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Ivan Rakitic erzielte gegen den BVB seinen zweiten Saisontreffer © getty

Schalke 04 hat das 135. Revierderby nach einem Rückstand noch in einen Sieg gedreht und Borussia Dortmund auf Distanz gehalten.

Gelsenkirchen - Ivan Rakitic hat Schalke 04 mit einem Traumtor den Sieg im 135. Revier-Derby gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund beschert und die Königsblauen auf Kurs Champions League gehalten.

Der Mittelfeldspieler erzielte am Freitagabend in der 83. Minute das entscheidende Tor zum 2:1 (0:0) der Mannschaft von Trainer Felix Magath, die zum Auftakt des 24. Spieltages den Rückstand zum Spitzenduo Bayer Leverkusen und Bayern München auf einen Punkt verkürzte.

Nuri Sahin brachte den BVB in einem hektischen Derby mit einem Foulelfmeter in der 47. Minute in Führung, bevor U21-Europameister Benedikt Höwedes (66.) vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena für den Ausgleich sorgte.

Magath nicht zufrieden

Trotzdem war Magath nach dem Spiel nicht restlos zufrieden. "Wir haben in der Abwehr einige grobe Fehler gemacht, sodass die Dortmunder zu Chancen kamen. Anscheinend war der Eine oder Andere bei uns ein bisschen nervös", analysierte der Coach.

"In der zweiten Halbzeit haben wir dann sehr viel nach vorne investiert und die Leinen losgelassen."

Anders sah es natürlich sein Gegenüber Jürgen Klopp: "Uns ist am Ende das Herz in die Hose gerutscht. Wir haben in der ersten Halbzeit durch gutes Stellungsspiel Ballverluste erzwungen, aber in der letzten Zone so ziemlich alles falsch gemacht. In den entscheidenden Situationen waren wir nicht mutig genug."

Das Spiel war klar auf Kurs Unentschieden. "Das 2:1 war ein Tor des Monats", so Klopp.

Dortmunds Innenverteidiger Neven Subotic sprach nach 90 umkämpften Minuten von einem "unverdienten Sieger".

Sahin bricht den Bann

Der Treffer von Sahin war der erste Gegentreffer der Gastgeber in der heimischen Arena seit 632 Minuten und sechs Spielen in Folge ohne Gegentor.

Für Dortmund bedeutete die Niederlage ein Rückschlag im Kampf um die Plätze für die Europa League.

Vor den Fans aus beiden Lagern, die ihre Mannschaften mit ohrenbetäubenden Sprechchören anfeuerten, setzte Schalke auf die offensive Variante.

Coach Magath nominierte mit dem Brasilianer Edu einen weiteren Stürmer für die Startelf.

Taktik ist Trumpf

Doch die Begegnung fand zunächst vorwiegend zwischen den beiden Strafräumen statt. Beide Teams versuchten, schon in der Anfangsphase eine Dominanz im Mittelfeld zu erobern.

In einem intensiven Schlagabtausch boten sich den Dortmundern, die mit schnellem Spiel in die Spitze versuchten, die Defensive der Schalker zu überraschen, die erste Möglichkeit.

Doch der in der 14.Minute völlig freistehende Kevin Großkreutz vertändelte den Ball.

Die erste Chance hatten die Schalker in der 26. Minute mit einem Distanzschuss von Marcelo Bordon. Der Brasilianer hatte jedoch Pech, als Mohamed Zidan seinen Kopfball nach einem Eckball auf der Linie klärte.

Abnutzungskampf statt Feinkost

Das bis zur Halbzeit hektische Duell lebte von seinen kämpferischen Elementen, flüssige Kombinationen blieben Mangelware, so dass BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits zur Halbzeit treffend feststellte: "Das ist keine fußballerische Feinkost, eher ein Abnutzungskampf."

Nach dem Wechsel versuchte Dortmund weiterhin mit Kontern zum Erfolg zu kommen.

Gerade zwei Minuten waren gespielt, als Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) nach einem Foul des Schalkers Rakitic an Dortmunds Nelson Valdez auf den Elfmeterpunkt zeigte, und Sahin Schalkes Torhüter Manuel Neuer mit seinem Foulelfmeter keine Chance ließ.

Rakitic mit Traumtor

Doch die Freude der Dortmunder Fans währte nur 19 Minuten, ehe Höwedes mit einem Kopfball aus nur acht Metern zum 1:1 erfolgreich war.

Mit frischem Rückenwind blies Schalke zur Schlussoffensive und sorgte für einige Turbulenzen im Dortmunder Strafraum.

Doch mit viel Geschick und dem Glück des Tüchtigen überstand der BVB diese Phase schadlos und hatte sogar das 2:1 auf dem Fuß.

Doch Valdez präsentierte sich neun Minuten vor dem Abpfiff freistehend allzu unentschlossen.

Dann traf Rakitic mit einem Schuss aus 18 Metern.

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