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Leverkusens Toni Kroos (l.) im Zweikampf mit Nürnbergs Choupo-Moting © getty

Die Leverkusener Serie reißt. Heynckes ist frustriert, Kroos spricht von einem Rückschlag. Der Club rückt auf Rang 15 vor.

Nürnberg - Als die Erfolgsserie von Bayer Leverkusen nach 288 Tagen gerissen war, marschierte ein frustrierter Jupp Heynckes schnurstracks in Richtung Kabine.

Der Frust saß tief beim Werksklub, der mit dem 2:3 (0:2) beim 1. FC Nürnberg am 25. Spieltag die erste Saisonniederlage kassierte und im Titelrennen weiter an Boden verlor.

Anstatt die mögliche Rückkehr an die Tabellenspitze zu schaffen, rutschte Bayer sogar hinter Schalke 04 auf den dritten Platz ab.

"Das ist für uns eine bittere Niederlage. Aufgrund der ersten Halbzeit, in der wir Engagement und Leidenschaft vermissen ließen, ist der Nürnberger Sieg aber verdient", sagte Heynckes.

Und er ergänzte: "Wenn man so spielt, kann man nicht erfolgreich sein."

Für Heynckes persönlich war es die erste Niederlage nach 30 Bundesliga-Spielen.

Dabei hätte die Werkself nach dem Patzer der Münchner in Köln (1:1) wieder auf den ersten Platz zurückkehren können.

Stattdessen beträgt der Rückstand nun drei Zähler.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bayer hat die Leichtigkeit verloren

"Die Leichtigkeit ist nicht mehr da", sagte denn auch Nationalspieler Toni Kroos: "Keine Frage, diese Niederlage ist ein Rückschlag. Wir sind aber in der Lage wieder da hinzukommen, wo wir waren."

Dafür bedarf es aber einer deutlichen Leistungssteigerung. Ohne Mumm und ohne Inspiration agierte Bayer in den ersten 45 Minuten und ließ sich vom aufopferungsvoll kämpfenden Club den Schneid abkaufen.

"Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen. Das darf nicht passieren", sagte Stefan Kießling.

Die Quittung bekamen die Leverkusener durch die zwei Gegentreffer von Eric-Maxim Choupo-Moting kurz vor der Pause.

Die Leihgabe des Hamburger SV legte damit den Grundstein zum ersten Nürnberger Heimsieg seit knapp fünf Monaten und dem damit verbundenen Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz.

Erster Doppelpack für Choupo-Moting

Für Choupo-Moting waren es die Saisontreffer Nummer zwei und drei sowie der erste Bundesliga-Doppelpack.

Mickael Tavares erhöhte mit seinem ersten Bundesliga-Tor sogar auf 3:0 für die Mannschaft von Dieter Hecking, ehe das große Zittern begann.

Denn nach den Leverkusener Treffern von Kießling und Patrick Helmes geriet der Großteil der 40.329 Zuschauer noch einmal gehörig ins Schwitzen.

"Wir hätten vorher natürlich nicht damit gerechnet das wir 3:0 in Führung gehen würden", erklärt Choupo-Moting: "Danach waren wir zu unkonzentriert haben es zum Glück aber über die Zeit gebracht."

Die Leverkusener zeigten eine "tolle Moral", wie Heynckes bemerkte, und schnürten die Franken am eigenen Strafraum ein.

Schäfer hält die drei Punkte fest

Doch mit etwas Glück und dem starken Torwart Raphael Schäfer gelang es den Nürnbergern dann doch noch, den Sieg über die Zeit zu bringen.

"Es ist mir ziemlich egal wer Deutscher Meister wird", erklärte Schäfer nach dem Spiel: "Der Sieg war für uns sehr sehr wichtig. Wir wussten, dass wir gut Fußball spielen können und ich bin froh, dass wir es gegen Leverkusen auch zeigen konnten."

Auch Choupo-Moting bemerkte, dass der Club in den letzten Spielen mindestens "ebenbürtig" gewesen sei und forderte "jetzt weiter Gas zu geben".

Sonderlob für Choupo-Moting

Club-Trainer Dieter Hecking zeigte sich von der Leistung seiner Elf angetan.

"Das war ein tolles Spiel meiner Mannschaft. Wir konnten uns auch nach dem 3:0 nicht sicher sein, aber meine Mannschaft hat unglaublich gekämpft", sagte Hecking und verteilte ein Extra-Lob für Matchwinner Choupo-Moting:

"Er hat überragend gespielt. Wir haben gehofft, dass bei ihm der Knoten platzt. Im Training hat er immer wieder gezeigt, was er kann."

Kreuzbandriss bei Breno?

Allerdings wurde die Freude der Nürnberger getrübt. Abwehrchef Breno verletzte sich bei einer rüden Aktion von Stefan Reinartz am Knie und musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz getragen werden.

"Das ist ein dicker Wermutstropfen. Ein Kreuzbandriss ist wahrscheinlich. Das Innenband ist auf jeden Fall verletzt", sagte Hecking.

"Das war schon dunkelgelb", ärgerte sich Hecking über das Foul und ergänzte: "Breno war unser überragender Innenverteidiger. Er wird uns auf jeden Fall fehlen, aber jetzt müssen andere ran."

Breno wurde zur genaueren Untersuchung in die Uni-Klinik Erlangen gebracht, der Club muss im Abstiegskampf wohl bis auf weiteres ohne ihn auskommen.

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