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Torschütze Ribery (M.) wird von Klose (r.) und van Gaal beglückwunscht © imago

Dank eines Treffers des Franzosen übernehmen die Bayern die Tabellenspitze. Hamburg trifft kurz vor Schluss nur die Latte.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Der Rahmen war feierlich.

110 Jahre FC Bayern - eine deutsche Erfolgsgeschichte.

Jeder Besucher bekam einen rot-weißen Schal, im Stadionmagazin schrieb der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vom "Aushängeschild des deutschen Fußballs".

Auch das Ergebnis gegen den Hamburger SV ließ die Herzen der Verantwortlichen dann höher schlagen.

Mit einem 1:0 (0:0) durch ein spätes Tor von Franck Ribery in einem hart umkämpften Nord-Süd-Schlager erklommen die Münchner die Tabellenspitze - erstmals wieder nach 57 (!) Spieltagen.

"Schön, zum Geburtstag oben zu stehen"

"Es ist ein gutes Gefühl wieder Tabellenführer zu sein. Gerade für unser Publikum ist es schön, zum Geburtstag oben zu stehen", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal und ergänzte:

"Ich denke, wir haben verdient gewonnen. Das war ein taktisch starkes Spiel, auch von Hamburg. Der HSV hat eine sehr gute Mannschaft und gehört zu unseren Konkurrenten."

Bei den Gastgebern musste erneut Abwehrchef Daniel van Buyten wegen seiner Wadenverletzung passen.

Für ihn kam Diego Contento zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz.

Petric dabei - "Van the Man" nicht

Beim HSV fehlten der angeschlagene Stürmerstar Ruud van Nistelrooy und der erkrankte Nationalspieler Marcell Jansen, Mladen Petric war dagegen einsatzfähig.

Die Bayern waren gegen den "Angstgegner", gegen den sie in den letzten neun Spielen nur einmal gewinnen konnten, von Beginn an tonangebend.

In der dritten Minute strich ein Freistoß von Ribery knapp am HSV-Tor vorbei, kurz danach konnte Guy Demel gerade noch vor Thomas Müller klären.

Müller lupft über das Tor

Der 20-Jährige hatte in der 13. Minute nach glänzender Vorarbeit von Bastian Schweinsteiger dann auch die große Chance zur Führung: Sein Lupfer aus kurzer Distanz war jedoch zu hoch angesetzt.

Eine Minute später scheiterte Ribery an Frank Rost.

Die Partie vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war flott, Mittelfeldgeplänkel fand kaum statt.

HSV verschiebt geschickt

Aber eine Führung für die Münchner wäre zu diesem Zeitpunkt auch nicht unverdient gewesen.

Allerdings verschoben die Gäste geschickt und stellten die Räume zu.

Oft gelang es ihnen, sich Robben (gegen Jeroma Boateng) und Ribery (gegen Guy Demel) vom Strafraum fern zu halten.

In der Offensive kamen die Hamburger erst nach einer halben Stunde besser ins Spiel, zuvor hatten sie Richtung Münchner Gehäuse eher zurückhaltend agiert.

Butt klärt gegen Trochowski

Bei zwei guten Möglichkeiten vor der Pause profitierten sie jeweils von leichten Ballverlusten der Münchner.

Nach einem Flatterball von Piotr Trochowski (18.) musste zunächst Jörg Butt sein ganzes Können aufbieten, dann verzog noch einmal Trochowski freistehend (22.).

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Die größte HSV-Chance hatte Mladen Petric kurz vor der Pause, als er nach Zuspiel von Marcus Berg - ebenfalls völlig frei vor Butt - den Ball über das Tor setzte.

Rost muss zur Pause raus

In der zweiten Halbzeit mussten die Hanseaten dann auch noch auf Frank Rost verzichten. Für den an der Hüfte verletzten Keeper rückte Wolfgang Hesl in den Kasten.

Der Druck auf dessen Gehäuse nahm zu. Die Hamburger zogen sich weit zurück und beschränkten sich nun vollends aufs Kontern.

Gomez feuerte einen Schuss ab - Hesl hielt (55.). Es war bis dahin der rote Faden der Partie: Den Bayern fehlte beim finalen Pass und beim Abschluss die Präzision.

Torun trifft die Latte

Van Gaal reagierte und brachte für den glücklosen Gomez mit "HSV-Schreck" Miroslav Klose einen frischen Stürmer.

Der Rekordmeister schaltete noch einmal einen Gang höher. Der FCB wollte den Sieg und die Tabellenspitze erobern.

In der 78. Minute fiel schließlich das 1:0: Nach einem langen Pass setzte sich Ribery in seiner typisch dynamischen Art auf der linken Seite durch und überwand Hesl aus 17 Metern.

Fünf Minuten später traf der eingewechselte HSV-Stürmer Tunay Torun per Kopf noch die Latte.

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