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Louis van Gaal gewann 1995 die Champions League mit Ajax Amsterdam © imago

Louis van Gaals radikale Reformvorschläge spalten die Fußballnation - auch die Sport1.de-User sind hin- und hergerissen.

Von Martin Hoffmann

München - Weg mit Einwurf, Elfmeterschießen und Linienrichtern. Her mit Einschuss, "Gladiatorenspiel" und technischen Hilfsmitteln.

Die Reformideen, die Bayern-Trainer Louis van Gaal dem Fußball verordnen will, sind radikal - und entsprechend kontrovers werden sie aufgenommen.

"Wenn er diese Regeln will sollte er vielleicht einfach die Sportart wechseln", amüsiert sich Mainz-Präsident Harald Strutz in der "Bild".

Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß dagegen unterstützt van Gaals Plädoyer für die Technik, ebenso Dortmunds Manager Michael Zorc.

Der BVB-Sportchef hat aber etwas gegen das Gladiatorenspiel:

So etwas "sollte man höchstens in der holländischen Liga ausprobieren."208766 (DIASHOW: Die Personalplanungen des FC Bayern)

Die User sind gespalten

Ähnlich gespalten sind die Sport1.de-User.

"Komplett umsetzen!" fordern 25,7 Prozent von über 20.000 Usern in einer Umfrage (Stand Dienstag, 10 Uhr), 21,9 Prozent sagen: "Totaler Unsinn."

Die knappe Mehrheit von 29,1 Prozent sagt: "Teils, teils."

Der Rest (23,3) findet van Gaals Ideen gut, hält es aber für nicht realistisch, dass sie je umgesetzt werden.

Aber es wird nicht nur abgestimmt, sondern auch verbissen diskutiert. Sport1.de fasst die interessantesten User-Reaktionen zusammen (COMMUNITY: Jetzt mitdiskutieren!).

Wie Takeshi oder die Gladiators

Van gool findet die Ideen seines Fast-Namensvetters recht skurril:

"Irgendwie erinnert mich das an Takeshi's Castle oder diese US-amerikanische Show 'American Gladiators'. Es wäre lustig, mal solch ein Format im TV zu sehen oder auch im Stadion, aber ich denke es wäre im Interesse aller, den Fußball so zu lassen, wie er ist."

Visionär findet dagegen der User mit dem schönen Namen kiff kiff die Ansätze:

"Mal das Beispiel Basketball: Kann sich einer vorstellen, dass es beim Basketball mal kein Rückspiel gab? Oder ein 24-Sekunden-Limit für den Angriff?

Diese Regeln haben Basketball zu dem schnellen, attraktiven Sport gemacht, der er heute ist. Die Ideen von Van Gaal sind super, aber wie bei allen Genies wird man das erst spät zugeben."

"Unsinn" oder "bärenstark"?

"Viel Gutes, viel Quatsch", findet Heinz:

"Chip im Ball oder Videobeweis, wie es im Eis- und Feldhockey schon lange funktioniert, sind überfällig. Ich bin auch der Meinung, dass es nicht nur eine Torlinien-Kamera geben sollte, sondern auch ein System zur Abseits-Auflösung wie das Hawkeye beim Tennis.

2 x 35 Minuten und dafür die Zeit anhalten statt Nachspielzeit würde ich auch begrüßen - Fußball ist ohnehin die einzige Teamsportart, wo das im Ermessen des Schiris liegt. Der Kram mit Einschießen und Gladiatorenkampf ist natürlich Unsinn."

Genau andersherum sind die Sympathien von Philipp verteilt:

"Ich persönlich bin gegen zu starke Kontrolle. Fehlentscheidungen machen doch Spiele erst so spannend und unberechenbar. Die Idee mit dem Gladiatorenspiel finde ich jedoch bärenstark. Es wäre zwar ein Vorteil für stark besetzte Mannschaften, aber das würde echt Action in ein Spiel bringen.

Stellt euch mal solch ein WM-Finale vor indem dann auf einmal von jedem Team nur noch die 6 besten auf dem Feld stehen! Wahnsinn! Total genial. Würde absolute Unterhaltung bieten."

Perfektion nur auf der Playstation

HSVMIC kann mit keinem der Vorschläge etwas anfangen:

"Lasst doch den Fußball, so wie er ist - mit allen Facetten die er bietet, das macht ihn so interessant und spannend. Wir regen uns darüber auf, und jeder hat was davon, die Zuschauer, die Medien usw. Wer ein perfektes 100 Prozent-Spiel sucht (die Frage wäre ja immer noch warum), der kann doch Playstation spielen."

RP hat neben einer differenzierten Sicht auf die Dinge noch eine neue Reformidee zu bieten:

"Ich denke Fußball ist deswegen weltweit die Nummer eins, weil es ein einfaches Spiel ist. Bei all den technischen Raffinessen ist es wohl ziemlich schwierig, ein Kreisklassespiel und erst recht ein Zweitliga-Spiel in Brasilien oder Kamerun zu finanzieren.

Schöne Ideen für Profiligen in Europa, aber wohl weniger schön für Südamerika und Afrika. Einschuss statt Einwurf ist aber eine gute Idee, würde glaube ich mehr Spielfluss ermöglichen. Zusätzliche Idee vom Bolzplatz: 3 Ecken, ein Elfer ;-)!"

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