vergrößernverkleinern
Martin Demichelis spielt seit 2003 für den FC Bayern München © getty

Der Europa-League-Auftritt des HSV schreckt van Gaal nicht. Viel mehr macht dem FCB-Trainer das neue Konzept der Gegner Sorgen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Einen Teil der Gegneranalyse hat Louis van Gaal ganz gemütlich zu Hause vor dem Fernseher betrieben.

Gemeinsam mit Ehefrau Truus schaute sich der Bayern-Trainer am Donnerstagabend das Europa-League-Spiel des HSV in Eindhoven an.

"PSV war besser, Hamburg hat viel Glück gehabt", stellt der 58-Jährige einen Tag später an der Säbener Straße fest.

Letztlich müsse es sich Eindhoven selbst zuschreiben, aus der Europa League geflogen zu sein. "Sie haben unerwachsen gespielt", sagt van Gaal scharf über seine Landsleute.

Der FC Bayern will es am Sonntag in der Bundesliga gegen Hamburg (ab 17.15 Uhr LIVE) besser machen und hat doch vor dem HSV einen Heidenrespekt.

Noch keine HSV-Niederlage in der Allianz Arena

Denn seit sie in der Allianz Arena antreten, warten die Münchner noch auf einen Erfolg gegen die Norddeutschen.

Und im Hinspiel kassierte der Rekordmeister eine 0:1-Pleite.

"Wir waren damals auf sehr hohem Niveau, haben aber viele Chancen verpasst", befindet van Gaal und schiebt hinterher, dass er damals für diese Meinung "ausgelacht" wurde.

Die Faktenlage ließ van Gaal im September leiden: Seine Bayern waren nur Siebter, der HSV thronte auf Rang eins.

Eben jene Position, wohin sich die Münchner schnellstmöglich wünschen. Lediglich ein Tor trennt sie in der Tabelle von Spitzenreiter Leverkusen. (DATENCENTER: Bundesliga)

Ribery wieder im Team

Und gegen Hamburg kann auch wieder Franck Ribery nach überstandener Fußblessur mitwirbeln. Nur der Einsatz von Verteidiger Daniel van Buyten ist laut van Gaal noch fraglich.

Ein Sieg - womöglich die Tabellenführung - für die Bayern wäre es der ideale Abschluss ihres Jubiläumswochenendes.

Der Klub feiert in diesen Tagen seinen 110. Geburtstag.

Demichelis: "Müssen sie auf Distanz halten"

Dass die Rothosen aus Hamburg da nur zu gerne in die Rolle der Spaßverderber schlüpfen würden, weiß Martin Demichelis.

"Das ist ein ganz wichtiges Spiel, der HSV will nach oben kommen, es ist eine große Chance für ihn", sagt der Bayern-Verteidiger zu Sport1.de.

Und er fordert seine Mitspieler vorm Duell gegen den Tabellenvierten auf: "Wir müssen sie auf Distanz halten."

Maradona auf der Tribüne?

Die Revanche für die Niederlage in der Hinrunde betrachtet der Argentinier zudem als Ehrensache.

"Der FC Bayern ist jetzt kompakter als damals", behauptet "Micho".

Auf den zweikampfstarken Abwehrmann wartet womöglich noch ein zusätzlicher Motivationsschub: Argentiniens Nationalcoach Diego Maradona könnte vor dem Länderspiel gegen Deutschland unter den Zuschauern in der Allianz Arena sein.

FCB-Spiel entschlüsselt

Seit dem 1:1 beim Kellerkind in Nürnberg treibt die Bayern allerdings eine große Angst um:

Die Gegner scheinen wie Detektive nach einem positiven DNA-Abgleich das Geheimnis des FCB-Flügelzaubers gelüftet zu haben. Van Gaal fuchst das derart, dass er in der vergangenen Woche auf der Pressekonferenz Dieter Hecking hektisch unterbrach.

Allzu offen hatte Nürnbergs Coach über das Stellungsspiel gegen Bayerns Flügelsystem referiert.

"Sie haben es wie Florenz gemacht", berichtet van Gaal über den FCN. Kurz gefasst bedeute das: enge Räume und dazu "dreimal Rückendeckung".

So einfach und doch wirkungsvoll ließen die Franken die magische Bayern-Serie von 13 Pflichtspielsiegen in Folge reißen.

System und Gegensystem

Zwar musste Nürnberg nur Arjen Robben zähmen, doch das gelang über weite Strecken. Ribery musste verletzt zuschauen.

Und Florenz praktizierte die Dreifach-Absicherung in der Champions League sogar gegen "Rib und Rob" in einem 4-2-3-1 mit erstaunlicher Raffinesse.

Doch jedes System, meint van Gaal, besitze auch seine Schwachstelle. "Andere Spieler sind dann frei, das müssen Robben und Ribery noch besser ausnutzen."

Van Gaal sieht Bayern psychologisch im Vorteil

Und der Bayern-Trainer hat noch andere Argumente, um zu begründen, warum es mit einem Erfolg gegen den HSV diesmal klappen soll.

Anders als die Hamburger hat der FC Bayern nicht unter der Woche gespielt, die Hamburger müssten sich dagegen nach dem Europa-League-Spiel völlig neu konzentrieren.

Stürmer Ivica Olic, zuletzt Joker, freut sich gleichfalls auf das Wiedersehen mit dem Ex-Verein. Der Kroate kündigt selbstbewusst an: "Ich bin überzeugt, dass unsere Qualität höher ist."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel