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1899-Mäzen Dietmar Hopp (l.) will von Coach Ralf Rangnick Erklärungen © imago

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp kann die enttäuschenden Vorstellungen nicht nachvollziehen und verlangt Erklärungen vom Trainer.

Hoffenheim - Erst der Manager, dann der Mäzen:

Die Profis von 1899 Hoffenheim bekommen derzeit gewaltig den Marsch geblasen.

"Es ist für mich schwer nachvollziehbar, dass man so wenig Einsatz zeigen kann", sagte Mäzen Dietmar Hopp der "Rhein-Neckar-Zeitung".

"Ich habe keine Erklärung für den Zustand der Mannschaft."

Damit übte der Geldgeber ähnlich scharfe Kritik wie zuvor Manager Jan Schindelmeiser.

"Gegen Mainz weit unter Mittelmaß"

Der sportliche Offenbarungseid beim 0:1 am Sonntag gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 und der damit verbundene Abschied von allen Ambitionen hat bei Hopp Spuren hinterlassen.

"Was ich gegen Mainz gesehen habe, war weit unter Mittelmaß", sagte der Milliardär, dessen Klub endgültig im grauen Niemandsland der Tabelle angekommen ist.

Daher "müssen uns die Experten, also Trainer Ralf Rangnick, Manager Jan Schindelmeiser und Bernhard Peters die Gründe erklären, wie wir in diese Krise rutschen konnten", so Hopp weiter.

Die einstigen Himmelsstürmer holten bislang lediglich sieben Punkte in der Rückrunde und gewannen zu Hause nur eines der vergangenen sieben Spiele.

Vom Glanz des Herbstmeisters der Vorsaison ist nichts mehr geblieben. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ohne Auswärtssiege "mitten im Abstiegskampf"

"Zum Glück haben wir auswärts ein paar Mal gewonnen. Sonst würden wir mitten im Abstiegskampf stecken", erklärte Hopp.

Der 69-Jährige warf den hochbezahlten Profis ("Mit den neuen Verträgen liegen die Gehälter der Spieler über dem Durchschnitt") sogar "Alibi-Fußball" vor.

Angesichts der der jüngsten Unmutsbekundungen der Fans flüchtete sich Hopp in Sarkasmus: "Die Sorge, dass das Stadion zu klein ist, bin ich erstmal los."

In Zukunft mehr deutsche Spieler

Hopp plädierte zudem dafür, in Zukunft auf Spieler aus dem deutschsprachigen Raum statt wie zuletzt vor allem auf Afrikaner und Südamerikaner zu setzen.

"Ich denke, dass die Überlegungen in diese Richtung gehen", sagte der gebürtige Heidelberger, der von der Mannschaft in den kommenden Spielen eine deutliche Steigerung erwartet, um "unsere Fans und Sponsoren nicht noch mehr zu vergraulen".

Vor Hopp hatte bereits Schindelmeiser einen "Bewusstseins- und Umdenkungsprozess" von den Profis gefordert und eine Reaktion im kommenden Heimspiel gegen Werder Bremen verlangt:

"Das wird ein Charaktertest."

Spekulationen um Rangnick

Die schwachen Leistungen der vergangenen Wochen haben zudem die Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Amtszeit von Trainer Ralf Rangnick nach Saisonende genährt.

Der Coach, dessen Vertrag noch bis 2011 läuft, wirkte zuletzt ungewohnt lethargisch und gestand selbst "einige Rückschläge in den vergangenen Monaten" ein.

In den lokalen Medien war unter anderem über Bundestrainer Joachim Löw als möglicher Nachfolger berichtet worden.

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