "Es geht um alles oder nichts. Es zählt nur der Sieg!"

Das würde wohl auch Großkreutz so unterschreiben, doch der erhielt nach den Vorfällen im Hinspiel von den BVB-Verantwortlichen in dieser Woche einen Maulkorb. (Personalie: Der Schalke-Hasser im Feindesland)

Trotzdem dürfte er von den Schalker Fans gnadenlos ausgepfiffen werden. Schon im Vorfeld musste er Hass-SMS und böse Anrufe über sich ergehen lassen, nachdem offenbar Schalker Anhänger an seine Handy-Nummer gelangt waren.

Trainer rufen zur Fairness auf

Daher appellierten beide Vereine in einer gemeinsamen Erklärung vor dem Derby an eine faire und gewaltfreie Rivalität.

"Es soll einfach ein schönes Spiel werden", meinte Sahin. "Ich gehe da nur mit positiven Gefühlen rein. Ich denke, zu solchen Vorfällen wie im Hinspiel wird es nicht kommen."

Und auch die beiden Trainer versuchen, denn Ball flach zu halten. "Keine Freunde zu sein, heißt nicht, dass man nicht respektvoll miteinander umgeht", erklärte BVB-Trainer Jürgen Klopp.

"Ich erwarte, dass wir leidenschaftlich zu Werke gehen, ohne aber über das Ziel hinauszuschießen", meinte auch Magath, der seinen 200. Sieg als Bundesliga-Coach feiern könnte.

"Es geht bei diesem Spiel nicht um mich, sondern um den FC Schalke 04. Zudem beschäftige ich mich eigentlich nicht allzu gerne mit Statistiken", sagte er zwar:

"Aber sollte es so kommen, nehme ich das natürlich gerne mit."

Zumal der Gewinner bis zur nächsten Saison in der Bilanz vorne liegen würde: Denn im Moment haben beide Klubs in den Bundesliga-Duellen 26 Siege verbucht (bei 23 Unentschieden).

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