vergrößernverkleinern
Felix Magath (r.) war von 2004 bis 2007 Trainer des FC Bayern München © getty

Bayerns Ehrenpräsident traut Magath mit Schalke den Titel zu. Der reagiert wie gewohnt und schiebt jeden Anspruch von sich.

Von Martin Hoffmann

München - Der Wunsch der seit über 50 Jahren ausgehungerten Schalker Fans war eindeutig.

"Felix, schenk uns die Meisterschaft", skandierten sie, als Felix Magath nach dem 4:1 in Frankfurt Autogramme für die Anhänger schrieb.

Magaths lapidare Antwort: "Dauert noch."

Doch die Konkurrenz fürchtet langsam, dass es womöglich nur noch bis zum 8. Mai dauert.

"Ich traue Schalke den Titel zu", meint Franz Beckenbauer, Ehrenpräsident des FC Bayern: "Der Felix ist ein richtiger Meister-Schleicher."102305 (DIASHOW: Magaths Karriere in Bildern)

Das Prinzip Magath

Der "Kaiser" kennt das Prinzip Magath, wie er in der "Bild" ausführt: Dessen Teams seien "im Meister-Endspurt immer topfit".

Und: "Er schiebt alles von sich, drückt die Favoritenrolle den Bayern zu und überlässt das Getöse den anderen."

Magath mache es - wie auch schon Bundestrainer Joachim Löw zuvor erkannt hatte - "wie vor einem Jahr mit Wolfsburg".

Magaths Reaktion auf den Wolfsburg-Vergleich? Er schiebt ihn von sich.

Realismus oder Kriegslist?

"Keine" Parallelen zum Vorjahr sehe er: "Ich trainiere eine Mannschaft, die blaue Trikots trägt, und das war im Vorjahr eher selten der Fall."

In aller Ernsthaftigkeit fügt er an: "Dort hatten wir eine andere Grundlage, weil wir schon im zweiten Jahr zusammengearbeitet haben. Außerdem hatten wir mit Dzeko und Grafite den besten Sturm und mit Misimovic den besten Vorbereiter der Liga."

Jetzt habe man in Kevin Kuranyi "vielleicht den besten Torjäger, aber das allein reicht nicht".

Realistische Einschätzung oder Kriegslist, wie Sport1.de-Experte und Ex-Schalke-Coach Huub Stevens ("Alles Taktik von Magath") glaubt?

Die Grenzen sind fließend - auch das ist eine Parallele zum vorigen Jahr in Wolfsburg.

Keine Trauer bei Kuranyi-Abgang

Sollte es für Kuranyi (13 Treffer) klappen mit der Torjägerkanone, es wäre wohl sein sportliches Vermächtnis bei Königsblau.

Magath plant nicht mehr ernsthaft mit dem von Juventus Turin umworbenen Angreifer, dessen Vertrag ausläuft:

"Wir sind derzeit nicht in der Lage, Kevin an uns zu binden. Deshalb werde ich nicht traurig sein, wenn sich für ihn etwas anderes ergibt."

Am Freitag winkt Platz eins

Kuranyi kann sich am kommenden Freitag gegen Stuttgart an die Spitze der Torjägerliste schießen, ebenso wie Schalke bei einem Sieg für mindestens einen Abend an die Spitze der Liga vordringen kann.

Danach folgen weitere entscheidende Prüfungen gegen Hamburg, Leverkusen und den FC Bayern.

"Wir kennen die Tabelle", sagt Ivan Rakitic zu den sich nun ergebenden Möglichkeiten.

Altintops Ahnung

Schon diese vorsichtige Andeutung der Schalker Ambitionen passt Magath nicht: "Die Tabelle interessiert jetzt keinen, das müssen die Spieler noch lernen."

Ein Ex-Schalker kann sich derweil trauen, Klartext zu sprechen.

Der mit Frankfurt geschlagene Halil Altintop ist sich sicher: "Wenn Schalke so weiter macht und gewinnt ohne richtig Fußball zu spielen, dann werden sie Meister."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel