Sport1.de-Experte Huub Stevens lässt sich von Magaths Understatement nicht täuschen und nennt zwei Vorteile der Schalker.

Hallo Fußball-Freunde,

Das Understatement von Felix Magath in der Meisterschaftsfrage ist nur ein taktisches Spielchen. Das ist auch richtig, dass er das so macht. Titelkandidat ist Bayern München und Leverkusen hat erst jetzt in Nürnberg das erste Saisonspiel überhaupt verloren.

Aber wenn immer die Rede davon ist, dass Schalke eine sehr junge Mannschaft hat, halte ich dagegen, dass Schalke über einen riesigen Kader verfügt.

Die haben in der Winterpause nahezu eine komplette Elf verpflichtet. Davon ist nie die Rede. Aber durch diese hohe Anzahl an Spielern haben sie auch die Möglichkeit, Verletzungsmiseren auszugleichen.

Für Leverkusen könnte das gleiche gelten wie für Schalke, die haben auch eine junge Mannschaft.

Dennoch sind sie vom ersten Tag an im Titelrennen dabei - wie Schalke auch.

Schalke hat außerdem keine Mehrfachbelastung. Diesen Vorteil hatte Magath schon im letzten Jahr in Wolfsburg und hat ihn genutzt.

Auch deshalb kann er nicht sagen, er spielt nicht um den Titel. Das macht er seit dem ersten Tag. Jeder Verein will um die Meisterschaft spielen.

Wenn man nach 25 Spieltagen noch da oben steht, kann man nicht erzählen, dass man im Titelkampf nicht mitmacht. Man macht mit.

Der Top-Kandidat bleibt aber für mich dennoch Bayern München. Aber jeder der in der Nähe von Platz eins ist, ist auch im Titelrennen. Das kann Magath nicht einfach so beiseite wischen und sagen, Bayern holt die Schale.

Ich glaube auch weiterhin, dass die Münchner Meister werden, auch wenn sie jetzt in Köln einen Schritt zurück gemacht haben.

Dafür war vor allem Lukas Podolski verantwortlich. Seine starke Leistung gegen die Bayern hat mich nicht überrascht, trotz der massiven Kritik, die auf ihn einprasselte. Wolfgang Overath hat ihn zuletzt völlig zurecht kritisiert. Ich kenne Lukas aus meiner Kölner Zeit. Bei ihm war es schon immer so, dass er auch etwas investieren muss. Gegen die Bayern hat er das beherzigt.

Aber man muss auch sagen, dass Lukas nach Köln kam und alle in ihm den großen Heilsbringer gesehen haben. Da ist ein großer Druck für den Jungen entstanden.

Er kann damit auch durchaus umgehen. Aber immer eine Top-Leistung zu bringen, ist nicht so einfach. Da muss man mit dem Jungen auch etwas Geduld haben.

Klar ist aber, dass er viel mehr laufen und arbeiten muss als zuletzt. Das Problem hatte er teilweise schon zu meiner Zeit, dass er auf dem Platz zu statisch war.

Ich habe ihm damals schon gesagt, dass er sich mehr bewegen muss.

Natürlich spielte gegen Bayern auch sein persönlicher Ehrgeiz mit hinein. Er hat es in München nicht gepackt. Deshalb wollte er gegen seinen Ex-Klub unbedingt ein gutes Spiel machen.

Im Abstiegskampf hat sich auch nach diesem Spieltag nicht viel geändert trotz des langersehnten Siegs von 96. Zwischen den vier Klubs Freiburg, Nürnberg, Hannover und Hertha wird es sich entscheiden. Auch die Berliner sind noch nicht weg.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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