vergrößernverkleinern
Sami Khedira (r.) und Stuttgart verloren das Hinspiel 0:2 gegen Bremen © getty

Bremen und Stuttgart haben ihre Krisen längst überwunden und schielen nach oben. Im direkten Duell kündigen beide Offensive an.

Von Christian Stüwe

München - Zwischen dem VfB Stuttgart und Werder Bremen gibt es in dieser Saison einige Parallelen.

Beide steckten schon tief in der Krise. Aber beide haben sich gefangen und befinden sich nach zuletzt starken Serien nun in Schlagweite zu den internationalen Plätzen.

Das Aufeinandertreffen der Mannschaften in Bremen (Sa., 15 Uhr LIVE) ist somit ein Duell der Aufholjäger.

"Wir wollen jetzt versuchen, die Abstände auf die internationalen Plätze zu verkürzen", sagt Stuttgarts Sami Khedira im Gespräch mit Sport1.de.

VfB und Werder in Lauerstellung

Mit 34 Punkten lauern die Schwaben auf Rang acht, Werder ist mit 38 Zählern sechster, einen Punkt hinter Borussia Dortmund, die auf dem ersten Europa-League-Platz liegen.(DATENCENTER: Der 25. Spieltag)

Khedira sieht Bremen dementsprechend auch als "direkten Konkurrenten".

Der VfB glänzt als zweitbestes Rückrundenteam. Werder ist nach der Krise im Januar und gegen Ende der Hinrunde seit vier Spielen unbesiegt.

"Sind abhängig von jungen Spielern"

Der Vertragspoker um Mesut Özil und dessen nachlassende Form hatten für Unruhe an der Weser gesorgt.

"Wir sind immer wieder abhängig von sehr jungen Spielern, die geholt werden, um sich bei Werder weiterzuentwickeln. Und die haben natürlich noch keine Konstanz in ihren Leistungen", sagt Per Mertesacker im Gespräch mit Sport1.de.

"Man hat gesehen, dass wir einen Mesut Özil in Topform brauchen, um uns ganz oben in Deutschland zu bewegen", führt der Verteidiger weiter aus.

Nun ist wieder Ruhe eingekehrt, die Formkurve zeigt bei Werder und Özil nach oben. Alles deutet auf ein knappes Spiel gegen Stuttgart hin.

VfB setzt voll auf Offensive

"Wir müssen eine Topleistung abrufen, um in Bremen zu bestehen", fordert Khedira. Für den Mittelfeldspieler zählt nur der Sieg. "Wir wollen den Abstand auf Bremen weiter reduzieren", erklärt der Nationalspieler.

Die Schwaben wollen voll auf Offensive setzen. "Unter dem neuen Trainer und auch schon zuvor, kennen wir das gar nicht anders. Wir versuchen, das Spiel zu dominieren. Egal ob zu Hause oder auswärts", erklärt Khedira.

"In der Offensive haben wir unsere Stärken, so konnten wir auch das Torverhältnis zu unseren Gunsten drehen", sagt VfB-Trainer Christian Gross.

Frings: "Erfolgreich nach vorne spielen"

Bremens Torsten Frings schätzt den Gegner stark ein: "Stuttgart war zuletzt erfolgreich, hat Selbstvertrauen getankt. Der VfB wird eine ganz schwere Aufgabe."

Dennoch werden auch die Bremer nicht von ihrer offensiven Ausrichtung abweichen. "Werder spielt zu Hause mit den Fans im Rücken, es gibt keinen Grund, warum wir unseren Stil ändern sollten", meint Frings: "Wir wollen erfolgreich nach vorn spielen."

Cacau und Pizarro überragen

Hier liegt eine weitere Parallele zwischen den Teams. Beide sind auf Angriff ausgerichtet und verfügen derzeit über einen überragenden Stürmer.

Stuttgarts Cacau erzielte in den letzten vier Ligaspielen sieben Tore und überzeugte auch nach bei seiner Einwechslung im Länderspiel gegen Argentinien.

Ein weiteres Tor erzielte er beim 1:1-Achtungserfolg in der Champions League gegen den FC Barcelona.

Schaaf mit Respekt vor dem VfB

"Da hat man gesehen, was für ein starker Gegner uns am Samstag gegenüber steht", sagt Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Doch auch Schaaf verfügt mit Claudio Pizarro über einen Ausnahmestürmer. Zehn Tore in 16 Spielen stehen zu Buche.

Die Zuschauer dürfen sich wohl auf ein Offensivspektakel freuen, zumal sich die Schwaben längst der ärgsten Sorgen befreit haben und nun sogar nach Europa schielen.

"Für uns war in den letzten Wochen jedes Spiel irgendwie entscheidend. Wir wollten den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößern", sagt Khedira: "Ich denke mal, das haben wir ganz gut gemeistert."

Auch wenn es noch niemand offen sagt, peilt der VfB vorsichtig einen Rang unter den ersten fünf an. Doch genau dahin will auch Bremen.

Und genau darin liegt der besondere Reiz des Duells der Aufholjäger.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel