vergrößernverkleinern
Karl-Heinz Rummenigge (l.) ist von Jürgen Klinsmann Philosphie überzeugt © getty

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stellt Jürgen Klinsmann eine Jobgarantie bis zum Saisonende aus und greift die Profis an.

München - Jürgen Klinsmann hat trotz des schlechtesten Saisonstarts seit 31 Jahren eine Jobgarantie bei Bayern München bis zum 23. Mai 2009 erhalten.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erklärte in der "Bild"-Zeitung, dass Klinsmann auch am 34. Spieltag der Bundesliga auf der Trainerbank sitzen werde: "Definitiv. Da gibt es keine Zweifel."

Am Dienstag leitete Klinsmann wegen der Abwesenheit von elf Auswahlspielern allerdings nur das Training eines Rumpfteams.

Druck auf Rensing

Bayern-Boss Rummenigge griff die hochbezahlten Profis an: "Wenn der eine oder andere meint, er müsse hier egoistisch agieren, dann werden wir ihm klar und deutlich zu verstehen geben, dass dies nicht der Weg ist, der zum Erfolg führt. Ich verlange, dass die Mannschaft nun kratzt, beißt und spuckt."

Einzelne Namen wollte Rummenigge nicht nennen, forderte aber zum Beispiel vom in die Kritik geratenen Torhüter Michael Rensing eine Leistungssteigerung: "Er hat unser Vertrauen, muss aber nun mit dem Druck fertig werden."

"Müssen Geduld aufbringen"

Rummenigge untermauerte erneut, dass der Verein von Klinsmann Philosphie überzeugt sei: "Er ist der richtige Trainer für uns."

Der 44-Jährige mache im Prinzip alles richtig, nur die Ergebnisse seien nicht die richtigen.

Der FC Bayern müsse in dieser Saison aber beweisen, dass "wir auch die Geduld haben und das Vertrauen aufbringen, einmal völlig neue Wege zu gehen". Ausdrücklich ermahnte Rummenigge auch die Fans zur Geduld, die nach dem 3:3 gegen Bochum mit vereinzelten "Klinsmann raus"-Rufen auf das dritte Bundesliga-Spiel ohne Sieg in Serie reagiert hatten.

Klinsmann gibt sich als Optimist

Trotz des blamablen elften Platzes nach Spieltag Nummer sieben ist der bis 30. Juni 2010 unter Vertrag stehende Klinsmann weiter vom Erfolg seiner "Mission Bayern" überzeugt und zittert nicht um seinen Job.

"Absolut nicht. Zittern müssen Familenväter um ihren Job, wenn sie in einer kriselnden Branche tätig sind. Ich bin ein Kämpfertyp und Optmist", sagte Klinsmann.

Er habe in seiner Zeit als Spieler und Trainer - zum Beispiel auch nach dem 1:4 gegen Italien in seiner Bundestrainer-Zeit - immer schwierige Phasen durchgemacht: "Am Ende gab es immer Jubel und Zufriedenheit. So wird es auch diesmal sein."

Gespräch mit van Bommel

Genau wie Rummenigge will auch der Coach seine Spieler in Zukunft noch mehr in die Pflicht nehmen: "Jeder, der das Trikot des FC Bayern trägt, muss auf seinen Einsatz brennen."

Den Niederländer Mark von Bommel zum Kapitän zu ernennen und dann zum Reservisten zu degradieren, sei kein Fehler gewesen: "Es ist doch nicht entscheidend, ob der Kapitän einmal auf der Bank sitzt."

Rummenigge bestätigte ein gemeinsames Gespräch mit Manager Uli Hoeneß und van Bommel: "Er hatte zuletzt eine sportliche Schwächephase. Doch er wird zurückkehren. Als Spieler, als Leader und somit auch als Bayern-Kapitän."

Meisterschaft noch nicht abgeschrieben

Klinsmann erklärte, dass er sich mit seiner Familie "sehr wohl" in München fühle, allerdings gern ein paar Punkte mehr hätte:

"Wenn ich zuletzt ein wenig mitgenommen aussah, lag es an einem schweren Bandscheibenvorfall, den ich jetzt ausgestanden habe."

Tabellenführer Hamburger SV sei sehr stark, aber abgerechnet werde immer am Ende. Rummenigge: "Wir haben den Titel noch nicht abgeschrieben. Wir werden angreifen und am Ende Erfolg haben. Davon bin ich überzeugt."

Ist Klinsmann noch der Richtige? - jetzt mitdiskutieren"

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel