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Nürnbergs Maxim Choupo-Moting (r.) ist vom Hamburger SV ausgeliehen © getty

Bayer kassiert in Nürnberg die erste Niederlage der Saison und rutscht auf Rang drei ab. Die Aufholjagd der Werkself kommt zu spät.

Nürnberg - Serie gerissen, Tabellenführung verpasst:

Bayer Leverkusen hat im Kampf um die Deutsche Meisterschaft einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen.

Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes verlor beim abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg nach einer über weite Strecken schwachen Vorstellung verdient mit 2:3 (0:2) und ist nach der ersten Saisonniederlage nur noch Dritter in der Bundesliga.

Die Werkself, zuvor in 24 Spielen ungeschlagen, konnte nach dem Patzer der Bayern in Köln (1:1) die Gunst der Stunde nicht nutzen.

Dagegen hat der Club nach dem ersten Heimsieg seit knapp fünf Monaten und einer leidenschaftlichen Leistung den erhofften Befreiungsschlag landen können und die Abstiegsplätze verlassen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doppelschlag von Choupo-Moting

Gefeierter Mann des Tages war dabei Eric-Maxim Choupo-Moting. Der 20 Jahre alte Stürmer brachte die Franken in der 42. Minute in Führung, wobei die beiden Bayer-Innenverteidiger Sami Hyypiä und Manuel Friedrich keine gute Figur abgaben.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+1) traf der U-21-Nationalspieler zum 2:0.

Für die Leihgabe vom Hamburger SV war es der vierte Saisontreffer und der erste Bundesliga-Doppelpack. Mickael Tavares erhöhte in der 55. Minute sogar auf 3:0 für die Mannschaft von Dieter Hecking.

Kießling mit 14. Saisontreffer

Dem Ex-Nürnberger Stefan Kießling gelang vor 40.329 Zuschauern in der 66. Minute nach toller Vorarbeit von Gonzalo Castro mit seinem 14. Saisontreffer das 1:3. Der eingewechselte Patrick Helmes verkürzte auf 2:3 (73.).

Der Club musste den Sieg allerdings teuer erkaufen. In der 32. Minute musste Abwehrchef Breno nach einer bösen Attacke von Stefan Reinartz mit Verdacht auf Kreuzbandriss in die Uni-Klinik nach Erlangen gebracht werden.

Leverkusen enttäuscht

Die Nürnberger, die zuletzt am 17. Oktober 2009 gegen Hertha zuhause gewannen (3:0), verdienten sich den Sieg mit der über weite Strecken besten Saisonleistung. Leverkusen enttäuschte dagegen weitgehend.

Bayer agierte lange viel zu passiv und ohne Einsatz, erst nach dem 0:3 wachte die Werkself auf und bewies Kampfgeist.

Der engagierte, mutig und diszipliniert auftretende Club erarbeitete sich auch ohne den gesperrten Torjäger Albert Bunjaku von Beginn an Vorteile, auch wenn Leverkusen nach Eckball von Toni Kroos, der in der kommenden Saison zum FC Bayern zurückkehrt, durch Eren Derdiyok die erste Chance hatte.

Der Kopfball der Schweizers verfehlte aber das Ziel (4.).

Adler rettet gegen Tavares

Auf der Gegenseite musste Nationalkeeper Rene Adler, der am Mittwoch beim Länderspiel gegen Argentinien (0:1) noch gepatzt hatte, nach einer Hereingabe von Marcel Risse Kopf und Kragen riskieren, um vor dem einschussbereiten Tavares zu klären (9.).

In der 18. Minute rettete erneut Adler gegen den freistehenden Risse.

Nur eine Minute später verzog Tavares knapp.

Kroos fehlt gegen den HSV

Die abstiegsbedrohten Nürnberger hätten zu diesem Zeitpunkt die Führung schon längst verdient gehabt, obwohl Kroos in der 24. Minute noch eine gute Chance für die Gäste vergab.

Nach der 3:0-Führung wurde der Club jedoch nachlässiger, verlor zu schnell die Bälle, wodurch Leverkusen immer besser ins Spiel kam.

In einer turbulenten Schlussphase drängte Bayer auf den Ausgleich und ließ den Club gehörig zittern.

Nationalspieler Toni Kroos sah auch noch die fünfte Gelbe Karte und ist damit gegen den Hamburger SV nächste Woche gesperrt.

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