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Ballack (r.) zog sich am 11. September 2010 einen Bruch des Schienbeinköpfchens zu © getty

Die Tore schossen andere, doch Michael Ballack stand gegen 96 erstmals nach seiner Verletzung wieder 90 Minuten auf dem Platz.

Leverkusen - Der Capitano ist zurück, doch das Thema Nationalmannschaft hat Michael Ballack zunächst in den Hintergrund gedrängt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Ich habe genug zu tun, wieder zu meiner Physis zu finden, komplett fit zu werden. Das ist mein Ziel. Alles andere kommt von alleine", sagte der 34 Jahre alte Mittelfeldstar von Bayer Leverkusen.

Ballack hatte beim 2:0 (2:0) im Spitzenspiel gegen Hannover 96 erstmals nach 139 Tagen wieder in der Anfangsformation des Werksklubs gestanden.

Das erste Länderspiel der DFB-Auswahl 2011 am 9. Februar in Dortmund gegen den viermaligen Weltmeister Italien kommt für den 98-maligen Nationalspieler und Kapitän der Auswahl des DFB aber noch zu früh.

Bundestrainer Joachim Löw wird bei der Nominierung in der kommenden Woche voraussichtlich auf Ballack verzichten.

"Im Moment gibt es keinen Kontakt zu Jogi Löw. Ich muss zunächst in Leverkusen meine Leistung bringen. Der Trainer wird dann entscheiden, wie es weitergeht", äußerte "Balle".

Bis kurz vor Mitternacht brachte er am späten Freitagabend in der Mixed-Zone der BayArena noch einen Interview-Marathon hinter sich.

Lob von Heynckes

Sein 90-Minuten-Auftritt gegen die 96er war indes vielversprechend.

Ballack gewann 52 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte 94 Ballkontakte, und 73 Prozent seiner Pässe fanden den Mitspieler.

"Mit unserer Taktik eines 4-3-3 haben wir es Michael leichter gemacht. Es ist noch Luft nach oben, aber Michael hat seine Souveränität gezeigt. Er hat Ruhe ins Spiel gebracht", lobte Bayer-Coach Jupp Heynckes.

Auch Nationalspieler Stefan Kießling hob "die Präsenz, die Ballack auf dem Platz gezeigt hat", hervor.

Das Mittelfeldtrio - Bayers Prunkstück

Das Mittelfeldtrio Ballack, Arturo Vidal und Simon Rolfes erwies sich als Prunkstück bei den Gastgebern.

"Die Qualität ist fantastisch. Wir sind natürlich noch schwerer auszurechnen", analysierte der ehemalige England-Legionär Ballack.

Vor 28.013 Zuschauern schossen der wiederum überragende Chilene Vidal (21.) und Kapitän Rolfes (42.) den vierten Heimsieg gegen die Niedersachsen bei nun 11:0 Toren heraus.

"Unsere Marschrichtung heißt ganz klar Champions League", sagte Torwart Rene Adler, nachdem der zweite Tabellenplatz durch den Erfolg gegen Hannover gefestigt wurde.

96: Schritt nach vorn, trotz Niederlagen

Die Niedersachsen kassierten nach dem 0:1 gegen Schalke die zweite Niederlage in Folge - ausgerechnet im ersten Spiel nach der Vertragsverlängerung mit Coach Mirko Slomka bis 2013.

"Momentan haben wir nicht das Gefühl im Abschluss. Da müssen wir noch mehr Willen entwickeln", kritisierte der 96-Trainer.

In der Tat waren die Gäste in der Offensive einfach zu harmlos.

Hannovers Linksverteidiger Christian Schulz sah trotzdem eine Positiv-Entwicklung: "Auch wenn wir jetzt zwei Niederlagen einstecken mussten, haben wir spielerisch einen Schritt nach vorn gemacht."

Versöhnung zwischen Pinto und Ballack

Entscheidend war in Leverkusen, dass Bayer quasi aus dem Nichts zweimal in Hälfte eins erfolgreich war.

"Es kann nicht sein, dass der Gegner zweimal aufs Tor schießt und dann mit 2:0 führt. Wie auch im Schalke-Spiel in der vergangenen Woche haben wir unsere Torchancen nicht genutzt", analysierte Mittelfeldspieler Sergio Pinto, der vor Spielbeginn per Handschlag Bayer-Ass Ballack begrüßt hatte.

Er zog damit seinen Schlussstrich unter die Auseinandersetzung mit dem Leverkusener, denn Pintos Tackling im Duell am 11. September 2010 hatte zu einem Bruch des Schienbeinköpfchens bei Ballack und der erneuten monatelangen Pause geführt.

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