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Hertha BSC Berlin hat nach 25 Spieltagen erst magere 15 Punkte auf dem Konto © imago

Gekämpft, gut gespielt und am Ende doch wieder geschlagen: Berlin benötigt nach der Pleite gegen den HSV ein "kleines Wunder".

Hamburg - Gekämpft, gut gespielt und am Ende doch wieder geschlagen:

Das Einzige, was bei Hertha BSC Berlin nach der 0:1 (0:1)-Niederlage beim Hamburger SV weiter unaufhaltsam brennt, ist die "rote Laterne" des Tabellenletzten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ansonsten gehen die Lichter beim Hauptstadtklub langsam aus.

"Wir haben alles probiert und bewiesen, dass wir auch beim Tabellenvierten mithalten können", sagte Kapitän Arne Friedrich: "Aber momentan haben wir Mist an den Füßen. Das ist einfach frustrierend."

"Sechs-Punkte-Spiel" gegen den Club

Fünf Punkte ist das rettende Ufer für die Berliner wieder entfernt.

Doch die Zahl der ausstehenden Spiele und die Hoffnung auf den Klassenerhalt nehmen von Woche zu Woche im Gleichschritt ab.

"Wir wissen, dass wir ein kleines Wunder brauchen. Aber wir sind weiter in der Verlosung drin."

"Jetzt haben wir gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Wochenende ein Sechs-Punkte-Spiel vor der Brust. Das müssen wir gewinnen", forderte Mittelfeldspieler Florian Kringe.

Funkel stärkt seine Position

Dabei wäre schon in Hamburg mehr für die Berliner möglich gewesen. Gerade nach dem Seitenwechsel war die Hertha die bessere Mannschaft, wurde für ihren couragierten Auftritt jedoch nicht belohnt 209971(die Bilder).

Immerhin dürfte Friedhelm Funkel, der in seinem 450. Spiel als Bundesliga-Trainer seine insgesamt 200. Niederlage hinnehmen musste, seine Position innerhalb des Vereins gestärkt haben.

"Nach so einem Spiel kann es keine Trainerdiskussion geben", meinte Manager Michael Preetz, der sich bereits unter der Woche für den Coach stark gemacht und sich damit wohl auch gegen Widerstände aus Teilen des Präsidiums durchgesetzt hatte.

"Leidenschaftlicher" Auftritt der Hertha

Nicht ohne Grund war der Vorstand am vergangenen Donnerstag in Klausur gegangen.

Erst nach der Krisensitzung bekannten sich dann auch Klubboss Werner Gegenbauer Co. öffentlich zu Funkel, der das Amt erst im vergangenen Oktober übernommen hatte.

"Das hat gegen den HSV keine Rolle gespielt. Das hat man doch gesehen. Die Mannschaft hat alles gegeben und leidenschaftlich gefightet", sagte der in die Kritik geratene Coach, der in bisher 18 Spielen in verantwortlicher Position nur zwölf von 54 möglichen Punkte holte:

"Der HSV weiß doch gar nicht, warum er gewonnen hat. Wir haben es nur leider einfach nicht verstanden, den Ball über die Linie zu drücken."

"Jetzt müssen wir gegen Nürnberg eine Serie starten. Das Spiel ist durch die Niederlage noch wichtiger als vorher."

Preetz trauert den Chancen nach

Auch aus den Reihen der Mannschaft kann sich Funkel großer Unterstützung sicher sein. "Ein Trainerwechsel war innerhalb des Teams überhaupt kein Thema", versicherte Friedrich:

"Wir werden die Saison mit Friedhelm Funkel zu Ende spielen. Michael Preetz hat diese Diskussionen ja ohnehin schon beendet."

Mit einem Dreier beim HSV wären die Ausführungen von Friedrich und Preetz allerdings ohnehin überflüssig gewesen.

Hätte Adrian Ramos in der 49. Minute nicht die Latte des Hamburger Tores getroffen, sondern ein wenig genauer gezielt, wären alle Kritiker wohl zunächst verstummt. "So ist das eben. Manchmal liegt es an wenigen Zentimetern", haderte Preetz:

Jansen lässt HSV weiter nach oben schielen

"Wir waren über 90 Minuten das bessere Team. Es ist momentan wie in der Wüste, wenn einem der Sandsturm von vorne entgegen weht. Nur einmal haben wir nicht aufgepasst. Das hat der HSV genutzt."

So kam der in den vergangenen Wochen ebenfalls schwächelnde Gastgeber durch Nationalspieler Marcell Jansen (40.) zum Siegtreffer und unterstrich damit zumindest durch das Resultat seine Ambitionen auf Höheres.

Van Nistelrooy feiert Heimdebüt

"Wir liegen zwar schon ein ganzes Stück hinter dem dritten Platz zurück. Aber es ist noch alles möglich."

"Es sind noch neun Spiele. Die wollen wir alle gewinnen", sagte Stürmerstar Ruud van Nistelrooy, der in der 64. Minute eingewechselt worden war und sein Heimdebüt in der Liga feierte.

HSV-Trainer Labbadia gab sich nach dem Spiel entsprechend pragmatisch: "Das war ein Spiel, nach dem man sich den Mund abputzt und die drei Punkte mitnimmt."

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