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Klaus Augenthaler war von 2000-2003 Trainer des 1. FC Nürnberg © imago

Im Sport1.de-Interview spricht Augenthaler über das Duell Nürnberg gegen Bayer. Im Titelkampf hat er einen klaren Favoriten.

Von Nikolai Kube

München - Die Bayern haben Federn gelassen.

Durch das 1:1 in Köln thronen die Münchner zwar noch an der Tabellenspitze (DATENCENTER: Der 25. Spieltag).

Doch der Rekordmeister spürt den Atem der Verfolger: Schalke rückte durch den 4:1-Erfolg in Frankfurt bis auf zwei Punkte an das Team von Trainer Louis van Gaal heran.

Und Bayer Leverkusen kann die Bayern mit einem Sieg im Auswärtsspiel beim abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg (ab 15.15 Uhr LIVE) sogar von der Spitze verdrängen (Vorbericht: Für Heynckes zählt nur ein Sieg).

Ob Nürnberg, Leverkusen oder Bayern. Klaus Augenthaler kennt alle drei Vereine aus dem Effeff.

Dem 52-Jährigen gelang als Club-Trainer 2001 der Aufstieg in die Bundesliga. In Leverkusen qualifizierte er sich in der Saison 2003/04 für die Champions League. Und das Trikot der Bayern streifte er als Aktiver 404 Mal über.

Im Sport1.de-Interview spricht Augenthaler über die Chancen der Nürnberger gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen. Zudem beleuchtet er die Lage bei den Bayern. Im Titelrennen hat er einen klaren Favoriten.

Sport1.de: Herr Augenthaler, mit Leverkusen und Nürnberg treffen zwei Ihrer Ex-Vereine aufeinander. Gelingt dem Club die Sensation oder wird es einen Favoritensieg geben?

Klaus Augenthaler: Leverkusen hat eine Art Heimspiel. Denn der Club wird wie gegen die Bayern und in Bochum extrem defensiv spielen. Aber das ist auch richtig so. Man muss die Abwehr stabilisieren. Bei den zwei, drei Möglichkeiten, die Nürnberg bekommen wird, muss der Club eiskalt zuschlagen. Dann hat er eine Chance.

Sport1.de: Wie schätzen Sie Leverkusen derzeit ein?

Augenthaler: Leverkusen ist sehr spielstark, aber auch nicht in einer Topverfassung. Sie haben gegen Köln zu Hause nur 0:0 gespielt.

Sport1.de: Wie muss der Club speziell auftreten? Mit Albert Bunjaku fällt auch noch der beste Torjäger aus...

Augenthaler: Das ist egal. Irgendwie kann man immer einen über die Linie drücken - wenn man den Mut dazu hat. Der Club muss in dieser Phase endlich Punkte holen.

Sport1.de: Wird Nürnberg am Ende den Klassenerhalt schaffen?

Augenthaler: Nach dem Sieg von Hannover in Freiburg bin ich davon überzeugt, dass es einen Vierkampf geben wird. Ich glaube nicht, dass Köln noch in Bredouille gerät. Platz 15 wird hart umkämpft sein. Aber das leichtere Restprogramm spricht für Nürnberg. Hannover und Freiburg haben es da deutlich schwerer. Aber es wird bis zum letzten Spieltag eng bleiben.

Sport1.de: "Ihre" Bayern haben beim 1:1 in Köln wichtige Punkte liegengelassen. Haben Sie damit gerechnet?

Augenthaler: Nein, damit habe ich nicht gerechnet. Aber es hat sich schon in den letzten beiden Spielen abgezeichnet. Beim 1:1 in Nürnberg haben sie zu nachlässig agiert, haben viele Chancen vergeben. Gegen Hamburg hat der FC Bayern zwar überlegen, aber nicht überzeugend gewonnen.

Sport1.de: Woran hat es in Köln konkret gehapert

Augenthaler: Der Grund für die erfolgreiche Serie war, dass die Bayern einige Spiele mit derselben Aufstellung spielen konnten. Nun fällt Martin Demichelis, der mit seiner Erfahrung ein wichtiger Bestandteil des Teams war, verletzt aus. Und auch Robben war in einer tollen Verfassung. Die Qualität hätte dennoch ausreichen müssen, um in Köln zu gewinnen.

Sport1.de: Martin Demichelis fällt verletzt aus, sein Stellvertreter Diego Contento musste gegen Köln angeschlagen ausgewechselt werden. Könnte der Engpass in der Defensive zu einem Problem werden?

Augenthaler: Breno, den sie an Nürnberg ausgeliehen haben, könnten die Münchner jetzt sicher gebrauchen. Aber bei den Bayern wird entscheidend sein, dass Ribery endlich wieder in Form kommt und Robben fit bleibt. Die Offensivstärke wird die Schwächen in der Defensive ausgleichen.

Sport1.de: Auch Schalke ist durch den 4:1-Sieg in Frankfurt weiterhin oben dabei. Warum stellt sich mit Felix Magath meistens Erfolg ein?

Augenthaler: Felix hat ein Talent dafür, Mannschaften umzukrempeln. Zudem hat er den Mut, mit jungen Leuten wie Christoph Moritz oder Lukas Schmitz zu arbeiten. Und da mit Marcelo Bordon und Kevin Kuranyi ein gutes Gerüst zur Verfügung steht, hat er mit den Youngstern Erfolg.

Sport1.de: Kann Schalke sogar Deutscher Meister werden? 210046(Diashow: Der Kampf an der Spitze).

Augenthaler: Ich habe eigentlich gedacht, dass Schalke einbricht. Vor allem nach der Niederlage in Wolfsburg. Ich dachte, dass die jungen Spieler der Belastung nicht standhalten.

Sport1.de: Wer wird denn am Ende das Rennen im Titelkampf machen?

Augenthaler: Die Bayern werden wissen, dass sie nach den verlorenen Punkten in Nürnberg und Köln die Zügel wieder anziehen müssen. Und dann haben sie eigentlich keine Konkurrenz.

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