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Im Hinspiel trennten sich die Bayern mit Badstuber (r.) 0:0 von Köln und Podolski © imago

Podolski ist angeschlagen, möchte seinem Ex-Klub wohl jedoch nur allzu gerne eins auswischen. Auf Badstuber kommt Arbeit zu.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Er muss kurz überlegen, dann legt er sich fest:

"Ja, ich war da. Unten in der Menge", sagt Holger Badstuber im Gespräch mit Sport1.de.

Am 17. Mai 2008 stand er schon einmal auf dem Marienplatz.

Mit den Fans bejubelte er den Double-Sieger FC Bayern, feierte Ottmar Hitzfeld und Oliver Kahn.

In diesem Jahr könnte der 20-Jährige selbst oben auf dem Balkon stehen und die Schale in den Himmel recken.

Im Team von Trainer Louis van Gaal ist der Defensiv-Spezialist gesetzt. Bislang kam er in allen 33 Pflichtspielen zum Einsatz.(DATENCENTER: Der 25. Spieltag)

Im Spiel beim 1. FC Köln (Sa., ab 15 Uhr LIVE) muss Badstuber wieder seine Flexibiltät unter Beweis stellen.

Badstuber sieht sich als Innenverteidiger

Nach dem Ausfall des Argentiniers Martin Demichelis (Knochenbrüche im Gesicht), der sich die Verletzung im Testspiel mit der Nationalmannschaft gegen Deutschland zuzog, wird dessen Platz in der Innenverteidigung frei. 208766(DIASHOW: Update 2.011 - Bayerns Brandherde)

Badstuber ist bereit: "Dass ich variabel eingesetzt werden kann, ist eine Stärke von mir. Van Gaal sieht mich als Innenverteidiger und ich mich auch", sagt der Linksfuß, der zuletzt als Außenverteidiger eingesetzt wurde.

Neben ihm wird Daniel van Buyten auflaufen. Der Belgier ist nach dem Muskelfaserriss in der Wade nach Aussage von FCB-Trainer Louis van Gaal fit.

"Er wird auf jeden Fall spielen", sagte van Gaal am Freitag.

Direktes Duell mit Podolski steht an

Als Innenverteidiger wird Badstuber möglicherweise auf Ex-Bayer Lukas Podolski treffen. Wenn er denn spielt. Am Freitag litt er noch an Oberschenkelproblemen und musste das Abschlusstraining abbrechen. Erst kurz vor Anpfiff werde entschieden, ob er dabei sei, hieß es.

Wie auch immer, "Poldi" stand im Mai 2008 als Spieler auf dem Rathausbalkon.

Und beim Nationalstürmer liegen vor dem Treffen mit den Ex-Kollegen die Nerven blank, wie der Ausraster nach dem Argentinien-Spiel zeigte, als er einen DSF-Reporter zur Prügelei aufforderte.

Sollte Podolski auflaufen, wird die Begegnung zwischen Badstuber und ihm ein brisantes Duell. Gegensätzlicher könnte ihre Ausgangslage davor nicht sein.

Selbsbewusster Badstuber

Der Münchner strotzt nach einer Erfolgsserie von 17 Liga-Partien ohne Niederlage und dem Erklimmen der Tabellenspitze vor Selbstvertrauen.

Der Ex-Münchner, mittlerweile "Prinz Frust", krebst mit den "Geißböcken" in der unteren Tabellenregion auf Platz 14 herum. Podolski wartet seit 1390 Minuten auf einen Treffer.

"Es ist schwer, uns zu schlagen", weiß Badstuber.

"Und am Ende werden wir Meister"

"Durch unsere Erfolgsserie ist die Mannschaft nochmal ein Stück besser geworden. Wir haben einen Lauf, wir haben Selbstvertrauen. Das wollen wir in Köln weiter zeigen", fügt er an.

Das Erfolgs-Denken bekam Badstuber beim Rekordmeister längst eingepflanzt.

"Wir sind jetzt vorne, wir sind der FC Bayern. Auf die anderen schauen wir gar nicht. Und am Ende werden wir Meister. Je früher desto besser", sagt er kess.

Den vier Jahre älteren Podolski kennt der Jungprofi noch bestens aus der letzten Saison.

"Poldi ist ein guter Spieler"

Vor einem Jahr besaß Badstuber schon einen Profivertrag, spielte aber noch keine entscheidende Rolle bei den Profis.

Der Begegnung mit seinem einstigen Kollegen blickt er ohne Angst entgegen. "Es ist sowieso egal, wer vor mir steht. Am Ende ist wichtig, dass ich den Ball habe", stellt er klar.

Badstuber weiß, dass sich sein Kontrahent aktuell in einer schwierigen Situation befindet.

"Doch Poldi ist ein guter Spieler. Und Köln zeigt momentan immerhin eine aufsteigende Tendenz. Ich glaube auch, dass Köln die Klasse hält", macht der Abwehrspieler ihm aber Mut.

Verständnis für "Poldis" Rückkehr

Auch wenn er selbst wohl nie auf die Idee kommen würde, kann er Podolski verstehen, der vor der Saison unbedingt zurück nach Köln wollte.

"Er hat in München nicht so viele Einsätze bekommen, wie er sich vorgestellt hat. In Köln wird er verehrt, fast schon vergöttert. Und er ist dort groß geworden."

"Aber ich glaube, es war ihm auch vorher klar, dass die nicht ganz oben mitspielen", ergänzt der Youngster.

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