DSF-Experte Udo Lattek versteht die wütende Medien-Reaktion des Schalke-Trainers. Stuttgarts Lauf imponiert ihm schwer.

Hallo Fußball-Freunde,

ich habe das Gefühl, dass Felix Magath seine Arbeit nicht genügend von der Öffentlichkeit, von der Presse gewürdigt bekommt.

Ich kann mich in Magath hineinversetzen: Die Arbeit, die er mit dieser Mannschaft geleistet hat, ist hervorragend. Und es wäre vielleicht angebracht, dass man einfach mal sagen würde, "hervorragend, was er da gemacht hat.".

Dass nicht immer gut gespielt wird, ist eine andere Geschichte. Aber Schalke gewinnt, ist oben mit dran und hat die Chance, Deutscher Meister zu werden.

Magath will deshalb auch mal ein gutes Wort über die Mannschaft hören: Weil sie nämlich - obwohl sie noch nicht zu 100 Prozent eine Mannschaft ist - Spiele gewinnt. Und weil sie diszipliniert spielt.

Was mich an diesem Spieltag noch gestört hat, war Leverkusens Spieltempo gegen den 1. FC Köln: Bayer ist nie volles Risiko gegangen.

Ich hatte immer das Gefühl, dass die Mannschaft ein bisschen Angst hatte, den Ball zu verlieren und in einen Konter zu laufen.

Außerdem hatte Bayer keinen einzigen Freistoß in der Nähe des 16-Meter-Raums - und das heißt, dass sie da auch nie hingekommen sind.

Leverkusen Chance im Titelrennen ist trotzdem groß:

Wenn Bayer bis zum Spiel gegen die Bayern nicht mehr als drei Punkt Rückstand hat, dann können sie Bayern zu Hause schlagen, und dann ist die Meisterschaft greifbar.

Beeindruckend finde ich Stuttgarts erneute Aufholjagd in der Rückrunde:

Wenn sie die Konstanz beibehalten, so spielen wie gegen Barcelona in der Champions League, dann ist das internationale Geschäft noch absolut drin.

Es kann sogar sein, dass die Auswechslung von Aliaksandr Hleb die Mannschaft zusätzlich motiviert hat, weil sie sehen, dass der Trainer keine Rücksicht auf große Namen nimmt.

Christian Gross lässt nur die spielen, die wirklich Leistung bringen. Und daran hat sich die Mannschaft dann hochgezogen.

Euer Udo Lattek

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