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Christian Ziege ist seit Sonntag Interims-Coach in Gladbach © getty

Nach der Trennung von Jos Luhukay erhebt Christian Ziege keine Ansprüche auf die Nachfolge als Gladbach-Coach.

Mönchengladbach - Das Trainer-Roulette bei Borussia Mönchengladbach dreht sich auf Hochtouren: Einen Tag nach der Entlassung von Jos Luhukay schloss Sportdirektor Christian Ziege kategorisch aus, dauerhaft die Nachfolge des Niederländers anzutreten und öffnete damit Spekulationen Tür und Tor.

"Ich mache das solange, bis wir einen neuen Trainer gefunden haben", sagte der Ex-Nationalspieler auf einer Pressekonferenz im Borussia-Park und stellte klar: "Es wäre wünschenswert, wenn wir das relativ zeitnah hinkriegen."

Auf Fragen nach möglichen Kandidaten gingen weder Ziege, noch Präsident Rolf Königs ein. Immerhin schloss der Borussen-Boss die Verpflichtung eines der populärsten Gesichter der Klub-Geschichte aus.

Absage an Effenberg

"Stefan Effenberg hat immer die Nähe zur Borussia gesucht, und er ist immer ein gern gesehener Gast. Seine Angebote haben wir aber damals nicht angenommen, und das sehe ich auch für die Zukunft so", meinte Königs.

Effenberg hatte besonders nach der Entlassung von Jupp Heynckes Ende Januar 2007 seine Mitarbeit angeboten.

Einen konkreten Zeitplan verfolgt der fünfmalige deutsche Meister bei der Trainersuche nicht. "Wir werden nichts übers Knie brechen. Es gilt, den Richtigen zu finden, und das ist schon eine Aufgabe. Das geht nicht von heute auf morgen", sagte Ziege.

"Keiner für drei Monate"

Als mögliche Luhukay-Nachfolger werden in Mönchengladbach Ex-Borussen-Trainer Hans Meyer, der ehemalige Schalke-Coach Mirko Slomka und auch der langjährige Freiburger Trainer Volker Finke gehandelt. "Wir suchen einen Mann, der uns aus dieser Situation herausführen kann, aber er muss auch unsere Philosophie umsetzen können. Es soll keiner für drei Monate werden", sagte Ziege.

Der Europameister von 1996 leitete am Montagnachmittag erstmals das Training; im zur Seite steht ab sofort U19-Coach Sven Demandt.

Ziege mit Trainersuche beauftragt

Königs erklärte, dass sich der Klub Kontinuität wünsche und mit Luhukay statt 20 Monaten "lieber 20 mal 20 Monate lang" zusammengearbeitet hätte. Für die Trainersuche beauftragte er Ziege.

Der Ex-Nationalspieler will als Trainer vor allem dafür sorgen, dass die Akteure nach der bitteren 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Köln und insgesamt sechs Niederlagen in sieben Spielen wieder an ihre eigenen Stärken glauben. Es sei wichtig, ihnen das Gefühl zu vermitteln, "dass sie das Fußball spielen nicht verlernt haben", sagte Ziege.

Die Qualität der Mannschaft hält er für den Klassenerhalt für ausreichend. Er sei sehr guten Mutes, "dass die Jungs das hinkriegen".

Ungeliebter Advocaat

Auf der Suche nach dem neuen Mann sollte den Verantwortlichen schon ein Blick in die jüngste Klub-Geschichte Warnung genug sein.

Ende Oktober 2004 hatte Horst Köppel die Borussia als Interimstrainer zu einem 2:0-Sieg gegen Rekordmeister Bayern München geführt. Als wenige Tage später Dick Advocaat als Cheftrainer eingestellt wurde, wollten die Fans den Niederländer schon gar nicht mehr haben.

Fußballlehrer-Lehrgang abgebrochen

Zum nächsten Spiel muss die Borussia am 17. Oktober beim VfL Bochum antreten. Selbst im Erfolgsfall unter seiner Führung würde die Borussia laut Ziege "trotzdem nach einem neuen Trainer suchen".

Dass dieser in ferner Zukunft doch ein mal Christian Ziege heißen könnte, schloss Königs nicht aus. "Dass ihn das Traineramt reizt, wissen wir. Aber wir sind der Meinung, dass die Zeit noch nicht reif dafür ist", sagte der Präsident.

Ziege hatte erst vor wenigen Wochen den Fußballlehrer-Lehrgang in Köln abgebrochen, um sich voll auf seine Aufgabe als Sportdirektor in Mönchengladbach zu kümmern.

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