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Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Louis van Gaal sind momentan auf Erfolgskurs © imago

Bayern stößt Bayer Leverkusen von der Spitze und will dort nun nicht mehr weg. Aber auch Schalke sammelt weiter emsig Punkte.

Von Daniel Rathjen

München - Karl-Heinz Rummenigge schritt zufrieden durch die Mixed-Zone.

In seiner grün-gesteppten Jacke, die der Vorstandsboss des FC Bayern im Winter zu tragen pflegt, wirkte er zuletzt auch optisch wie ein Jäger.

Doch jetzt ist sein Klub nach dem 1:0 gegen Hamburger SV wieder der Gejagte (DATENCENTER: Der 24. Spieltag).

"Und in der Rolle fühle ich mich grundsätzlich wohler", stellte der 54-Jährige klar.

Der deutsche Rekordmeister verwertete die Vorlage, die ihm der 1. FC Köln durch das 0:0 beim ehemaligen Tabellenführer Bayer Leverkusen geliefert hatte.

Gegen den HSV machte Franck Ribery den Unterschied zum 110. Vereinsjubiläum in einer insgesamt ausgeglichenen Partie.

Lob vom "Kaiser"

"Die Tabellenführung ist die Bestätigung der letzten Monate. Zu Saisonbeginn war die Leistung außerirdisch schlecht. Nun ist die Mannschaft kompakt, hat sich gefunden", lobte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer.

Zum sechsten Mal hatte Leverkusen vorlegen müssen, zum dritten Mal reichte es für sie dabei nur zu einem Punkt.

"Um ganz oben zu bleiben, ist das wohl zu wenig. Aber hier redet keiner von der Meisterschaft. Unser Anspruchsdenken ist sicherlich gewachsen. Das primäre Ziel heißt weiterhin Qualifikation für Europa", betonte Leverkusens Torwart Rene Adler.

Die Punkteteilung wirkte auf ihn wie eine "gefühlte Niederlage" für den Herbstmeister, der sich so auch nicht über den Bundesliga-Startrekord freuen konnte.

Erfolgt nun der von vielen erwartete Einbruch der Leverkusener?

Dieser 24. Spieltag gibt natürlich keine Auskunft über den weiteren Verlauf der Saison, wie unter anderem Bayer-Sportchef Rudi Völler folgerichtig erklärte.

Und was ist mit Schalke?

Eines ist allerdings deutlich: Die Konkurrenz ist weit genug distanziert - das Titelrennen ist ein Dreikampf zwischen Bayern, Leverkusen und den emsigen Schalkern.

Der frechen Crew von Schleifer Felix Magath bleiben - ebenso wie den Münchnern - in den letzten zehn Duellen noch vier Heimspiele, während Leverkusen noch sechsmal zu Hause ran darf.

Bayern und Schalke müssen noch nach Leverkusen, die Münchner zudem nach Schalke, dazu die Champions League und den DFB-Pokal bewältigen.

Gute Karten haben die Bayern dennoch. Ihr Kader ist qualitativ und quantitativ der beste im Vergleich.

Individuelle Klasse - wie die von Ribery gegen den HSV - könnte in Spitzenspielen entscheidend sein.

"Die Differenz war ein Einzelspieler", gestand auch Trainer Louis van Gaal.

"Er hat gar nicht so gut gespielt, aber man hat gesehen, dass er trotzdem immer in der Lage ist, ein Spiel alleine zu entscheiden", fügte Rummenigge an.

Rummenigge warnt

Der Vereinsboss warnte jedoch gleichzeitig: "Wir dürfen jetzt nur nicht den Fehler machen und denken, dass wir durch sind."

Auch die Spieler verfallen nicht in Überschwang. "Es sind immer noch zehn Spiele zu spielen, da werden noch eine Menge Punkte vergeben", weiß Bastian Schweinsteiger.

Für Sportdirektor Christian Nerlinger war die Eroberung der Tabellenspitze ohnehin nicht mehr und nicht weniger als ein "wichtiger Zwischenschritt" - ebenso wie für van Gaal.

"Ich weiß, mein Vorstand hat lange darauf gewartet, dass wir wieder ganz oben stehen. Für mich ist das schön, aber nicht ganz so wichtig. Wir müssen nun weiter dominant und attraktiv spielen", forderte er.

Müller selbstbewusst

Das ist auch der Tenor, den Philipp Lahm bei seiner Analyse der Situation wählt. Einen Seitenblick Richtung Leverkusen und Schalke solle sich der FC Bayern nicht leisten.

"Eine Vorentscheidung ist noch nicht gefallen. Wir müssen auf uns schauen, unsere Spiele gewinnen - dann werden wir am Ende Meister."

Groß ist das Selbstbewusstsein so oder so. "Ich denke, dass wir uns jetzt durchsetzen und vorne wegmarschieren werden", glaubt auch Thomas Müller.

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